Illegale Autorennen: Reaktionen
"Ihr kriegt uns sowieso nicht"

Nach mehreren Meldungen über illegale Straßenrennen wird diskutiert: Was sind das für Leute? Was kann man gegen die Wettfahrten tun?
- Maike Schade
Ein aufsehenerregender Fall in Bremen (siehe Kasten weiter unten), drei mutmaßlich unbeteiligte Todesopfer in Köln: Illegale Autorennen beherrschen die Schlagzeilen der vergangenen Tage und Wochen. Bei den meisten Menschen löst diese Berichterstattung wohl Trauer, Entsetzen und Fassungslosigkeit aus. Was treibt Leute nur dazu, ihr eigenes Leben und vor allem das Leben Unschuldiger so leichtfertig und skrupellos aufs Spiel zu setzen?
Bremen: Polizei revidiert Unfallursache
"Man hat es nicht mit Asozialen zu tun, sondern mit Spezialisten, die eine gewisse Begeisterung haben für Autos und Motoren, aber auch für das Katz- und Maus-Spiel mit der Polizei und den Ordnungskräften", versucht der Frankfurter Verkehrssoziologe Alfred Fuhr gegenüber der Nachrichtenagentur dpa eine Erklärung. Ein Ziel sei es, die illegalen Autorennen auf Video aufzunehmen, "das ist ja mit den Handys kein Problem mehr. Es werden kleine Filme gedreht und dann etwa als Kinderfilme getarnt ins Netz gestellt oder auch zur Polizei geschickt unter dem Motto: 'Ihr kriegt uns ja sowieso nicht.'" Außerdem gehe es selbstverständlich um Geld, manchmal sogar ums Heiligste: das Auto. Fuhr: "Da reden wir dann von 15.000 bis 30.000 Euro. Dann wechselt zum Beispiel der Fahrzeugbrief."
"Wir müssen damit leben"

Verkehrssoziologe Alfred Fuhr
"Nehmt Flugplätze und baut da Dragstrips"
Die AUTO BILD Facebook-User sehen das zum Teil anders. Sie sehen eine Hauptursache für die illegalen Rennen darin, dass es ihrer Meinung nach viel zu wenig legale Rennstrecken gibt. Sie fordern beispielsweise die Freigabe von stillgelegten Kasernen oder Flugplätzen: "Wenn man der Szene, die es gibt und die ich für gut halte, weil es ja primär um das Zusammenkommen von Autofans geht, alle legalen Plätze nimmt, dann weichen einige Idioten halt auf die Straße aus. Das Problem ist doch von der Politik hausgemacht", schreibt ein User. "Nehmt die alten Kasernen und Flugplätze und baut da Dragstrips... und dann offiziell jedes WE Rennen etc... auch gegen die Polizei..." ein anderer.
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Nicht alle Tuner sind Raser

Straßenrennen sind das "Geilste, was es gibt", findet ein User. Für andere sind die Raser "Mörder".
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Eine weitere Möglichkeit, die illegalen Races zu unterbinden, sieht ein User darin, beliebte "Rennstraßen" beispielsweise durch Betontrennwände einspurig zu machen und Blitzer aufzustellen. Ein weiterer Vorschlag: Wer beim Rasen erwischt wird, darf nur noch ein gedrosseltes Fahrzeug fahren – oder, das Schlimmste überhaupt, einen "rosanen Fiat Multipla". Auch eine PS-Obergrenze bringe nichts, so die Antwort: "Das liegt nicht an der Leistung sondern der überhöhten Geschwindigkeit in der Stadt – jeder 60 PS Punto kann 130 km/h oder mehr in der Stadt erreichen und das ohne Probleme".
Abstoßende Kommentare voller Häme
Nicht alle reagieren aber empört oder traurig. "Geilste was es gibt", schreibt ein User über illegale Straßenrennen. Ein anderer findet: "Wenn man nicht gut Autofahren kann dann sollte man kein Rennen machen". Ein offenbar ostdeutscher Renn-"Spezialist" schreibt voll Häme: "Die dummen Wessis können aber auch gar nichts!"
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