Kaufberatung Hyundai Nexo

Hyundai Nexo: Kaufberatung für das Wasserstoffantrieb

Darauf sollte man bei Nexo-Kauf achten

Statt einzig und allein auf das rein batteriebetriebene E-Auto zu vertrauen, gibt Hyundai der Brennstoffzelle eine zweite Chance. Nach dem ix35 Fuel Cell soll jetzt der Nexo umweltbewusste Käufer finden.
Gilt der Elektroantrieb spätestens seit dem Tesla Model S als Heilsbringer für Mutter Natur, hat inzwischen fast jeder Hersteller ein rein elektrisches Modell im Angebot. Ganz anders sieht es allerdings mit der Brennstoffzelle aus. Den Honda Clarity Fuel Cell lassen wir bewusst außen vor, da er nur in Japan und in den USA erhältlich ist. So bleiben für Europa nur der Toyota Mirai und seit 2018 der Hyundai Nexo mit langstreckentauglicher Reichweite. Musste sich sein Vorgänger, der ix35 Fuel Cell, noch eine Plattform mit seinem konventionell angetriebenen Bruder teilen, basiert Hyundais Vorzeigemodell für eine bessere Effizienz, Raumökonomie und mehr Sicherheit auf einer komplett eigenen.

Gebrauchtwagensuche: Hyundai Nexo

Die Wasserstofftanks rauben den Passagieren kaum Platz

Unter dem Kofferraumboden sitzen zwei der drei Wasserstofftanks, darüber die Hochvolt-Batterie mit 1,56 kWh.

Anders als Honda und Toyota, die mit Limousinen emissionsfreie Kilometer sammeln, ist der Nexo, treu dem Trend, ein SUV. Das kommt in erster Linie den Passagieren zugute. Die drei Wasserstofftanks brauchen mit ihrem Fassungsvermögen von 6,33 Kilogramm (156,6 Liter) relativ viel Raum. Durch die Anordnung – einer vor und zwei hinter der Hinterachse – geht den Passagieren aber kaum Platz verloren, und die Tanks sind im Falle eines Unfalls sicher platziert. Laut Hyundai überstehen die 4,5 cm starken Wände aus Kohlefaser Aufschläge, Beschuss und Feuer ohne Probleme. Notstopp-Ventile und Dichtheitssensoren verhindern das Austreten des Wasserstoffs. Unter dem futuristischen Blechkleid sitzen die 440 Brennstoffzellen, die aus dem gespeicherten Wasserstoff bei Kontakt mit Sauerstoff die Energie für den 120 kW starken Elektromotor generieren. Überschüssige Energie, die beim Bremsen, Ausrollen oder Bergabfahren entsteht, speichert der Nexo in einer unter dem Kofferraumboden platzierten Hochvolt-Batterie. Damit geht es in knapp über neun Sekunden auf Landstraßentempo. Die Spitzengeschwindigkeit von 177 km/h anzupeilen verfehlt Sinn und Zweck, denn mit Tempomat auf 120 fährt sich der Nexo nicht nur entspannter, sondern vor allem deutlich weiter. Im Lauf des Testzeitraums von zwei Wochen haben wir im Schnitt 550 Kilometer (NEFZ: 756 km) mit einer Tankfüllung absolviert. Mitverantwortlich dafür ist die Karosserie, die der Luft relativ wenig Widerstand entgegensetzt. Den cW-Wert von 0,32 erreicht Hyundai unter anderem mit aerodynamisch optimierten Leichtmetallrädern, einem komplett verkleideten Unterboden und Luftkanälen an der D-Säule. Um das Ganze in ein Verhältnis zum Diesel zu setzen: Aktuell kostet das Kilogramm Wasserstoff in etwa so viel wie ein Liter Diesel. Vergleichen wir jetzt Größe und Reichweite, liegt ein Diesel-SUV noch leicht vorn. Ökologisch betrachtet siegt klar der Nexo.

Modell Nexo
Motor Elektromotor
Getriebe 1-stufiges Reduktionsgetriebe
kW (PS) 120 (163)
Drehmoment 395 Nm
Höchstgeschwindigkeit 177 km/h
0–100 km/h 9,2 s
Normverbrauch (Mix) 0,9 kg H2/100 km
Abgas CO2 • EU-Norm 0 g/km • –
Wasserstoffvorrat 6,33 Kilogramm bei 700 bar
Grundpreis 69.000 Euro
Wertung Weit entfernt von Tesla-ähnlicher Dynamik, zielt der Antrieb des Nexo auf Reichweite. Die oft nervige Rekuperation lässt sich am Lenkrad dreistufig einstellen – top. Tanken dauert nur fünf Minuten. Wir favorisieren die Brennstoffzelle!
Ökotrend-Wertung 1

Die fahraktive Unterstützung zeigt Schwächen

Sehr hilfreich: Die Totwinkelkamera im Kombiinstrument ist Teil des 3500 Euro teuren Premium-Pakets.

Für den Grundpreis von 69.000 Euro erhalten Sie alles, was bei Hyundai in puncto Assistenz und Komfortsteigerung im Regal liegt. Die fahraktive Unterstützung zeigt sich jedoch nicht immer überzeugend. Der adaptive Tempomat wirkt in Verbindung mit dem aktiven Spurhalteassistenten hin und wieder unsicher, weiß gefühlt nicht, ob er sich an der linken oder rechten Fahrbahnlinie orientieren soll. Hervorragend dagegen: die Totwinkelkameras, die den folgenden Verkehr beim Spurwechsel im Kombiinstrument darstellen. Sie sind Teil des Premium-Pakets, für das Hyundai 3500 Euro aufruft. Dazu zählen unter anderem ein Glas-Schiebedach im Panorama-Format, eine 360-Grad-Kamera und Sitzbelüftung vorn. Auf die 19-Zoll-Leichtmetallräder würden wir – für mehr Komfort – grundsätzlich verzichten, aufgrund des großzügigen Paketumfangs sind sie aber im direkten Vergleich mit der 17-Zoll-Variante mehr als verschmerzbar.

Ein Artikel aus AUTO TEST

Der Umwelt-Gedanke setzt sich fort

Neben der ohnehin umweltbewussten Brennstoffzelle lässt Hyundai den Faktor Umwelt auch an anderer Stelle nicht aus den Augen. So sind beispielsweise die Teppiche aus Zuckerrohrfasern. In den Tür- und Dachverkleidungen sowie den Sitzen wird zusätzlich Mais verarbeitet. Alle fünf Lackierungen basieren zu einem Teil auf Raps- und Soja-Ölen. Trotzdem darf man sich bei all der "Umweltschonung" alternativer Antriebe nichts vormachen. Die benötigten Rohstoffe vor allem für die Batterieherstellung und der Transport aller nötigen Materialien für einen Nexo erfordern einen nicht unerheblichen Energieeinsatz, damit am Ende nicht nur das Gewissen grün unterwegs ist.

Kaufberatung Hyundai Nexo

Hyundai NexoHyundai NexoHyundai Nexo
Fazit von Christoph Richter: Ja, der Grundpreis des Nexo ist heftig, doch der Gegenwert dafür beachtlich. Neben der überaus umfangreichen Ausstattung fahren Sie weiter und tanken um ein Vielfaches kürzer als mit dem Batterie-E-Auto. Wasser marsch!

Stichworte:

Brennstoffzellenauto

Anzeige

Automarkt

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.