1963 war ein besonderes Jahr für die Marke Honda – bis dahin hatte der japanische Hersteller keine Autos gebaut, ausschließlich Motorräder. Nun ging das erste, eigens entwickelte Automobil in Produktion: Der S500 war nicht etwa ein biederes Kompaktmodell, sondern ein Roadster, mit dem Honda Aufsehen erregen wollte.
Insofern sollte zum 50-jährigen Bestehen der Honda Motor Company im Jahr 1998 wieder ein offener Sportwagen her: der S2000. Mit der Studie SSM hatte der Hersteller bereits drei Jahre zuvor seine Vision eines modernen Sportwagens gezeigt. Das Serienmodell übernahm nun zentrale Elemente des SSM, darunter das Hochdrehzahl-Konzept und ein digitales Kombiinstrument im stark fahrerorientierten Cockpit
Honda S2000
Das Cockpit beschränkt sich auf das Nötigste.

Honda S2000 mit hochdrehendem Motor

1999 ging der Honda S2000 in Produktion. Sein 2,0-Liter-Motor leistete 240 PS – als Sauger! Um die hohen Drehzahlen von bis zu 9000 Umdrehungen zu realisieren, legte Honda den Antrieb kurzhubig aus, sodass die Kurbelwelle kurz und damit besonders stabil blieb. Der Vierzylinder verfügt außerdem über Hondas System zur variablen Ventilsteuerung "VTEC".
Hinweis
Mazda MX-5 Roadster bis zu 6709 Euro günstiger auf carwow.de 
Was kann das VTEC-System? Bei ungefähr 6000 Umdrehungen verlängert die Motorelektronik die Ein- und Auslasszeiten der Ventile, sodass mehr Luft in den Zylinder strömen kann. Zusammen mit einer größeren Einspritzmenge entsteht dann – nur bei Bedarf – mehr Leistung. Unter Last sprintet der S2000 so in 6,2 Sekunden auf Tempo 100 und fährt bis zu 240 Stundenkilometer Spitze. Das kompakte Aggregat gewann in den Jahren 2000 bis 2004 den "International Engine of the Year Award" in seiner Hubraum-Klasse. Im Gegensatz zur SSM-Studie, in der ein Automatikgetriebe verbaut war, bot Honda den S2000 ausschließlich mit Handschaltung an. 
Honda S2000
Die Anzeigen zitieren die Instrumente des Formel-1-Autos McLaren MP4/5, für das Honda den Antrieb lieferte.
Nach einem Facelift im Jahr 2004, im Zuge dessen unter anderem Fahrwerk, Front- und Heckdesign überarbeitet wurden, lief die Produktion des S2000 Mitte 2009 aus. In Deutschland wurden in den zehn Jahren Bauzeit lediglich rund 4500 Exemplare verkauft, 1813 Stück waren am 1. Januar 2021 noch zugelassen. International wurden über 110.000 Exemplare abgesetzt, davon mehr als die Hälfte in den USA. Letzteres ist – angesichts der Handschaltung im S2000 – durchaus als Erfolg zu werten. Zur Legende machten den Roadster neben dem puristischen Fahrerlebnis auch mehrere Auftritte in den Filmen der "Fast and Furious"-Reihe, in denen der Honda von den Charakteren Suki und Johnny Tran gefahren wird.

Wie teuer sind gebrauchte Honda S2000 heute?

Wer heute einen gebrauchten Honda S2000 sucht, der sollte wenigstens 15.000 Euro einplanen, für Exemplare mit rund 100.000 Kilometer Laufleistung werden mindestens 20.000 Euro fällig. Im Jahr 2002 kostete ein S2000 als Neuwagen 35.000 Euro.

Von

Jonas Uhlig