Gran Turismo 5 Prologue
Realismus hat einen Namen

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Simulation oder Wirklichkeit? Beim nagelneuen Rennspiel Gran Turismo 5 Prologue verwischt diese Grenze immer mehr. autobild.de saß im digitalen Cockpit und staunte nicht schlecht.
Am 26. März 2008 ist es so weit: Die fünfte Generation des Rennspiele-Klassikers Gran Turismo ist da. Zunächst allerdings nur als "Prologue"-Version – also der Appetitanreger zur finalen Ausgabe, die Ende des Jahres in die Läden kommt. Trotzdem hat auch der Vorbote das Zeug, aus gestandenen Männern quengelnde Kinder zu machen. Allein die technischen Details sprechen für sich: Butterweiche 60 Bilder pro Sekunde in HDTV-Qualität mit 1080 Zeilen (1920x1080 Pixel) und detaillierte 3D-Modelle, deren Standbilder nicht mehr von einem Foto zu unterscheiden sind, sorgen für einen bislang unübertroffenen Realismus.
Einsteigen, Anmachen, Eintauchen
Ich durfte für autobild.de schon mal vorab im Cockpit von GT 5 Prologue Platz nehmen. Schnell wurde klar, dass das Ganze mehr als nur eine Vorspeise ist: Das High-Definition-Fahrerlebnis wartet mit 71 Fahrzeugen auf (siehe Tabelle), dazu kommen fünf Strecken, Fahrphysik, Grafik und KI aus der finalen Version sowie Online-Rennen für bis zu 16 Piloten. Die authentischen Wagenmodelle rasen mit derart realistischen Licht- und Spiegeleffekten über den Bildschirm, dass man das Gefühl hat, wirklich an einem Rennen teilzunehmen – im Fachjargon nennt man das Immersion. Und die wird zusätzlich durch die unglaublich gut umgesetzte Cockpit-Ansicht verstärkt. Für eingefleischte Fans macht sich leichte Ernüchterung höchstens beim Blick auf die Strecken breit: Der Kurs von Suzuka, die hügelige Berg- und Tal-Strecke aus der Demoversion "Eiger Nordwand", das Daytona Oval und der Fuji Speedway sind alte Bekannte – allerdings sahen sie noch nie so gut aus. Absolut neu ist der grandiose Stadtparcours in London, wenn man mal vom High-Speed-Ring als nicht wirklich ausgearbeitetetem Parcours absieht. Die Strecken lassen sich jetzt auch rückwärts oder wie in Daytona durch den "Infield Course" modifiziert spielen.
Neuer Realismus-Maßstab

Schadensmodell: Fehlanzeige
In Sachen Fahrphysik bekommt das Spiel von mir nur gute Noten. Wenn sich ein Audi TT durch die Londoner Innenstadt schlängelt, ist das die eine Sache. Der Alfa 147 dagegen nimmt enge Kurven mit einem komplett anderen Feeling. Das Ganze kommt erfreulicherweise ohne "Burnout Paradise"-Blureffekte und übertriebene Geschwindigkeit aus. "Prologue" spielt sich äußerst realistisch, das war bei den Vorgängern natürlich auch schon so. Das Entwicklerstudio Polyphony Digital hat sich beim Feintuning selbst übertroffen: An Lastwechseln, Bremsverhalten und Kurvenlage gibt es nichts mehr auszusetzen. Einziges Manko: Überschlags-Szenarien und ein Schadensmodell bleiben nach wie vor Wunschtraum. Die Autohersteller hätten was dagegen, lautet die Begründung des Entwicklers. So richtig will man das allerdings nicht glauben, wenn sich die gleichen Wagen im Spiel "Need for Speed Pro Street" detailgetreu um die Leitplanke wickeln. Einen weiteren Abstrich müssen die Tuningfans unter den Prologue-Spielern machen: Technisches und optisches Pimpen ist erst für die finale Version vorgesehen. Dennoch gibt's für Gran Turismo 5 Prologue ein positives Single-Player-Resümee. Grafik, KI und Handling setzen neue Maßstäbe. Auch mit den bekannten Strecken steigen Spielspaß, Immersion und Ehrgeiz in süchtig machende Sphären.
Eigenes Museum inklusive
Jetzt noch ein Detail, das die Investition von 40 Euro bereits alleine rechtfertigt: Die Rede ist vom Online-Arcade-Modus, der von vormals acht Gegnern auf der Playstation II (GT4) auf bis zu 16 im Falle der Playstation III (GT5) erweitert wurde. Und wenn nachts um halb drei die echten Gegner ausbleiben, wird der Kader einfach durch KI-Bots aufgefüllt. Zusätzlich lassen sich online über den spieleigenen GT-TV-Sender permanent Inhalte aus den Bereichen Motorsport oder Herstellernews abrufen. Als Goodie für entspanntere Stunden bietet "Gran Turismo 5 Prologue" schließlich ein spieleigenes Museum mit spektakulären Autos, die bei GT schon an den Start gegangen sind.
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