Hyundai Bayon 1.0 T-GDI DCT Facelift: Test
Der frische Bayon fährt gut und macht das Beste aus seinen Dimensionen

Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Surr, Summ, Schwupp – liest sich angenehm, oder? Dann passt es ja. Denn genau so fühlt sich der Hyundai Bayon 1.0 T-GDi an. Sein Motor werkelt surrend sanft, der Geräuschpegel ist summend dezent.
Die Gänge schwuppen automatisch-unmerklich rein, Lenkbefehle gleiten von den Fingerspitzen ins Auto – das kleine SUV fließt nur so durch den Alltag. Unauffällig, unaufgeregt – einfach angenehm.
Im Testwagen-Trimm nicht mehr so günstig
Doch der Reihe nach. Der erste positive Aspekt beim Bayon ist nämlich sein Grundkonzept. Nur 4,18 Meter kurz, knappe Überhänge, kompakte Proportionen, dazu Frontantrieb und ein recht konventioneller Dreizylinder-Benzinmotor (mit Aufladung durch Abgasturbo). Am Ende vermischt zu einem vernünftig dimensionierten und günstigen Konzept.

Der Hyundai Bayon 1.0 T-GDI ist ab 22.900 Euro zu haben. Der Testwagen in der besten Ausstattung bringt es auf 29.600 Euro.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Leider nimmt unser Testwagen das mit dem Günstig-Sein nicht so genau. Er fährt nämlich mit Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe und in der besten Ausstattungslinie Prime vor, kostet so statt 22.900 Euro Grundpreis fast 30.000 Euro.
Fahrzeugdaten
Modell | Hyundai Bayon 1.0 T-GDI DCT |
|---|---|
Motor Bauart/Zylinder | Dreizylinder, Turbo |
Einbaulage | vorn quer |
Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/2 |
Nockenwellenantrieb | Kette |
Hubraum | 998 cm³ |
kW (PS) bei 1/min | 74 (100)/6000 |
Nm bei 1/min | 200/2000 |
Vmax | 176 km/h |
Getriebe | Siebengang-Doppelkupplung |
Antrieb | Vorderradantrieb |
Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben |
Testwagenbereifung | 205/55 R 17 V |
Reifentyp | Continental EcoContact 6 |
Radgröße | 6,5 x 17" |
Abgas CO2 | 125 g/km |
Verbrauch* | 5,5 l |
Tankinhalt | 40 l |
Kraftstoffsorte | Super |
Ottopartikelfilter | Serie |
Vorbeifahrgeräusch | 68 dB(A) |
Anhängelast gebr./ungebr. | 910/450 kg |
Stützlast | 75 kg |
Kofferraumvolumen | 411–1205 l |
Länge/Breite/Höhe | 4180/1775–2040**/1500 mm |
Radstand | 2580 mm |
Grundpreis*** | 27.000 Euro |
Testwagenpreis (wird gewertet) | 29.600 Euro |
Immerhin: Sitzheizung, Klimaautomatik, Rückfahrkamera, Temporegelung und schlüsselloser Zugang sind genauso an Bord wie Fahrassistenz mit Abbiegeüberwachung und LED-Scheinwerfer. Schade: Die Sprachsteuerung lässt sich nicht per "Stimmbefehl" wecken, und Apple CarPlay mag sich nicht ohne Kabelverbindung ins Display beamen.

Cockpit des Bayon mit dezenter blauer Hintergrundbeleuchtung. In unserem Testwagen ist alles Wichtige und Wünschenswerte an Bord.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Fassen wir es aber letztlich so zusammen: Alles Wichtige ist an Bord, die Konnektivitätstechnik ist rundum brauchbar und somit Grund genug für den höheren Preis. Außerdem verspricht Hyundai jedem Bayon per Garantie seine typischen fünf Jahre Mängelfreiheit – ist ja auch was wert.
Sportlichkeit ist dem Bayon fremd
Auch sonst bietet der kleine Bayon passables Können. Er liefert zumindest bis Autobahn-Richtgeschwindigkeit ordentliche Beschleunigungs- und Durchzugswerte, lässt sich dank standfester Bremsen durchschnittlich gut verzögern und wird auch bei schnellerer Fahrt nicht zu durstig – wir haben auf unserer eigenen Testrunde 6,7 Liter Super auf 100 Kilometer ermittelt. Wer ihn gaaaanz sachte durch die Gegend trägt, wird mit einer Fünf vor dem Komma belohnt.

Ganz ordentlich: Bis Tempo 130 ist dem Bayon nichts vorzuwerfen. Darüber wird's allerdings zäh und der Motor deutlich vernehmbar.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Allenfalls im letzten Gang sollte der Bayon jedoch nachdrücklicher zulegen, ab Tempo 130 auf der Autobahn wirkt er auch unter Kick-down arg lustlos. Der Motor dürfte zudem unter Last und bei hohen Drehzahlen gerne ebenso dezent laufen wie unter zartem Gasfuß, untermalt vom knurrigen Grundton der Maschine machen schnelle Linksspur-Fahrten so keinen Riesenspaß.
Messwerte
Modell | Hyundai Bayon 1.0 T-GDI DCT |
|---|---|
Beschleunigung | |
0–50 km/h | 4,2 s |
0–100 km/h | 12,1 s |
0–130 km/h | 20,8 s |
0–160 km/h | 41,6 s |
Zwischenspurt | |
60–100 km/h | 6,8 s |
80–120 km/h | 9,1 s |
Leergewicht/Zuladung | 1237/423 kg |
Gewichtsverteilung v./h. | 62/38 % |
Wendekreis links/rechts | 11,0/11,0 m |
Sitzhöhe | 585 mm |
Bremsweg | |
aus 100 km/h kalt | 35,8 m |
aus 100 km/h warm | 35,6 m |
Innengeräusch | |
bei 50 km/h | 59 dB(A) |
bei 100 km/h | 67 dB(A) |
bei 130 km/h | 70 dB(A) |
bei 160 km/h | 73 dB(A) |
Verbrauch | |
Sparverbrauch | 5,2 l S/100 km |
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde (Abweichung zur WLTP-Angabe) | 6,7 l S/100 km (+22 %) |
Sportverbrauch | 8,5 l S/100 km |
CO2 (Testverbrauch) | 159 g/km |
Reichweite (Testverbrauch) | 595 km |
Der Bayon mit seinen 17 Zoll großen Rädern der Testwagen-Linie rollt auf geflickten Straßenoberflächen zwar staksig-spröde ab, doch die Federung arbeitet (bis auf lustloses Ansprechen auf kleine Unebenheiten) schön universell, hält Reserven für derbe Bodenwellen bereit.
Auch der Sitzkomfort stimmt – trotz liebloser Ausformung der Seitenwangen (keine Rahmen, nur geschäumtes Material). Man fühlt sich letztlich dank strammer Unterlage bequem getragen und selbst im Lehnenbereich seitlich stark genug geführt.
Wertung Hyundai Bayon 1.0 T-GDI DCT
Kategorie | Bewertung / Beschreibung | Punkte |
|---|---|---|
Karosserie | Schlichte Kunststoffe, dennoch wohnliches Ambiente. Kofferraum klein, Anhängelast schwach. | 3,5 / 5 |
Antrieb | Kann sparsam, kann leise, kann spritzig. Bei höherem Tempo hörbar angestrengt. | 3,5 / 5 |
Fahrdynamik | Leichtes Fahrgefühl, ordentliche Bremsen, sicheres Ausweichverhalten, Lenkung passend. | 3,5 / 5 |
Connected Car | Radio- und Navigation umfangreich, keine Stimm-Aktivierung, Smartphone-Spiegelung nur per Kabel. | 3,5 / 5 |
Umwelt | Leichtes Auto, außer intelligenter Generator-Ladesystematik keine weiteren Sprit-Einsparhilfen. | 3,5 / 5 |
Komfort | Federung verbindlich, gute Geräuschdämmung. Abrollverhalten spröde, dafür passabler Sitzkomfort. | 3,5 / 5 |
Kosten | Hohes Ausstattungsniveau, fünf Jahre Garantie, durchschnittliche Fixkosten, wenig wertstabil. | 4 / 5 |
AUTO BILD-Testnote | 2- |
Auch hinten lässt es sich aushalten, Kopf- und Kniefreiheit gehen in Anbetracht des Formats als ordentlich durch. Seitlich stoßen kräftig gebaute Passagiere aber schnell an ihre (Türverkleidungs-) Grenzen. In den Kofferraum passen 1205 Liter Gepäck – das ist halt Kleinwagen-Niveau. Gut: Die Mechanik der Fondbank ist sehr leichtgängig, bei umgeklappter Rückenlehne (zweigeteilt) entsteht eine nahezu ebene, gut nutzbare Grundfläche. Dass der Bayon jedoch nur 910 Kilogramm leichte Anhänger ziehen darf, bewerten wir als eher schwache Vorstellung.
Sein Gewicht macht ihn schön handlich
Der 1.0 T-GDI wiegt allerdings auch nur 1237 Kilogramm, entsprechend handlich und leichtfüßig fühlt sich das SUV an. Dabei nie flatterhaft, der Bayon läuft nämlich präzise und sauber mit der Straße verbunden. Als Testwagen steht der T-GDI auf griffigen Continental-EcoContact6-Reifen – das alles zusammen fühlt sich vertrauenerweckend fahrstabil an.

Leichtfüßig: Der Hyundai Bayon bringt verhältnismäßig schlanke 1237 Kilo auf die Waage – das macht ihn angenehm agil.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Zumal auch das ESP schnell, zuverlässig und fast telepathisch regelnd absichert. Kurz: Der Bayon bewegt sich trotz kleinem Anspruch wie ein Großer. Schwupp – schon hat er die Note 2- verdient.
Service-Links































