Der aktuelle Honda Jazz nähert sich seinem Verfallsdatum. Die fünfte Generation steht seit 2020 im Showroom. In China ist man bereits einen Schritt weiter: Dort hat das Joint Venture GAC Honda die nächste Generation auf den Markt gebracht. Gut möglich, dass diese Version später auch den Weg nach Europa findet.

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Bevor Sie sich wundern: Der Jazz heißt in weiten Teilen Asiens – auch in China – Fit.

Keine Kulleraugen mehr

Optisch bricht die neue Generation des Kleinwagens mit einem zentralen Markenzeichen: dem Kulleraugenlook. Die Scheinwerfer sind nun zweigeteilt, die Lichtsignatur schrumpft zu einem schmalen Schlitz, das Abblendlicht sitzt separat darunter. Das wirkt deutlich futuristischer als zuvor, nimmt dem kleinen Honda aber auch ein typisches Attribut.
Gelber Honda Fit steht auf einem Platz, zwei Personen gehen daneben.
Das Design der Frontschürze erinnert etwas an Toyota – das trägt der Jazz allerdings bereits auch bei uns in leicht veränderter Form.
Bild: GAC Honda
Ein weiteres bekanntes Element ist ebenfalls verschwunden: die vergleichsweise steil abfallende Motorhaube der Vorgängergenerationen. Beim neuen Honda Fit verläuft sie nahezu waagerecht. Vom klassischen Kühlergrill bleibt nur noch ein schmaler Belüftungsschlitz.

Die bekannten Rücklichter bleiben

Am Heck muss man zweimal hinschauen, um die Änderungen zu erkennen. Die großen Rückleuchten wirken auf den ersten Blick unangetastet, doch die Karosserie wurde leicht überarbeitet.
Blauer Honda Fit steht schräg von hinten vor neutralem Studiohintergrund.
Mit 4,17 Metern ist der Fit acht Zentimeter länger als unser aktueller Jazz.
Bild: GAC Honda
Die Kofferraumklappe ist nun optisch klarer abgesetzt, links und rechts wird sie von markanten Kanten flankiert. Zudem steht die neu gestaltete Schürze weiter hervor, wodurch eine Stufe entsteht – ein Detail, das beim Beladen stören könnte.

Mit VTEC-Motor und 123 PS

Motorseitig bleibt der Fit konventionell. Unter der neu gestalteten Haube arbeitet ein 1,5-Liter-VTEC mit 123 PS und 145 Nm. Geschaltet wird ausschließlich automatisch. In Europa ist der Jazz aktuell nur noch als Vollhybrid mit 107 PS erhältlich.

Wenig Änderungen im Innenraum

Im Innenraum fallen die Änderungen überschaubar aus. Auffällig ist das neue Lenkrad: Sämtliche Tasten sitzen nun auf der linken Seite, darunter wurde eine zusätzliche Tastenreihe platziert.
Innenraum des Honda Fit mit zentralem Touchscreen und digitalem Cockpit.
Ungewöhnlich: Es bleibt beim guten alten Wahlhebel für die Fahrstufen.
Bild: GAC Honda
Der zentrale Touchscreen wächst auf 10,1 Zoll, beim aktuellen Jazz sind es neun Zoll. Dafür entfallen die separate Lautstärkeregelung und die Schnellwahltasten auf der linken Seite. Unverändert bleibt das digitale Cockpit mit sieben Zoll Bildschirmdiagonale.

Limitiert und unter 10.000 Euro

GAC Honda gibt an, dass der neue Fit auf 3000 Exemplare limitiert ist. Der Preis wirkt aus deutscher Sicht fast surreal: Umgerechnet rund 8235 Euro (66.800 Yuan) kostet der Kleinwagen. Zum Vergleich: In Deutschland verlangt Honda für den Jazz mindestens 25.900 Euro.
Fairerweise muss man jedoch anmerken, dass der Fit in China weitgehend auf Assistenzsysteme verzichtet. Selbst auf Annehmlichkeiten wie eine serienmäßige Rückfahrkamera müssen Käufer dort verzichten.
Der neue Fit könnte ein Ausblick auf den nächsten Jazz sein – wenn auch eher als Facelift denn als komplett neue Generation. Genau darin liegt die Gefahr: Optisch könnte der Kleinwagen in der Masse untergehen. Wünschenswert wäre, dass Honda stattdessen auf die anhaltende Retrowelle setzt und seine typischen Merkmale zeitgemäß neu interpretiert.