Handy am Steuer in Italien: Tausende Führerscheine weg
Hartes Durchgreifen gegen Handy-Tipper in Italien zeigt Wirkung

Smartphone am Steuer? In Italien wird's richtig teuer – und der Führerschein ist schneller weg als das Netz.
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Italien macht Ernst: Seit Ende 2024 gelten im Land der schnellen Autos und engen Gassen neue, deutlich strengere Strafen für alle, die während der Fahrt am Handy hängen.
Und die ersten Zahlen sprechen eine klare Sprache: Fast 9000 Führerscheine wurden innerhalb von nur drei Monaten entzogen. Klare Botschaft der Regierung: Wer am Steuer textet oder telefoniert, muss passen.
Führerscheinentzug schon beim Erstverstoß
Am 14. Dezember 2024 traten die neuen Regeln in Kraft. Seitdem verloren laut Innenministerium exakt 8912 Autofahrer ihre Fahrerlaubnis allein wegen unerlaubter Handy-Nutzung am Steuer. Insgesamt wurden in nur drei Monaten 17.607 Führerscheine einkassiert, fast jeder zweite Fall hatte mit der Smartphone-Nutzung zu tun.
Die Strafen sind hart: Wer beim ersten Mal erwischt wird, dem drohen zwei Wochen bis zwei Monate Fahrverbot und ein Bußgeld von 250 bis 1000 Euro. Wiederholungstäter zahlen bis zu 1400 Euro und müssen mit einem Fahrverbot von bis zu drei Monaten rechnen.
100 Führerscheine – pro Tag!
Rein rechnerisch sind damit jeden Tag rund 100 Italiener ihren Führerschein los – eine drastische Zahl, die laut Innenministerium aber erste Erfolge zeigt.
So sei die Zahl der Verkehrstoten um 20 Prozent, die der Verletzten um 8,8 Prozent und die der Unfälle insgesamt um 5,5 Prozent gesunken – allein in den ersten drei Monaten nach Inkrafttreten der neuen Regeln. Die Behörde schätzt: 61 Menschenleben konnten dadurch bereits gerettet werden.
Polizei wehrt sich gegen Kritik
Das Vorgehen der Behörden ruft auch Kritiker auf den Plan. Von "Abzocke" und "Jagd auf Autofahrer" ist die Rede. Doch das Innenministerium winkt ab: Die Regeln seien klar, die Kontrollen konsequent, aber nicht willkürlich.
Andere Verkehrsverstöße hätten im Vergleich zum Vorjahr nicht zugenommen – ein Zeichen für gezielte Maßnahmen gegen die wohl größte Unfallursache unserer Zeit: Ablenkung durch Handys.
Vorbild für Deutschland?
Auch in Deutschland ist das Handy am Steuer ein Dauerproblem. Viele fordern schärfere Regeln und digitale Überwachung wie den neuen Handy-Blitzer. Die Umfrage-Mehrheit ist sich einig: Auch bei uns sollte härter durchgegriffen werden.
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