Die 3 gilt als Zahl des Glücks und des Erfolgs, allgemein sind aller guten Dinge drei. Mazda3 und Hyundai i30 haben dem Namen nach also schon mal gute Karten.

Zwei Kompakte im Vergleich

#Getestete ProduktePreis
1.
Testsieger
Hyundai i30 1.5 T-GDI
Hyundai i30 1.5 T-GDI
UVP 29.990,00 EUR
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2.
Mazda3 e-Skyactiv G 140
Mazda3 e-Skyactiv G 140
UVP 28.640,00 EUR
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In der Gunst der Käufer steigen sie allerdings erst so richtig, weil sie die 3 aus ihrer Modellbezeichnung auf dem Preisschild nicht wiederholen.

Die Einstiegspreise sind moderat

Da stehen beim Mazda3 e-Skyactiv G 140 schlanke 28.640 Euro, der Hyundai i30 1.5 T-GDI lockt mit 29.990 Euro. Okay, dabei handelt es sich um Basispreise. In den hier getesteten Modellen muss zwar von Hand geschaltet werden, ein paar Extras stecken dann aber doch zusätzlich drin.
Hyundai i30 1.5 T-GDI Mazda 3 e-Skyactiv G 140
Einigermaßen erschwinglich: Zumindest beim Grundpreis bleiben Mazda3 und Hyundai i30 jeweils unter 30.000 Euro.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Mit allem, was das Ergebnis beeinflusst, landet der kompakte Koreaner so bei 33.140 Euro, beim Japaner stehen 35.440 Euro auf der Rechnung. Immer noch fair und auch für Normalverdiener erschwinglich. Was Sie für das Geld am Ende wirklich erwarten dürfen und was eben nicht, verrät unser Vergleichstest.

Mazda3 nach Maßen und Eindruck enger

Der Mazda belegt das Sprichwort: Wer schön sein will, muss leiden. Unterm eleganten Blech bleibt sowohl vorn als auch hinten weniger Platz als im Hyundai. In der zweiten Reihe erschwert die weit heruntergezogene Dachlinie den Einstieg.
Mazda3 e-Skyactiv G 140
Enger geschnitten: Im Mazda3 fehlt es an Luft überm Scheitel, die Passagiere in Reihe zwei sitzen auf der flacheren Rückbank.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Innen geht es überm Scheitel beengter zu, die flachen Fenster vermitteln zusätzlich kein sehr luftiges Raumgefühl. Kleine Glasflächen und breite C-Säulen schränken zudem die Rundumsicht ein – und zwar noch mehr als im ebenfalls nicht perfekt einsehbaren Koreaner.

Messwerte

Messwerte
Beschleunigung
0–50 km/h
2,9 s 
2,8 s 
0–100 km/h 
9,2 s 
8,2 s 
0–130 km/h 
15,0 s 
13,8 s 
0–160 km/h 
24,7 s 
24,7 s 
Zwischenspurt
60–100 km/h
6,6/8,4 s (4./5. Gang) 
7,3/10,2 s (4./5. Gang) 
80–120 km/h 
9,4/11,3 s (5./6. Gang) 
10,3/14,7 s (5./6. Gang) 
Leergewicht/Zuladung 
1371/469 kg 
1411/493 kg 
Gewichtsverteilung v./h. 
60/40 % 
63/37 % 
Wendekreis links/rechts 
11,2/11,3 m 
11,7/11,5 m 
Sitzhöhe 
550 mm 
515 mm 
Bremsweg
aus 100 km/h kalt
33,9 m 
34,1 m 
aus 100 km/h warm 
34,2 m 
34,5 m 
Innengeräusch
bei 50 km/h
61 dB(A) 
59 dB(A) 
bei 100 km/h 
67 dB(A) 
66 dB(A) 
bei 130 km/h 
71 dB(A) 
71 dB(A) 
Verbrauch
Sparverbrauch 
5,3 l S/100 km 
5,9 l S/100 km 
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde
(Abweichung zur WLTP-Angabe)
6,4 l S/100 km
(+1 %)
6,9 l S/100 km
(+21 %)
Sportverbrauch 
9,1 l S/100 km 
8,7 l S/100 km 
CO2 (Testverbrauch) 
151 g/km 
163 g/km 
Reichweite (Testverbrauch) 
781 km 
739 km 
Im i30 locken außerdem die besseren Sitze. Vorn bieten sie mehr Seitenhalt (Sportsitze mit N Line) und eine verstellbare Oberschenkelauflage – auch die ist beim Fahrer an die N Line gekoppelt, für den Beifahrer erfordert sie das Sitzpaket (1490 Euro, inkl. E-Verstellung). Hinten fallen die Polster recht ähnlich aus, sitzen wir im Hyundai aber drei Zentimeter höher über dem Fahrzeugboden – große Gäste müssen die Knie so weniger stark anwinkeln.

Große Lademeister sind beide nicht

Wird die Gepäckfrage gestellt, liegt der i30 ebenfalls vorn. 395 bis 1301 Liter sind okay für die Kompaktklasse, die maximal 1026 Liter des Mazda3 dagegen bestenfalls Kleinwagen-tauglich. Ohnehin glänzen die beiden Kompakten nicht mit großem Transporttalent, bieten keinen doppelten Boden, sodass beim Umklappen der Fondlehnen störende Stufen am Boden entstehen.
Hyundai i30 1.5 T-GDI Mazda 3 e-Skyactiv G 140
Beide bieten wenig Transporttalent, der i30 hat mit 395 bis 1301 Liter aber deutlich mehr Kofferraum als der Mazda3 (351 bis 1026 Liter).
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Auch Sperrgut stellt den Mazda mit gerade mal 90 Zentimeter Breite in der Heckklappe vor echte Herausforderungen – im Hyundai bleiben immerhin 1,07 Meter. Reicht das alles nicht aus, darf der i30 bis 1210, der 3er bis 1300 kg an den Haken nehmen. Und die Stützlasten von je 80 kg reichen dann auch für zwei E-Bikes.

Bedienung des i30 ist etwas schwieriger

Beim Interieur sammelt der Mazda dann wieder Sympathiepunkte. Das beginnt schon mit den klassischen Rundinstrumenten, auf denen echte Zeiger Tempo und Drehzahl notieren, und reicht bis zum ablenkungsarmen Bediencontroller (heißt bei Mazda Multi Commander) auf der Mittelkonsole. Getoucht wird hier nicht, dazu wäre der zentrale Bildschirm (10,25 Zoll) auch zu weit weg.
Mazda3 e-Skyactiv G 140
Hier wird mehr getoucht als bei Mazda: Hyundai setzt beim Bedienkonzept stärker auf den – gut erreichbaren – Zentralbildschirm.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Anders im Hyundai, dessen digitale Instrumente die analoge Optik mit guter Ablesbarkeit zwar gekonnt aufgreifen, hier wird vieles aber über den gut erreichbaren 10,3-Zoll-Berührbildschirm gesteuert. Dabei ärgern teils recht kleine Icons und die nicht immer ganz intuitive Menüstruktur, einige andere Elemente liegen recht tief (Klimaregler) oder sind "versteckt" (Schalter links vom Lenkrad, auch im Mazda).

Messwerte

Messwerte
Beschleunigung
0–50 km/h
2,9 s 
2,8 s 
0–100 km/h 
9,2 s 
8,2 s 
0–130 km/h 
15,0 s 
13,8 s 
0–160 km/h 
24,7 s 
24,7 s 
Zwischenspurt
60–100 km/h
6,6/8,4 s (4./5. Gang) 
7,3/10,2 s (4./5. Gang) 
80–120 km/h 
9,4/11,3 s (5./6. Gang) 
10,3/14,7 s (5./6. Gang) 
Leergewicht/Zuladung 
1371/469 kg 
1411/493 kg 
Gewichtsverteilung v./h. 
60/40 % 
63/37 % 
Wendekreis links/rechts 
11,2/11,3 m 
11,7/11,5 m 
Sitzhöhe 
550 mm 
515 mm 
Bremsweg
aus 100 km/h kalt
33,9 m 
34,1 m 
aus 100 km/h warm 
34,2 m 
34,5 m 
Innengeräusch
bei 50 km/h
61 dB(A) 
59 dB(A) 
bei 100 km/h 
67 dB(A) 
66 dB(A) 
bei 130 km/h 
71 dB(A) 
71 dB(A) 
Verbrauch
Sparverbrauch 
5,3 l S/100 km 
5,9 l S/100 km 
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde
(Abweichung zur WLTP-Angabe)
6,4 l S/100 km
(+1 %)
6,9 l S/100 km
(+21 %)
Sportverbrauch 
9,1 l S/100 km 
8,7 l S/100 km 
CO2 (Testverbrauch) 
151 g/km 
163 g/km 
Reichweite (Testverbrauch) 
781 km 
739 km 
Die Sprachsteuerung hilft in beiden Kompakten nur bedingt. Der Mazda hört nur in wenigen Fällen aufs Wort (Navi, Audio), der Hyundai kann etwas mehr (zusätzlich Klima, Sitzheizung), reagiert aber empfindlich auf Störgeräusche – da heißt es cool bleiben. Was bei der Handykopplung über Apple CarPlay oder Android Auto schwerfällt. Beides geht im jüngst gelifteten Koreaner nur mit Kabel! Der 3er beherrscht dieses wireless.

Im Mazda steckt mehr Laufkultur

Trotz identischer Leistung von 140 PS, die in beiden Fällen über eine Sechsgang-Handschaltung an die Vorderräder geht, und nur 40 Kilogramm Gewichtsdifferenz sind die Unterschiede im Antrieb viel größer als die Distanz zwischen dem tschechischen Nošovice (da wird der i30 gebaut) und Hōfu in Japan (Mazda3).
Mazda3 e-Skyactiv G 140
Hubraumriese: Dem Turbotrend setzt Mazda auch beim 3er 2,5 Liter Brennraumvolumen entgegegen – der Vierzylinder läuft geschmeidig.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Das liegt an der komplett unterschiedlichen Technik. Der Skyactiv G 140 im 3er setzt auf 2,5 Liter Hubraum ohne Turbo, entfaltet seine Kraft vollkommen gleichmäßig, angenehm direkt und ist damit schneller als der Hyundai. Allerdings auch durstiger, mit 6,9 l/100 km schluckt der 3er einen halben Liter mehr als der i30.
Der bemüht bei 1,5 Liter Hubraum einen Turbo, klingt unter Last schon mal ungehobelt und fährt sowohl bis Tempo 100 (um eine Sekunde) als auch bei der Endgeschwindigkeit (um 9 km/h) hinterher. Der Schalthebel des Mazda flutscht dabei immer eine Spur selbstverständlicher in die Gassen. Und das ist auch gut so. Wegen des geringeren und später anliegenden Drehmoments liegt der 3er bei der Elastizität klar hinten, zwingt einmal öfter zum Runterschalten.

Platzierung

Platzierung
Punkte*
555
541
Platz
1
2
Fazit
Vor allem das kleine bisschen mehr bei Platz und Komfort bringt den Koreaner auf die Siegerstraße.
Der Japaner gefällt mit feinem Design und entspanntem Antrieb, kann im Alltag aber nicht ganz mithalten.
Beim Federungskomfort liefern beide gute Hausmannskost, mit leichten Vorteilen für den i30. Der Hyundai spricht geschmeidiger an, wo der Mazda vernehmlich über Schlaglöcher und Absätze poltert. Zudem klappert’s im Japaner etwas deutlicher.

Beide bieten lange Garantien

Wie bereits erwähnt, für die Kompakten im Testtrimm ruft Hyundai 33.140 Euro auf, Mazda verlangt 35.440 Euro. Auch wenn das nicht nach Sonderangebot klingt, ist das angesichts der guten Ausstattung in beiden Fällen okay. Auch der vernünftige Werterhalt, die niedrigen Unterhaltskosten sowie die Garantie von fünf Jahren bei Hyundai und sogar sechs bei Mazda überzeugen. Nur schade, dass bei beiden jedes Jahr ein Werkstattbesuch fällig wird.
Hyundai i30 1.5 T-GDI Mazda 3 e-Skyactiv G 140
Langfristig sorgenfrei: Hyundai gewährt beim i30 fünf Jahre Garantie, Mazda vertraut seinem 3er sogar sechs Jahre.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Wer nicht kaufen will oder kann, findet auch etliche durchaus attraktive Leasingangebote (keine Anzahlung, 48 Monate, 10.000 km/Jahr). Die liegen meist so um die 300 Euro – womit wir wieder bei der magischen 3 wären.

Bildergalerie

Hyundai i30 1.5 T-GDI Mazda 3 e-Skyactiv G 140
Mazda3 e-Skyactiv G 140
Hyundai i30 1.5 T-GDI
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Zwei kompakte mit Benziner im Vergleich
Allein schon wegen der Einstiegspreise unter 30.000 Euro verdienen die beiden Asia-Kompakten ein dickes Lob. Der Hyundai empfiehlt sich mit hohem Nutzwert und manierlichem Komfort, am Mazda3 schätzen wir vor allem den eigenen Weg bei Motortechnik und Design. Als Golf-Alternativen sind beide interessant.