Alle lieben Hecksitzgruppen! Am besten rund und groß sollen sie sein, mindestens aber in U-Form, und tolle Aussicht nach draußen durch rundum platzierte Fenster bieten. Warum es so was nicht viel öfter gibt? Na, wegen des Stauraums!
Hinten laden die meisten Reisemobilisten eben gern das bisschen mehr rein. Und wenn da eine Sitzgruppe steht, wird's kniffelig. Also zumindest in Teilintegrierten und Integrierten. Im Kastenwagen wäre so eine Hecksitzgruppe jedoch ideal, da man diesen Raum ja sonst nur zum Schlafen nutzt. Und Fahrräder oder anderes großes Gepäck muss man eh draußen transportieren, sonst könnte man ja die für den Transport aufgestellten Betten gar nicht aufbauen.
Als mobiles Büro oder alternativer Essplatz taugt das Cockpit, wenn die Betten mal aufgebaut bleiben.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Außerdem würde dann die ohnehin meist ungenutzte, weil unbequeme, Sitzbank der Halbdinette entfallen. Und der gewonnene Raum ließe sich beispielsweise dem Badezimmer zuschlagen. Hm, ein "no-brainer" also? Das mögen sie sich vielleicht bei Hobby gedacht haben – und stellten dem Einzelbettenmodell Maxia Van 680 ET diese interessante Alternative an die Seite.

Das ist der Hobby Maxia Van 680 DT

Der "Alles-in-einem-Van" von Hobby – Arbeitszimmer, Freizeitlounge oder rollendes Schlafgemach, alles unter einem Dach. Was jetzt vielleicht wie ein Do-it-yourself-Ausbau klingt, ist, im Gegenteil, gut durchdacht und auskonstruiert und absolut kein Schnellschuss.
Der Maxia Van bietet eine gemütliche Atmosphäre und massig Platz.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Kernstück der Einrichtung bildet eine Sitzgruppe im Heck, die aus zwei gegenüberliegenden Bänken besteht. So wird das Schlaf- zum Wohnzimmer mit kuscheliger Atmosphäre. Der etwas knappe Tisch erfüllt eine Doppelfunktion, denn er kann dank einer Halterung hinterm Fahrerhaus auch als Frühstücks- oder Bürotisch genutzt werden. Als Sitzgelegenheit dienen die drehbaren Sitze von Fahrer und Beifahrer. Und die übliche Seitendinette direkt hinter Fahrer und Beifahrer macht Platz für einen Kleiderschrank – praktisch.
Motorisierung
2.0 TDI Blue Motion 180 
Leistung
130 kW (177 PS) bei 3600/min 
Hubraum
1968 cm3 
Drehmoment
410 Nm bei 1300/min 
Höchstgeschwindigkeit
165 km/h 
Getriebe/Antrieb
Achtstufenautomatik/Vorderrad 
Tankinhalt/Kraftstoffsorte
75 l/Diesel + 18 l AdBlue 
Länge/Breite/Höhe
6836/2040/2858 mm 
Masse fahrbereit/Zuladung
ca. 3234/266 kg 
Anhängelast (gebremst/ungebremst)
2500/750 kg 
Grundpreis/Testwagenpreis
69.750 Euro / 72.066 Euro 
Bei aller Besonderheit im Detail: einen durch und durch praxisgerechten Ausbau. Das fängt bei der geräumigen, gemütlichen Sitzgruppe im Heck an. Ihre Rücklehnen sind so verstellbar, dass man bequem sitzen kann. Und wenn man sich zur Ruhe betten möchte, bereitet auch der Bettenbau keine Probleme. Im Gegenteil, dieser Vorgang ist in 20 Sekunden bequem erledigt. Und falls Sie meinen, so eine Sitzbank als Umbaubett sei nicht bequem: Das ist im Hobby absolut nicht der Fall! Denn es gibt bequeme Matratzen mit Topper in Bezügen, die sich tagsüber als Kissen nutzen lassen. Diese Topper sind perfekt bemaßt, sodass kein nerviges Bettbeziehen mit Spannbetttuch nötig ist. Untenrum sorgen Lattenroste für die nötige Spannung.
Das riesige Doppelbett überrascht mit sehr komfortablen Matratzen.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Nicht so toll finden wir den Klemmhalter fürs zentrale Tischbein, der sich störrisch beim Entriegeln beziehungsweise Aufschrauben zeigt. Da müsste eine leichtere Stecklösung her. Auch mit den Gewichten ist das so eine Sache: Der gut ausgestattete Testwagen bietet gerade mal 266 Kilogramm Zuladung.

Maximaler Stauraum auf minimalem Raum

Positiv fällt auf, dass alle Flächen, die sich anbieten, auch zum Verstauen genutzt werden können. Die Dieseltherme sorgt dafür, dass der Gasvorrat auf eine kleine Flasche schrumpfen kann. Der gewonnene Platz kommt Bad und Schrank zugute, auch in der Küche geht es alles andere als eng zu. Sogar das Angebot an Arbeitsfläche kann sich dort sehen lassen. Überhaupt ist die Küche mit Stauraum, Gewürzregal, Handtuchhäkchen, Schubladen et cetera praxisgerecht ausgestattet.
Der Thule-Heckträger kostet 645 Euro und ist bei dem Grundriss sehr praktisch.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Mit dem VW Crafter als Basis fährt der Maxia Van absolut spitze. Vor allem auf längeren Strecken punktet er mit seinem langen Radstand dank großer Laufruhe und Power. Auch die Versorgung mit modernen Assistenten ist top.

Fazit

Uns hat das Konzept abseits des Mainstreams sehr gut gefallen. Als Fahr-, Lade- und Feier-Fahrzeug erfüllt der Maxia gleich mehrere Wünsche auf einmal. Größtes Manko ist die bei guter Ausstattung geringe Zuladung, eine Auflastung ist fast unumgänglich.