Indy 500: Mann vertritt Frauen
Alle Frauen beim Indy 500

Pippa Mann hat sich für das Indy 500 qualifizieren können. Schon das ist ein Sieg. Sie ist aber längst nicht die erste Frau beim Indy 500.
- Michael Zeitler
Mit den Frauen im Rennsport ist das so eine Sache: Im Motorsport können sie gegen Männer konkurrieren und doch waren nur zwei der 764 Formel-1-Fahrer Frauen, nur 57 von 3348 Le-Mans-Piloten und nur neun von 771 Indy-500-Startern.
Aber während die Formel 1 seit Jahren nach einer neuen Frau am Steuer Aussicht hält, sind die Damen in Indianapolis inzwischen etabliert. Seit 2000 war immer mindestens eine Frau dabei. 2010, 2011 und 2013 waren sogar vier Frauen unter den 33 Piloten.
2019 vertritt Pippa Mann das schöne Geschlecht. Für die 35-jährige Britin ist bereits die Qualifikation für das Rennen eine echte Sensation. Zwar war sie schon sechs Mal am Start, doch 2019 tritt sie erstmals für einen komplett neuen Rennstall an: Clauson-Marshall Racing kommt eigentlich aus der USAC-Midget-Szene. Dort fahren kleine Rennflitzer mit wuchtigen Heckflügel auf Dreckbahnen in Amerika, sind bei den Fans aber äußerst beliebt. Teamchef ist Tim Clauson, dessen Sohn vor zwei Jahren beim Versuch 200 Rennen im Jahr zu bestreiten – inklusive des Indy 500 – ums Leben gekommen ist.
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Pippa Mann zu ABMS: „Hier in Amerika bin ich keine Frau, die Rennfahrerin ist. Sondern ich bin ein Rennfahrer, der eine Frau ist. Hier werden Frauen im Rennauto akzeptiert, sind etwas völlig Normales.“
Natürlich war das nicht immer so: Bis 1971 waren nicht einmal weibliche Journalisten im Fahrerlager zugelassen. Genauso wenig wie Teambesitzerinnen. 1929 gewann Kay Reech mit einem Miller Simplex das Indy 500. Er fuhr damals für das Team von Maude Yagle, einer Frau. Doch sie durfte nicht wie die anderen Teambesitzer an der Boxenmauer sitzen – sondern musste auf die Tribüne!

Danica Patrick ist die erfolgreichste Indy-500-Fahrerin
Guthrie ließ nicht locker. 1977 schaffte sie in einem Lightning-Offenhauser tatsächlich den Sprung ins Starterfeld, qualifizierte sich sogar für Platz 26. 1978 holte sie im Rennen in einem Wildcat-DGS Rang neun – mit einem gebrochenen Handgelenk!
Es dauerte bis 1992, als Lyn St. James in einem Lola-Chevrolet von Dick Simon Racing als zweite Frau ans Steuer griff. Rang elf reichte zum Titel „Rookie of the year“. Dabei war sie schon 45 Jahre alt! Sarah Fisher fuhr von 2000 bis 2010 neun Mal beim Indy 500. Dann wurde sie schwanger – von ihrem Mechaniker Andy O’Gara. Sie führte noch jahrelang ein eigenes IndyCar-Team, dann verkaufte sie es an Ed Carpenter. Danica Patrick gewann in Motegi 2008 als bis heute einzige Frau sogar ein IndyCar-Rennen. 29 Führungsrunden drehte sie beim Indy 500, 2009 wurde sie im Team von Michael Andretti Dritter.
Insgesamt bringen es die neun Frauen auf 47 Rennen und sieben Top-10-Platzierungen (sechs durch Patrick, eine durch Guthrie). In der Bildergalerie zeigen wir Ihnen alle neun Frauen, die beim Indy 500 teilgenommen haben.
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