Hyundai i10, Hyundai Inster: Kaufberatung
Benziner oder Elektro – welcher kleine Hyundai kommt groß raus?

Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Na endlich. Man möchte dankbar sein – für reduzierte Technik, zurückhaltende Größe, vernünftige Fahrleistungen. Denn nur so summen Elektroautos endlich auch in die unteren Klassen, geraten preislich in Konkurrenz-Reichweite zu Kleinwagen.
Bestes Beispiel: Hyundai Inster, ab 23.900 Euro zu haben. Geht doch. Den Gegenspieler i10 verkaufen die Koreaner für 16.990 Euro aufwärts.
Inster bietet mehr Platz
Konzeptionell unterscheiden sich die beiden deutlich. Der Inster ist rundum größer als sein Benzin-Bruder, entsprechend gehen wichtige funktionale Kapitel an ihn. Mehr Länge, mehr Radstand, mehr Kopfraum – so steht in der Folge mehr Platz für Mensch und Material zur Verfügung.

Kleine Hyundai im Vergleich: Der elektrische Inster gewinnt beim Platzangebot gegen seinen konventionellen Konkurrenten i10.
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Dazu gelangt man angenehm leicht in den Fond des E-Autos: Hier stören weder Mitteltunnel noch ausladende Schweller, die größeren Türen öffnen weit. Schade: Auf den kaum ausgeformten Vordersitzen mit glatter Oberfläche sitzt man unbequem. Als unpraktisch haben wir zudem die vertikalen, weit oben montierten Türgriffe in den Fondtüren ausgemacht.
i10 ist gut zu bedienen
So etwas läuft im i10 angenehm konventionell. Alles ist intuitiv, leicht erreich- und bedienbar. Beispielsweise stehen für die Klimatisierung echte Drehregler zur Verfügung, auf der klar gezeichneten Instrumenteneinheit lassen sich Tempo und andere Infos schnell erfassen.

Angenehm analog: Drehregler für Klimatisierung, Zentraldisplay flankiert von Tasten, dazu Handschaltung – so geht Kleinwagen.
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Der Preisklasse geschuldet und im Alltag gar kein Drama: Fensterheber hinten und Außenspiegelverstellung arbeiten mechanisch. Im Gegensatz zum Inster ist beim i10 eine Anhängerkupplung möglich (wenn auch auf bescheidene 300 Kilo beschränkt) – wichtig für den Transport eines Fahrradträgers.
Benziner mit leichtfüßigem Fahrgefühl
In Fahrt schlägt sich der i10 sehr wacker. Das deutlich geringere Gewicht (fast sieben Zentner zum Inster) bedingt ein leichtfüßigeres Fahrgefühl. In Verbindung mit guter Übersicht und kleinem Wendekreis lässt sich der Kleinwagen angenehmer durch die Innenstadt zirkeln.

Wendig und im Vergleich durchaus spaßig: leichter und spritziger Kleinstwagen i10, im Test als 1.0-Dreizylinder mit 63 PS.
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Der Schalthebel flutscht widerstandsarm, die Kupplung arbeitet sehr leichtgängig – so kann man die Handarbeit eines mechanischen Getriebes gut verschmerzen. An dieser Stelle trotzdem erwähnenswert: Den i10 gibt es für 19 200 Euro auch mit einer Fünfstufenautomatik.
Mehr Ruhe im Elektroauto
Der Inster überzeugt mit seinem elektrischen Fahrgefühl. Er beschleunigt satt, verzögert über die Rekuperation nach Wunsch, läuft auch bei höheren Geschwindigkeiten sehr leise. Auch weil kaum Wind- und Rollgeräusche in den Innenraum dringen. Für beide Modelle gilt: Sie fahren sehr sicher.

Leisetreter: Im Inster-Innenraum bleibt es schön ruhig. Auch sein typisch elektrisches Fahrgefühl und der satte Antritt überzeugen.
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Den Inster hat Hyundai über ein telepathisch schnell regelndes ESP abgesichert, der i10 wirkt über sein seichtes Übersteuern und das leichte Fahrgefühl sehr trittfest und beherrschbar. Das modernere Innenleben steckt dagegen im Inster – für ihn hat Hyundai mehr Assistenztechnik (beispielsweise eine Aufmerksamkeitserfassung) vorgesehen.
Fahrzeugdaten
Modell | Hyundai Inster 42 kWh Select | Hyundai i10 1.0 Select, |
|---|---|---|
Elektro | Benziner | |
Motor | Elektromotor | Dreizylinder |
Leistung/Systemleistung | 71 kW (97 PS) | 46 kW (63 PS) |
Drehmoment | 147 Nm | 93 Nm |
0-100 km/h | 11,7 s | 15,9 s |
Vmax | 140 km/h | 143 km/h |
Antrieb/Getriebe | Vorderrad/ Einganggetriebe | Vorderrad/manuelles Fünfganggetriebe |
Verbrauch* | 14,3 kWh/100 km | 4,9 l S/100 km |
Reichweite* | 327 km | k. A. |
Testverbrauch | 15,1 kWh/100 km | 5,7 l S/100 km |
Reichweite (Testverbrauch) | 290 km | 613 km |
Tank/Batteriekapazität | 42 kWh | 36 Liter |
Länge/Breite/Höhe | 3825/1610/1575 mm | 3670/1680/1480 mm |
Radstand | 2580 mm | 2425 mm |
Kofferraum | 238-1059 l | 252-1050 l |
Leergewicht/Zuladung | 1305/425 kg | 970/370 kg |
Anhänge-/Stützlast | – | 310/75 kg |
Typklassen (HPF/TK/VK) | 13/21/23 | 15/17/16 |
Grundpreis | 23.900 Euro | 16.990 Euro |
Kraftstoff-/Stromkosten (60.000 km)** | 3984 Euro | 6432 Euro |
Wartung (4 Jahre) | 600 Euro | 1200 Euro |
Steuer (4 Jahre) | 0 Euro | 200 Euro |
Versicherung (HPF/VK; 4 Jahre) | 5476 Euro | 3372 Euro |
Wertverlust (4 Jahre; 60.000 km)*** | 9600,63 Euro | 7190,17 Euro |
Gesamt | 19.660,63 Euro | 18.394,17 Euro |
Kosten pro Kilometer | 0,33 Euro | 0,31 Euro |
Einen wichtigen Faktor stellen die Betriebskosten dar. Der deutlich günstigere i10 muss hier zunächst Federn lassen. Denn zu den viel höheren Kraftstoffkosten (er verbrauchte im Test 5,7 Liter Super auf 100 Kilometer) kommen die Inspektionen inklusive Ölwechsel und Co. Zudem muss der kleine Koreaner jährlich in die Werkstatt.

Sieg für den Benziner: Der Hyundai i10 kostet 0,31 Euro pro Kilometer, der Inster liegt mit 0,33 Euro aber nur leicht darüber.
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Allerdings: Der i10 läuft unter einer günstigeren Einstufung bei der Versicherung. Gleichzeitig liegt der Wertverlust (absolut in Euro ausgedrückt) unter dem des Inster – das gleicht es mehr als aus. Vorteile im Umgang und das lebendigere Fahrgefühl bringen den i10 endgültig nach vorn.
Fazit
Der i10 läuft zwar etwas langsamer und wirkt weniger modern (Fahrgefühl/Assistenz) als der Inster, doch er verursacht insgesamt weniger Kosten. Gleichzeitig sprechen das aktivere Fahrgefühl, sein wendiges Wesen und der sorglose Umgang für den kleineren der beiden Koreaner. Für den Inster gilt: angenehm günstiger E-Allrounder!
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