GTI-Special von AUTOTUNING

F├╝nf G├Âlfe vom Feinsten

Sie setzen dem GTI die Krone auf: MTM, Hohenester, Abt und Eibach haben ihre Leidenschaft f├╝r den Golf ausgelebt. VW macht mit.

Feuer & hei├č: Der GTI von Gumball

Gumball, Gumball? Mensch, da war doch was! War da nicht auf dem Highway die H├Âlle los? Stimmt! Die legend├Ąren Gumball-Rennen der 80er Jahre in den USA. Wer f├Ąhrt am schnellsten von der Ost- zur Westk├╝ste und umgekehrt? Mittlerweile laufen diese halsbrecherischen Veranstaltungen auch auf unseren vollgestopften Stra├čen. Da verwundert es kaum, da├č jetzt ausgerechnet ein Wolfsburger Unikat den legend├Ąren Namen Gumball tr├Ągt.

Vorfreude macht sich schon beim ersten Anblick des rein als Versuchstr├Ąger gedachten Gumball-GTI breit. Mit seiner Kriegsbemalung scheint dieser Golf andeuten zu wollen, da├č er einer ganz besondere Spezies angeh├Ârt. Wei├čer Lack und schwarzes Flammendesign werden mit Spezial-Chromlack (liquid silver) kombiniert. Selbst auf eine Startnummer, die wilde 13, wurde in entsprechender Lackierung nicht verzichtet. i-T├╝pfelchen sind an den hinteren Seiten- sowie an der Heckscheibe die aufgeklebten silbernen Druckkn├Âpfe in Smartie-Form. Passend dazu h├╝llt sich der Redakteur in seinen gelben Rennanzug.

Die Erwartung auf nach oben ├Âffnende Lambo-Style-Doors wird allerdings j├Ąh entt├Ąuscht. Zus├Ątzliches Gewicht durch einen aufwendigen T├╝r├Âffnungsmechanismus war beim Gumball nicht gefragt. Eher stand kompromi├čloser Leichtbau im Vordergrund. So blieb es au├čen bei B├╝gelgriffen, doch innen ist dann alles anders. Beim Entern des Innenraums, und kein Begriff trifft das Einsteigen besser, mu├č erst mal der verschwei├čte ├ťberrollk├Ąfig bezwungen werden. Hier wird das ganze Ausma├č der Modifizierungen deutlich. Nahezu das gesamte Innere wurde entfernt. Und entfernt hei├čt in diesem Fall: ersatzlos gestrichen ÔÇô auch Verkleidungen und D├Ąmmaterialien.

Erst mal in den eng anliegenden Schalensitzen mit F├╝nf-Punkt-Gurten Platz genommen, die Fangnetze an den Seitenscheiben eingehakt, wei├č der Betrachter nicht, wo er zuerst hinschauen soll: Man k├Ânnte fast von einem aufger├Ąumten Innenraum sprechen, wenn man mal von der Tatsache absieht, da├č nur noch der obere Teil des Armaturenbretts existiert und darunter das eine oder andere Kabel herunterbaumelt. Hier l├Ą├čt sich Technik pur bestaunen. Zudem k├Ânnen die Fenster auf den ersten Blick mangels Kurbel nicht runtergefahren werden, und auch die L├╝ftung scheint nicht regulierbar.

Feuer & hei├č: Der GTI von Gumball II

Die scheinbar fehlenden Bedienelemente verstecken sich allesamt hinter dem Blech am Armaturenbrett, auf dem drei Zusatzinstrumente, Notaus- und Feuerl├Âscherschalter Platz finden. An den Aluverkleidungen der T├╝ren gibt's nur einen Lederriemen zum Zuziehen und eine scharfe Drahtschlaufe zum Entriegeln. Beim Griff zur Handbremse hat man reines Gu├čmetall in den H├Ąnden. Schalthebel, Pedale und Lenkrad entstammen dem Serien-GTI, denn irgendwo hat auch der Leicht-Sinn ein Ende. Weiteres optisches Highlight: Im sogenannten Kofferraum befindet sich das Reserverad.

Au├čen geht der Leichtbau mit Hauben-Schnellverschl├╝ssen und kleinen Au├čenspiegeln, die nur von au├čen einstellbar sind, weiter. Den Heckabschlu├č bilden Klarglasr├╝ckleuchten. Und all das, bevor wir auch nur einen Meter Fahrspa├č hatten.

Die erste Ausfahrt mit dem kompromi├člos abgestimmten Gumball macht den komfortablen Serien-GTI schnell vergessen. Eine Stra├čenlage wie im Kart ÔÇô gar nicht so Golf-like. Bei dem kn├╝ppelharten Fahrwerk k├Ânnte man auf schlechten Wegen den Eindruck gewinnen, die Wolfsburger Truppe h├Ątte Federn und Sto├čd├Ąmpfer g├Ąnzlich ausgebaut oder gar vergessen. Der 234-PS-Motor geht merklich besser als das 200-PS-Aggregat im GTI. Dem Leichtbau sei Dank. Nur beim Sound hat die Mannen bei Volkswagen wohl der Mut verlassen. Hier greift man auf den Serien-Endtopf zur├╝ck. Vielleicht besser so, denn innen war er mangels Verkleidungen auch so nicht zu ├╝berh├Âren. Zur├╝ck bleibt ein Einzelst├╝ck, das leider wohl f├╝r immer ein Prototyp bleiben wird. Schade, Gumball- GTI ...

N├Ąchste Seite: Der silberne GTI aus dem Hause MTM ist voll auf Racing abgestimmt. Das f├Ąngt bei 250 PS an und h├Ârt erst bei Vollschalen, DSG-Getriebe, Sportbremse und cooler Optik auf.

Silberpfeil: Der GTI von MTM

Nat├╝rlich machten sich auch die ber├╝hmten drei Buchstaben MTM an dem neuen GTI zu schaffen. Klar, da├č MTM-Chef Mayer bei so einem Mythos nicht nur das "├╝bliche" Tuning bewilligte. "Wir wollten uns mit diesem Viert├╝rer etwas von der Konkurrenz abheben, nicht nur in Sachen Leistung", so Roland Mayer bei der ├ťbergabe des Testwagens in Wettstetten. Nun, die 250 PS reichen noch nicht ganz zum Abheben aus. Doch die Optik und das Gesamtpaket machen diesen GTI zu einem der wildesten Modelle.

Der Golf ist rein auf Racing abgestimmt. Das f├Ąngt schon beim Einsteigen an. Der Pilot nimmt auf Recaro-Vollschalensitzen Platz. Keine Lehnen- oder H├Âhenverstellung, wie praktisch! Doch dann die Ern├╝chterung. Statt der erwarteten Hosentr├Ągergurte finden wir nur die Serien-B├Ąnder. Na ja, ist man einmal in den Recaros festgesaugt, kommt Rennfeeling auf. Und noch mehr wenn man die beiden Tasten (+ und ÔÇô) am Lenkrad entdeckt. Der MTM-GTI wird also per DSG-Direktschaltgetriebe dirigiert. Geil! Hier wird hoch- und runtergeschaltet wie in der Formel 1.

Das macht sich auch bei unserer ersten Messung, den ber├╝hmten 0 bis 100 km/h, bemerkbar. Nach unglaublichen 6,2 Sekunden und zwei Schaltvorg├Ąngen hat der "Silberpfeil" die 100er-Schallmauer erreicht. Eine ganze Sekunde schneller als die Serie. Untermalt wird der Spuk durch die kernig klingende Komplett-Auspuffanlage und das Luftholen zwischen den Schaltvorg├Ąngen. Auch ein leises Turbo- Zwitschern ist zu vernehmen. Wow! Auch bei der Vmax bewegt sich die Tachonadel deutlich weiter als beim normalen GTI. 242 zu 235 km/h.

Aber der MTM-GTI hat noch mehr zu bieten. Nach der Hatz ├╝ber die Me├čstrecke und die Autobahn geht's auf eine kurvige Landstra├če. Mit dem perfekt abgestimmten KW-Gewindefahrwerk (nicht zu hart und nicht zu weich) macht der Golf aus Kurven Geraden. Man ahnt nicht, in welche Geschwindigkeitsbereiche man dabei vorst├Â├čt. Tacho 160 bis 180 werden zur Normalit├Ąt. Mit Anteil an der beherzten Fahrt haben auch die MTM-R├Ąder in 19 Zoll (in Racing-Schwarz lackiert, sehen die einfach geil aus!) und die 4-Kolben-Sportbremse an der Vorderachse. So schnell wie man auf 200 katapultiert wird, so schnell kommt man auch wieder aufs erlaubte Tempo runter! Doch Mayer ist das noch nicht genug. Derzeit l├Ąuft eine 300-PS-Version-Probe. Bericht folgt!

N├Ąchste Seite: Hohenester Sport stellt unter den Tunern mit seinem 314 PS starken Golf IV das derzeit st├Ąrkste Modell.

Schwarzbrenner: Der GTI von Hohenester

Wenn man den Motorenpapst Alfons Hohenester h├Ârt, scheinen auch 800 PS in einem Golf GTI nicht unm├Âglich. "A bisserl was geht immer. 314 PS, 330 PS sind bisher ohne Probleme machbar. Ihr werds scho sehen, da is no mehr drin", sprach Alfons mit seinem breiten Grinsen bei der Schl├╝ssel-├ťbergabe seines 314-PS-GTI in Gaimersheim. Und wer Hohenester kennt, der wei├č, da├č man da nicht nur gro├če Reden schwingt.

Na gut, mal sehen, ob die 314 PS halten, was sie versprechen. Beim Starten des 2,0-Liter-Turbo-Triebwerks ist noch nix von der Power zu h├Âren. Hmm, komisch, denn die ├änderungen am Aggregat fallen doch ziemlich umfangreich aus. Hohenester verbaute neben einem speziellen Abgaskr├╝mmer auch einen gr├Â├čer dimensionierten KKK-Turbolader. An diesem h├Ąngt eine handgefertigte Edelstahl-Sportauspuffanlage, die statt in der Serie mit zwei nur mit einem Rohr endet. Au├čerdem nahm der Tuner ├änderungen an Luft-, ├ľl- und Wasserleitungen vor. Die Ansaugung zur Ladedruckregelung sowie die Ansteuerung f├╝r das Umluftventil wurden ebenfalls angepa├čt. Na ja, das klingt schon mal ziemlich heftig. Mittlerweile haben der Motor und das ├ľl ihre Betriebstemperaturen erreicht. Auch der Sound ist nun deutlich besser.

Objektiv geht der Hohenester GTI wie die H├Âlle. Jedoch ein krasser Sprung gegen├╝ber den Konkurrenten (von 250 auf 314 PS) ist nicht zu sp├╝ren. Trotzdem, in Sachen Spurt von 0 auf 100 gibt der schwarze Brenner mit 5,7 Sekunden eine neue Bestmarke vor. In der Vmax ist mit 241 km/h nicht mehr als bei den anderen Tunern drin. "Des liegt einfach am Getriebe und an der Drehzahl. Wenn i die noch bisserl erh├Âh, l├Ąuft der locker 270, 280", meint Hohenester.

Um die Leistung auch im Zaum zu halten, verbaute er an der Vorderachse 345 Millimeter dicke Bremsscheiben (Serie 312 mm). F├╝r dezente Tieferlegung und sportliche H├Ąrte sorgt ein Sachs-Fahrwerk. Zusammen mit Hankook Ventus S1 Evo Pneus auf den 8,5 x19 Zoll gro├čen Brock-R├Ądern liegt der Golf einfach satt auf der Stra├če und durcheilt Kurven im Expre├čtempo. Lassen wir uns mal ├╝berraschen, ob Alfons Hohenester das mit den 800 PS ernst meinte. Wenn ja, werdet Ihr es von uns als Erste erfahren!

N├Ąchste Seite: F├Ąhrt man mit seinem Wolfsburger Schmuckst├╝ck bei den Br├╝dern Abt im Allg├Ąu vorbei, zaubern sie aus dem GTI ein unvergleichliches Gef├Ąhrt.

ABTsolut Power: GTI von Abt

Carbon ist im professionellen Rennsport seit Jahren DAS bew├Ąhrte Material. Es ist ultraleicht und extrem stabil ÔÇô und hat schon so manchem Piloten Haut und Haar gerettet. Das haben aber nicht nur die Top-Rennteams erkannt. Mittlerweile bem├Ąchtigt sich auch die namhafte Tunergilde dieses bi├čfesten und mittlerweile bezahlbaren Materials. Keine Ausnahme macht da die Abt-Truppe.

Logisch, da├č die Tuningjungs rund um Christian und Hans-J├╝rgen Abt auch dem Serien-GTI ihren Stempel aufdr├╝ckten, denn bekanntlich geben sich die Tuning-Profis nicht mit Hersteller-Kraftkuren zufrieden. Dem GTI wuchsen im Allg├Ąu ein paar edle Applikationen. Von der kompletten Carbon-Motorhaube ├╝ber die Frontblende der GTI-Nase bis zur knapp ├╝ber der Stra├če angebrachten Carbonlippe (die bei unserem Testwagen leider schon fehlte) verteilt sich das superleichte Material. Den kr├Ânenden Abschlu├č bildet der in die Hecksch├╝rze eingearbeitete Carbonstreifen.

Weiter best├╝ckten die ├äbte den GTI mit dezenten Optik-Highlights, die ihm eine ganz eigene Note verleihen: zum Beispiel ge├Ąnderte Front- und Hecksto├čf├Ąnger, 18 Zoll gro├če Leichtmetallr├Ąder und Seitenschweller. Wer's mag, kann das Heck noch mit einem Fl├╝gel verzieren. Damit liegt der Abt aber nicht viel besser auf der Stra├če, als er es ohnehin schon tut. Obligatorisch der Endschalld├Ąmpfer mit vier verchromten Endrohren, die sich gen├╝├člich durch die Hecksch├╝rze bohren.

Vor allem das einstellbare Fahrwerk verbessert die Stra├čenlage des Kompaktsportlers, zwingt ihn bis zu 55 Millimeter in die Hocke. Dank exakter Lenkung durchkurvt der Abt- GTI enge Passagen fahraktiver und dynamischer als der Serien-GTI. Auf der Autobahn losgelassen, merkt man den Unterschied zum 30 PS schw├Ącheren Wolfsburger Pendant. Im direkten Fahrvergleich hat man im Abt immer eine sp├╝rbare Reserve an Bord, wenn der 200-PS-GTI schon merklich am Limit agiert. Erreicht wird das Leistungsplus im 2.0-TFSI-Aggregat allein durch Modifizierungen im Motormanagement. Optisch wurde die triste Motorabdeckung mit etwas Wagenfarbe aufgefrischt.

ABTsolut Power: GTI von Abt II

Das um 30 Newtonmeter erh├Âhte Drehmoment liegt ├╝ber einem Drehzahlbereich von 2100 bis 4700 Umdrehungen an (Serie: 280 Nm bei 1800 Umdrehungen). In der H├Âchstgeschwindigkeit kitzeln die Mechaniker aus Kempten sechs km/h mehr aus dem 2,0-Liter-Aggregat. Es sorgt nun f├╝r eine Maximalgeschwindigkeit von 241 km/h. Der Sprint auf Tempo 100 wird in 7,1 Sekunden erledigt und ist damit unwesentlich schneller als das Serienmodell (7,2 Sekunden) mit Schaltgetriebe.

Auch den Innenraum haben die ├äbte ein wenig aufgearbeitet. Das Logo der Allg├Ąuer prangt auf den bequemen, guten Seitenhalt bietenden Recaro-Sportsitzen, dem Lederlenkrad und den GTI-Fu├čmatten. Die Leistungssteigerung (30 PS) allein schl├Ągt mit 1462 Euro zu Buche. Mit allem Drum und Dran kommt der GTI im Abt-Trimm auf knapp 37.700 Euro. Aber gerade mit der Haube im Carbonlook f├Ąhrt man mit ihm klar aus dem GTI-Einerlei heraus.

N├Ąchste Seite: Dieser Golf V GTI von Eibach macht in jeder Lebenslage m├Ąchtig Spa├č. Egal, ob man auf dem Weg zur Arbeit oder gerade auf der N├╝rburgring-Nordschleife unterwegs ist.

Kurven-K├╝nstler: Golf GTI von Eibach

Was haben eine gute Klinge und ein Eibach-Gewindefahrwerk gemeinsam? Richtig ÔÇô beide sind aus Edelstahl. Somit wird dem Rost keine Angriffsfl├Ąche mehr geboten. Aber das Pro-Street S der Finnentroper Fahrwerksspezialisten hat noch wesentlich mehr zu bieten als die blo├če Verwandtschaft mit Edelstahlprodukten!

Wer mit dem Projekt-Golf-V seine Kurven ziehen darf, der wird schnell merken, da├č in der ausgekl├╝gelten Fahrwerkstechnik langj├Ąhrige Erfahrungen aus dem Rallyesport, der Formel 1 und einer Vielzahl von Tourenwagenserien stecken. Das haben wir gemerkt. Ist man wie ein "anst├Ąndiger B├╝rger" unterwegs, gibt sich das Pro-Street-S-Fahrwerk sportlich-komfortabel. Sobald wir aber um die Pylonen "flogen" und uns im Grenzbereich bewegten, bot uns das Eibach-Fahrwerk stets das sichere Gef├╝hl sportlicher Straffheit.

Der Eibach GTI liegt vorn um 35 und hinten um 40 Millimeter tiefer als ein serienm├Ą├čiger Golf V GTI. Dabei hat er auch etwas mehr Power. Mit einem Chip von Wetterauer wurde dem 2,0-Liter-Turbomotor etwas auf die Spr├╝nge geholfen. Mit 245 statt 200 PS und einem Drehmoment von 375 Nm wird der Eibach-GTI auf eine Spitze von 248 km/h (Serie: 238 km/h) katapultiert. Damit man da nicht die Bodenhaftung verliert, wurden den 8x19-Z├Âllern von BBS Yokohama-Parada-Reifen in 225/35 aufgezogen, die speziell f├╝r den Tuningbereich entwickelt wurden.

F├╝r den sportlichen Klang sorgt im Golf V GTI eine Remus-Auspuffanlage. Materialien wie Carbon, Edelstahl und Titan liefern feinste Ger├Ąusche an des Fahrers Ohren. Das Zusammenspiel all dieser Komponenten lie├č uns auf kurvigen Autobahnen stets ganz vorn mitmischen. Jetzt sind wir s├╝chtig!

Autoren: , Sebastian Schulz,

Stichworte:

Gumball 3000

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