Ein Kofferraum mit einem integrierten Campingtisch, ein gigantisch großes Glasdach für viel Licht im Innenraum und dann noch ein beeindruckend laufruhiger Dieselmotor: Der Honda CR-V war zu Beginn seiner Laufbahn 1996 eine echte Ausnahmeerscheinung. Und nun? Ein Allerweltstyp ist das Kompakt-SUV von Honda geworden, eines von vielen.
Der CR-V ist ein wahrer Raumriese
Groß und stark: Der CR-V verpackt reichlich Gepäck und steckt eine halbe Tonne Zuladung weg.
Bild: Roman Raetzke / AUTO BILD
Wobei: Das ist ganz und gar nicht negativ gemeint. Denn wie die meisten seiner Mitbewerber interpretiert er das moderne SUV auf angenehm vernünftige Art. Ein sparsamer Diesel mit 160 PS, der zum Facelift nach Downsizing-Rezept auf Zwergen-Hubraum geschrumpft ist, arbeitet mit einer wachen Automatik (nun neun Stufen!) zusammen. Dazu sollen moderne Assistenzsysteme helfen, unfallfrei zu fahren. Außerdem vertraut der Honda auf SUV-typische Anlagen: Der CR-V ist zum Beispiel ein wahrer Raumriese, fasst viel Gepäck und steckt eine halbe Tonne Zuladung weg. Ach ja, anständig vernetzt ist er natürlich auch. Den bis hierhin positiven Eindruck verstärkt der Japaner noch durch ganz eigene Spezialitäten. Die flachen Seitenschweller erleichtern das Einsteigen ungemein, die Rückbank ist flott und selbsterklärend zusammengefaltet, enorm große Außenspiegel helfen beim Rangieren.
Ungeschmeidig: Selbst auf vermeintlich glatten Straßen dringt im CR-V ein ständiges Zittern nach innen.
Bild: Roman Raetzke / AUTO BILD
Alles schön und gut bis hierhin – beim Fahren allerdings lässt er noch Raum für Verbesserungen. Ein 32.590 Euro teures SUV mit einem 350 Newtonmeter-Powerdiesel unter der Haube sollte souveräner unterwegs sein. Und nicht so bockig federn. Selbst auf vermeintlich glatten Straßenoberflächen durchzieht ein stetiges Beben den Innenraum, kurzhubig reagiert die Federung auf Bodenwellen. Die 160 PS des 1.6i-DTEC müssen sich zuweilen ordentlich abmühen, den 1,7-Tonnen-Trumm im Fluss zu halten. Trotz (oder gerade wegen) der neun Fahrstufen entsteht das Gefühl, in jeder Situation im falschen Gang zu sein. Zu oft geht die Automatik beim Rollenlassen in eine spritsparende "Ruheposition" – legt hier einen möglichst großen Gang ein. Auch ein Nachteil: Die müde Start-Stopp-Automatik in Verbindung mit einem träge einrückenden Anfahrgang vereitelt jegliche Spritzigkeit beim Ampelstart.
Aber dann wird es zum Schluss wieder versöhnlich: Der CR-V knausert an der Tanke! 6,5 Liter auf unserer Testrunde – keine Ausnahmeerscheinung, aber völlig in Ordnung.
Anlagen, Ausstattungsniveau und Eckdaten verheißen ein zeitgemäßes SUV. Der Downsizing-Dieselmotor mit nur 1,6 Liter Hubraum ebenfalls. Allerdings ist das Fahrwerk zu straff, federt zu bockig. Und auch die Neunstufenautomatik hat uns nicht begeistert.