IndyCar zu gefährlich?

Spektakulär oder lebensmüde?

In der Indycar-Serie steht das Saisonfinale in Sonoma und damit die Titelentscheidung an. Es war wieder ein Jahr mit vielen Unfällen. Doch die Fahrer akzeptieren das gewaltige Risiko in der US-Formel 1
Spätestens seit Formel-1-Star Fernando Alonso (37) vor einem Wechsel in die IndyCar-Serie steht, rückt die US-Serie in den Fokus. Sie ist schneller, spannender, spektakulärer als die Königsklasse. Und gefährlicher. Robert Wickens (29) liegt seit einem Unfall mit Rückenmarksverletzungen im Krankenhaus. Mehr Glück hatte zuletzt Marco Andretti (31) bei einem Crash in Portland. Er blieb unverletzt. 

Wickens erlebte in seinem Debütjahr einen heftigen Unfall

Kaum eine Serie ist so riskant wie die IndyCar. Tony Kanaan (43) erklärt: „Keiner startet eine Rennkarriere, um reich oder berühmt zu werden. Sondern wir fahren, weil wir den Rennsport lieben. Und da musst du bereit sein, jedes Risiko einzugehen.“ Der Brasilianer fährt seit 1998 mit, hat 359 Rennen absolviert (nur Mario Andretti mit 407 und AJ Foyt mit 369 haben mehr), wurde 2004 Meister und gewann 2013 den Saisonhöhepunkt, das Indy 500. Seit seinem Debüt sind sechs Fahrer bei Unfällen gestorben. Er weiß also, wovon er spricht. Kanaan: „Auch die Indycar wird sicherer. Aber wenn du den Rennsport zu 100 Prozent sicher machst und es keine Limits mehr gibt, die du versuchst zu erreichen, keine Risiken mehr, und wenn nichts mehr auf dem Spiel steht, dann könnte jeder meinen Job machen. Und wenn das jeder könnte, würde ich es nicht mehr tun.“
Das Risiko ist nur eine Facette der Indycar. Die Rennen sind extrem spannend. Allein das Indy 500 2018 sah 30 Führungswechsel. Vor dem Finale am Wochenende in Sonoma (Montag, 0.40 Uhr, DAZN) haben in 16 Rennen acht Fahrer aus sechs verschiedenen Teams mit den rund 700 PS starken Autos gewonnen (Chassis von Dallara, 2,2-Liter-V6-Bi-Turbos von Chevrolet und Honda). 
So viel PS hat die IndyCar in Zukunft: Hier nachschauen
Wer Indycar-Meister werden will, muss ein Allrounder sein. Gefahren wird auf sechs Ovalen, wo teilweise Tempi über 380 km/h erreicht werden. Aber auch auf fünf Stadtkursen und sechs Rundstrecken. Und die Rennpisten Amerikas weisen keine asphaltierten Auslaufzonen auf, dafür starke Gefälle und abwechslungsreiche Passagen. Dazu kommt: Die Fahrer haben keine Fahrhilfen, nicht einmal eine Servolenkung! 
Entschieden wird der Titel zwischen dem viermaligen Meister Scott Dixon (38/Chip Ganassi-Honda/598 Punkte) und Alexander Rossi (26/Andretti-Honda/569 Punkte). Beide haben drei Siege, einen zweiten und vier dritte Plätze. In Sonoma ist ein Sieg 100 Punkte wert.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture-Alliance

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