Indycar: Indy 500, US Sport

Das schnellste Rennen der Welt

Das Indy 500 ist eines der größten Spektakel im Rennsport. Juan Pablo Montoya geht auf Siegjagd
Da ist höchste Konzentration gefordert! Mehr als drei Stunden lang und über eine Strecke von 500 Meilen (ca. 800 Kilometer) geht das legendäre Indy 500 (Sport1+ überträgt am Sonntag die 105. Ausgabe ab 18 Uhr). Und wenn 33 Autos Rad an Rad bei durchschnittlich über 370 km/h und Topspeeds von 380 km/h entlang von Betonmauern kämpfen, ist kein Platz für Fehler.
Dank akribischer Verbesse-rung der Sicherheit war Swede Savage 1973 zwar das 16. und letz-te Todesopfer, aber Unfälle sind beim IndyCar-Saisonhöhepunkt garantiert. 490-mal musste bisher ein Fahrer wegen eines Crashs aufgeben (Quote: 4,7). Scott  Dixon (40), sechsmal Meister der IndyCar und 2008 Sieger des Indy 500, flog 2017 nach einer Kollision acht Meter über dem Asphalt durch die Luft. „Das vergeht alles wie in Zeitlupe. Das Rennen ist gefährlich, aber die Motivation, das Indy 500 zu gewinnen, ist größer als die Angst“, sagt Dixon, der auch 2021 als Tabellenführer zum Indy 500 reist.

Juan Pablo Montoya fährt für das McLaren-Team

©Indycar

Nerven aus Drahtseilen sind aber nicht die einzige Gabe, die Fahrer mitbringen müssen. Auch wenn Ovalkurse mit den langen Geraden einfach wirken, sind sie äußerst anspruchsvoll. Simon  Pagenaud (36), Indy-500-Gewinner von 2019, sagt: „Das ist etwas ganz anderes als Formel 1. Das ist wie Rugby oder American Football. Alles, was du machst, pas-siert bei sehr hoher Geschwindigkeit. Gebremst wird nicht. Wenn du rutschst, dann crashst du. Du musst das Auto für dich arbeiten lassen, die Luft lesen.“
Die Fahrer geben nicht nur Vollgas, sondern müssen immer wieder leicht vom Gas („lupfen“). Aber nicht zu abrupt, weil sonst die Balance der bis zu 700 PS star-ken IndyCars (2,2-Liter-V6-Turbos von Honda und Chevrolet) außer Kontrolle gerät. Die Piloten können alleine im Cockpit zwischen zehn verschiedenen Einstellungen an den Stabilisatoren, 20 an den Federn und acht an den Motorkennfeldern wählen und diese jederzeit verstellen.
„Erfahrung spielt eine wichtige Rolle“, betont Pagenaud, „und wenn du die mal hast, kannst du sie bis ins hohe Alter ausspielen.“ Neun Fahrer sind 2021 älter als 40 Jahre. Juan Pablo Montoya (45) gibt 2021 nach vier Jahren sein Comeback. Er gewann das Indy 500 in den Jahren 2000 und 2015. 2021 ist er für McLaren am Start. „Die Strecke liegt mir“, sagt der frühere Rivale von Michael Schumacher (52) selbstbewusst. „Jedes Mal, wenn ich hier bin, bin ich  sofort bei der Musik.“ Zur  Vorbereitung bestritt er das  IndyCar-Rennen auf dem  Indy-Rundkurs, kam aber nicht in die Top 20. Montoya: „Das wussten wir von vornherein. Es ging nur darum, Abläufe wieder zu testen – Starts, Safety-Cars, Boxenstopps."
Montoya und sein Team sind also gut gerüstet. Stall-gefährte Patricio O’Ward (22) sorgte beim Rennen auf dem Texas Motor Speedway für den ersten McLaren-IndyCar-Sieg seit 1979. Zwei weitere Premierensieger gab es 2021 bereits.  Vielleicht schlägt die Jugend beim Indy 500 ja doch mal die  Erfahrung.

Fotos: Indycar

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