Bekommt die Formel E Konkurrenz? Seit 2014 schreibt die erste Elektro-Formel-Rennserie der Welt Motorsport-Geschichte. 2017 will nun auch eine Elektro-Meisterschaft für GT-Fahrzeuge an den Start gehen, die Electric GT Championship (EGT). Basis der Rennwagen soll die S-Limousine des US-amerikanischen Elektrofahrzeug-Herstellers Tesla werden. Die stärkste Straßenversion des Tesla S leistet 396 KW, also umgerechnet rund 538 PS.
Tesla
Die GT-Serie wird mit Rennversionen des Tesla S ausgetragen
Geplant sind zehn Teams, die je zwei Boliden einsetzen sollen. Sieben Rennwochenenden in Europa, Asien und den USA sollen im kommenden Jahr stattfinden. Angeblich verhandeln die Veranstalter mit den Rennstrecken in Barcelona, Donington und dem Nürburgring. Ein Kalender soll noch in diesem Jahr vorgestellt werden. Ein Sprecher des Nürburgrings bestätigt gegenüber ABMS Gespräche mit der Rennserie. Die Rennwochenenden sollen aus einer 20-minütige Trainingssession, einem Qualifying über 30 Minuten sowie aus zwei 60 Kilometer langen Rennen an – eines am Tag, eines in der Dämmerung – bestehen.
Hinter dem Projekt steht neben Serienchef Mark Gemmel auch Technikchef Augustín Payá. Der Spanier ist bekannt dafür, mit alternativen Antrieben Rennen zu fahren. So fuhr er als erster Pilot mit einem rein elektrisch betriebenen Boliden bei der berühmt berüchtigten Rallye Dakar mit.
Payá ist von seinem Konzept jedenfalls überzeugt: „Wir haben das Auto bereits auf dem Formel-1-Kurs von Barcelona getestet. Das Handlings ist sensationell. Niemand konnte sich vorstellen, dass die Rennversion des Tesla auf der Rennstrecke so gut funktionieren würde.“ Als ersten namhaften Technikpartner haben die Organisatoren der Electric GT World Series jetzt einen Reifenlieferanten an Bord geholt. Die Pneus kommen vom italienischen Hersteller Pirelli, der aktuell auch die Formel 1 mit Rennreifen ausrüstet.