Honda-Roboter Asimo
Treffen mit Asimo

Honda tüftelt seit 1986 an Robotern. Die jüngste Entwicklungsstufe ist Asimo. autobild.de-Autor Stephan Bähnisch ging auf Tuchfühlung mit dem modernsten humanoiden Roboter der Welt.
- Stephan Bähnisch
Nicht etwa der neue Honda Jazz Hybrid ist der Star bei den Honda-Testtagen im neuen Entwicklungszentrum in Erlensee. Ein 1,30 Meter kleiner Kerl stiehlt ihm die Show. Denn Asimo ist zu Gast auf der Veranstaltung und gewinnt die Herzen der Anwesenden schneller als ein Hundewelpe. Das liegt zum einen an seiner symphatischen Erscheinung, denn der Roboter bedient massiv das Kindchenschema. Und andererseits ist es faszinierend zu sehen, was Asimo alles kann. Sobald er den Raum betritt, kommt Begeisterung auf. Erstaunlich behende bewegt er sich durch den Raum auf mich zu. Ich habe einen Kaffee bestellt, was er mit den Worten "I'm going to the bar" ("Ich gehe zur Bar") beantwortet. Dann marschiert er los und bekommt von einem seiner menschlichen Helfer ein Tablett gereicht. Dann dreht er sich um und bringt es an den Tisch, um es ganz vorsichtig abzustellen. Anschließend verbeugt er sich mit einem Kotau – schließlich ist er ein höflicher Japaner. Derzeit beherrscht Asimo etwa 50 unterschiedliche Rufe und Grußworte und versteht 30 verschiedene Befehle, auf die er entsprechend reagiert. Ein wirkliches Gespräch ist (noch) nicht möglich.
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Robot Director Serge Delhoux zeigt mir, dass Asimo noch viel mehr kann. Er lässt ihn Treppen steigen. Vorher bekomme ich den Hinweis, nicht in den Schritt des Roboters zu schauen. Denn dort sitzen Laser, damit Asimo Höhe und Länge der Treppenstufen errechnen kann. Und die sind gefährlich für die Augen. Asimo stapft relativ zügig nach oben, macht eine Drehung nach links und bewegt sich zum Rand der Plattform. Dann steigt er wieder nach unten. 34 Stellmotoren und zahlose Gelenke sorgen dafür, dass der Roboter das kann. Dazu kommen Kameras im Kopf und verschiedene Sensoren. Spätestens hier hat Asimo einiges gemeinsam mit den Helfern im Auto. Seine Infrarotsensoren basieren auf der gleichen Technik, die auch beim Notbremsassistenten im Accord arbeitet. Dass Asimo nicht umfällt und umherschlingert wie seine Vorgänger, ist einer Regeltechnik zu verdanken, die auch beim ESP (bei Honda VSA) eingesetzt wird.
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Asimo serviert Kaffee. Das Tablett muss ihm allerdings (noch) ein Helfer reichen.
Ich soll ihm die Hand geben. "Let's shake hands", sagt Asimo. Das ist eine komplizierte Angelegenheit. Wenn man die Hand nicht so nimmt, wie es Asimo erwartet, funktionieren seine Sensoren nicht richtig. Serge Delhoux zeigt mir, wie es richtig geht. Drückt man oder zieht man an der Hand, zieht der Roboter sie mit einem Geräusch der Ablehnung zurück. Das lässt ihn noch menschlicher wirken. Danach verbeugen wir uns noch einmal und Asimo marschiert hinter seinen schwarzen Vorhang zurück. Die Lithium-Ionen-Batterie, die er wie einen Rücksack auf dem Rücken trägt, muss aufgeladen werden. Derzeit hat sie Saft für etwa 45 Minuten. In zehn bis 15 Jahren will Honda die ersten Asimo fertig entwickelt haben. Sie sollen alten Menschen bei der Bewältigung des Alltags helfen.
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