Wir haben uns schon oft gefragt, wie die Wohnmobil-Hersteller eigentlich auf ihre Modellbezeichnungen kommen. Okay, manchmal sind es nur kryptische Zahlen- und Buchstabenkombinationen. Aber einige Entwickler lassen bei der Namensgebung ihrer Kreativität freien Lauf. So entstand bei Hymer bereits in den Achtzigerjahren die Baureihe mit dem verwegenen Namen Tramp. Das ist Englisch und bedeutet so viel wie "Herumtreiber" – so einer, wie ihn Filmgenie Charlie Chaplin 1915 umwerfend verkörperte. Also etwa das Gegenteil von dem, was der Hymer, den wir auf dem Ostsee-Strandparkplatz Heidkate bei Kiel fotografieren, ausstrahlt.

Äußerlich etwas fade, aber innen modern gestaltet

Hymer Tramp S 695
Jeder Zentimeter wird clever genutzt. Auch der Raum zwischen Panoramadachhaube und Fahrerhaus.
Bild: intern / AUTO BILD
Das ist er: Der Einstieg in die gehobenen Klassen der Hymer-Welt. Einstieg bedeutet dabei, dass das Tramp-Konzept unkompliziert ist. Zur Auswahl stehen drei unterschiedliche Grundrisse mit gleicher Länge und nur leicht variierender Serienausstattung. Gehoben, weil alle Tramp S mit einem Stern auf dem Kühlergrill fahren. Äußerlich wirkt unser Testwagen allerdings etwas fade: weißer Triebkopf, weißer Aufbau. Umso mehr freuen wir uns über das gemütlich gestaltete Interieur: Oberflächen in warmen Holztönen, mattes Weiß und dunkler, strukturierter Polsterstoff – so geht modernes Design im Wohnmobil!

Unser Testwagen hat Extras für knapp 22.000 Euro an Bord

Hymer Tramp S 695
Luxus auf Langstrecken. Die Sitzfläche lässt sich für mehr Auflage verlängern.
Bild: Pat Schneidermann / AUTO BILD
Das hat er: Eine ganz ordentliche Serienausstattung, mit der der Tramp S von Camperseite aus fast reisetauglich ist. Dazu gehören unter anderem Fahrer- und Beifahrerairbag, Seitenwindassistent, beheizte Wasser- und Abwassertanks, 152-Liter-Kühlschrank sowie die große Dieseltherme Truma Combi 6. Die Markise steht mit 1495 Euro in der Preisliste, Fliegenschutzrollos, Verdunklung, Panoramadach, Ambientebeleuchtung und zweite Garagenklappe verschlingen weitere 3370 Euro (Komfort-Plus-Paket 2, Wohnkomfort-Paket). Insgesamt sind in unserem Testwagen Extras für knapp 22.000 Euro verbaut. Dabei schlagen auch die Mercedes-Optionen ganz schön zu Buche. Allein das Fahrassistenz-Paket Plus samt MBUX, Rückfahrkamera, Abstandsassistent und Automatikgetriebe treibt den Preis um 6890 Euro nach oben. Und leider auch das Gewicht. Mit nur 346 Kilo Zuladung lohnt sich in jedem Fall die Auflastung.
So fährt er: Die geräuscharme Kulisse während der Fahrt beweist: Hier stimmt die Qualität! Nur das Panoramadach sorgt für leises Rauschen. Die perfekt abgestimmte Automatik und der zugstarke 177-PS-Diesel (3380 Euro) machen aus dem 7,39 Meter langen Wohnmobil einen großartigen Reisegefährten.

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Hymer Tramp S 695
Hymer Tramp S 695
Hymer Tramp S 695
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Hymer Tramp S 695 im Wohnmobil-Test
Fazit: Der Tramp S ist hübsch, fährt sich super, wirkt hochwertig und ist durchdacht. Mehr kann man sich von einem Teilintegrierten nicht wünschen. Noch ein wenig mehr Serienausstattung, vor allem beim Sprinter, wäre für einen Einsteiger schön. Ein bisschen weniger auf der Waage auch.