Es ist der vielleicht unwichtigste Titel überhaupt im Motorsport. Wer IndyCar fährt, will vor allem das Indy 500 gewinnen – das älteste Autorennen der Welt. Der IndyCar-Champion steht meist im Schatten des Indy-500-Gewinners. Nicht so 2018: Denn Scott Dixons Meisterschaft hat historische Bedeutung.
In der über 100-jährigen Geschichte der IndyCar gibt es nämlich jetzt nur noch einen Fahrer, der mehr Meisterschaften gewonnen hat. Dixon holte sich nach 2003, 2008, 2013 und 2015 zum fünften Mal die Krone. AJ Foyt wurde sieben Mal Meister (1960, 1961, 1963, 1964, 1967, 1975 und 1979). Auf vier Titel kommen noch Mario Andretti, Sébastien Bourdais und Dario Franchitti.
Historischer Titel für Iceman
Dixon ist Meister der IndyCar-Saison 2018
„Dieser Erfolg“, zeigt sich der 38-Jährige hinterher überwältigt, „gebührt vor allem meiner Frau Emma, meiner Familie, meinen Freunden, meinem Team und allen Involvierten.“
Neuseeländische Zeitungen feiern Dixon bereits als besten neuseeländischen Rennfahrer aller Zeiten. Denny Hulme mag 1967 Formel-1-Weltmeister gewesen sein, Bruce McLaren noch heute einer der bekanntesten Namen des Rennsports sein, aber Dixon kämpft seit Jahren in der brutalsten Formelserie um den Titel.
2017 wird er mit seinem Monster-Crash beim Indy 500 weltberühmt. Wie er danach unerschrocken aus dem Auto steigt und im nächsten Rennen schon wieder mit von der Partie ist, verdeutlicht, warum Dixon als Iceman der IndyCar-Serie gilt. Ihn kann nichts aus der Ruhe bringen. 
Auch die Formel 1 war mehrmals auf dem Radar. Etwa 2003 und 2004, als er bei Testfahrten im BMW-Williams gleiche Zeiten fuhr wie die Stammfahrer Ralf Schumacher und Juan-Pablo Montoya.
Auch mit 38 Jahren denkt Dixon noch nicht ans Aufhören. 2019 ist er wieder mit dabei – und zwar schon in der 16. Saison für das Team von Chip Ganassi! Eine so lange Partnerschaft gab es in der Formel 1 noch nie. Dann macht Dixon Jagd auf Titel Nummer sechs. Und der Allzeitrekord von Foyt rückt immer näher. 
Das Finale in Sonoma gewann Ryan Hunter-Reay.
Endstand IndyCar-Saison 2018
1. Scott Dixon (Ganassi-Honda) 678
2. Alexander Rossi (Andretti-Honda) 621
3. Will Power (Penske-Chevrolet) 582
4. Ryan Hunter-Reay (Andretti-Honda) 566
5. Josef Newgarden (Penske-Chevrolet) 560
6. Simon Pagenaud (Penske-Chevrolet) 492
7. Sébastien Bourdais (Coyne/Vasser/Sullivan-Honda) 425
8. Graham Rahal (Rahal Letterman Lanigan-Honda) 392
9. Marco Andretti (Andretti/Herta-Honda) 392
10. James Hinchcliffe (Schmidt/Peterson-Honda) 391

Von

Michael Zeitler