Im Test: Stevens Camino Pro
Überzeugendes Nordlicht für die Schotterbahn

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Ein Carbon-Rennrad mit klassischer Geometrie und einem super Preis-Leistungs-Verhältnis. Wir erklären, warum Hersteller Stevens mit dem Camino Pro vieles richtig macht.
Bild: Jozef Kubica
Mit dem Camino Pro hat Stevens endlich ein Gravelbike auf den Markt gebracht, das den Wettbewerb nicht mehr fürchten muss – eher schon umgekehrt. Die Hamburger haben ihrem neuen Graveller zuvorderst einen kompletten Carbonrahmen spendiert. Das macht sich im Gewicht bemerkbar, oder eben nicht. Das Camino Pro ist leicht und lässt sich beim Antritt gut nach vorne treiben. Auch lange Ausfahrten sind dank der klassischen Geometrie und der aufrechten Sitzposition kein Problem. Dabei sind Gabel und Hinterbau so geformt, dass auch Platz für 50 Millimeter vorn und 45 Millimeter hinten drin wäre. Das bringt Offroad-Liebhabern mehr Komfort.
Die DT Swiss G 1800 Spline-Laufräder sind das Einsteiger-Modell des Herstellers für den Gavel-Sektor. Sie lassen sich gut über die Schotterwege rollen. Für den ultimativen Offroad-Spaß empfehlen wir das Camino Pro tubeless zu fahren.

Der Lenker weist minimalen Flare und Backsweep auf. Die Kabel verlaufen unterhalb vom Lenker.
Bild: Jozef Kubica
Eine Grundsatzfrage
Die 1x11-fach GRX-Schaltgruppe reicht im Praxistest aus. Klar, die Gangwechsel sind weniger feinfühlig als bei einer zweifach-Schaltung und auch die Gangbreite fällt im Vergleich geringer aus. Aber weder bergauf noch bergab haben wir Gänge vermisst. Eher noch waren wir froh, keinen Umwerfer bemühen, und die großen Sprünge im Kettenblattwechsel bedenken zu müssen. 1-fach oder 2-fach – alles hat Vor- und Nachteile.
Montagepunkte gibt es beim Camino Pro jede Menge, an der Gabel, am Oberrohr, an beiden Seiten des Unterrohrs und natürlich auch am Sitzrohr. Die Brücke im oberen Hinterbau hilft ebenfalls bei der Montage von Schutzblechen oder Gepäckträger. Das Camino Pro ist gut ausgestattet und ebnet den Weg für komfortable Ausfahrten über Wald- und Wiesenwege. Geschwindigkeits-Rekorde sind mit dem Graveller eher nicht aufzustellen. Dafür wiederum fehlt es dem Bike an Aerodynamik.

An Befestigungsmöglichkeit mangelt es dem Camino nicht.
Bild: Jozef Kubica
Das schlichte Design und die guten Ausstattungsmerkmale haben uns überzeugt. Viel wichtiger noch, das Camino Pro fährt sich gut. Ein rundum zufriedenstellendes Gravelbike, dass Neulinge der Szene ebenso verzücken wird, wie alteingesessene Fans des Sports. Stevens schlägt hier einen neuen, sehr guten Weg (Camino) ein.
Technische Daten
Modell | Stevens Camino Pro |
|---|---|
Preis | 3.099 Euro |
Rahmen | Carbon mit Carbongabel |
Schaltung | Shimano GRX, 40 Zähne vorn, 11–42 Zähne hinten |
Bremsen | Shimano GRX 810, hydraulische Scheibenbremsen, 160/160 Millimeter |
Reifen | Continental Terra Speed, 42 Millimeter |
Laufräder | DT Swiss G 1800 Spline, Aluminium |
Gewicht | 8,6 Kilogramm |
Dieser Produkttest wurde unterstützt von Stevens. Unsere Standards zu Transparenz und journalistischer Unabhängigkeit finden Sie hier.
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