Wegen der weltweiten Autokrise platzen Deutschlands Häfen aus allen Nähten. Allein in Bremerhaven stehen derzeit 90.000 Neuwagen auf Halde, weil die Abnehmer fehlen. Ihr Gesamtwert liegt bei über zwei Milliarden Euro. "Wir mieten jede freie Fläche und stellen Autos hinein", sagt Detthold Aden, Vorstandschef des Hafenunternehmens BLG Logistics. Normalerweise sind in Bremerhaven gut ein Drittel weniger Fahrzeuge für den Im- und Export geparkt. Auch im Inland bricht die Nachfrage massiv ein: Im November wurden 233.772 Neuwagen zugelassen, das entspricht einem Rückgang von 17,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Betroffen sind von der Krise fast alle Hersteller – von Smart (minus 45,7 Prozent) über Opel (35,9) bis Porsche (21,4). Gegen den Trend entwickelten sich allerdings Hyundai (plus 74,5 Prozent) und Lancia (119,4). Der Gebrauchtwagenmarkt kann von der Krise übrigens nicht profitieren – er ging um 11,4 Prozent zurück. Der Blick in die Zukunft tröstet da wenig. Die Prognose vom Verband der Automobilindustrie (VDA): 2009 wird noch schlimmer. Der Verband rechnet damit, dass im kommenden Jahr nur noch 2,9 Millionen Neuwagen verkauft werden. Dies wäre der schlechteste Wert seit der Wiedervereinigung. VDA-Chef Matthias Wissmann warnt: "Die Krise wird auch Auswirkungen auf die Beschäftigung haben."