Irmscher macht Leapmotor scharf: Irmscher baut den C10 um
Leapmotor iC10: China-SUV mit Opel-DNA?

Von Apple wird es zwar kein iCar geben, doch dafür von Leapmotor. Die chinesische Stiefschwester von Opel hat den Hessen ihren Haustuner ausgespannt – und zusammen mit Irmscher den iC10 aufgelegt.
Bild: Leapmotor / Hardy Mutschler
Irmscher – bei der Generation Vokuhila beginnt da der Gasfuß zu zittern, und der Fuchsschwanz flattert selbst bei Windstille an der Stabantenne. Denn seit dem seligen Manta stehen die Schwaben vor allem für scharf gemachte Opel-Modelle. Aber sie schmücken nicht nur bis heute Corsa und Co, sondern – es bleibt ja schließlich in der Familie – machen jetzt auch mit Leapmotor gemeinsame Sache.
So wie Brabus sich für die scharfen Smarts mit dem Geely-Konzern eingelassen hat, ist Irmscher neuerdings strategischer Partner der chinesischen Opel-Stiefschwester und veredelt für das Start-up aus dem Reich der Mitte den C10. In einer Auflage von 250 Exemplaren wird daraus der iC10, der im neuen Jahr zu Preisen ab 49.900 Euro in den Handel geht.
Mehr Premium-Optik statt Preisbrecher-Image
Bislang eher als Grandland-Alternative für Pfennigfuchser positioniert, umweht das 4,70 Meter lange SUV so dann plötzlich ein Hauch von Premium. Das beginnt beim handgenähten Lederetui für die Schlüsselkarte, führt über eine durchnummerierte Plakette auf der Mittelkonsole und gipfelt in der roten Zierlinie auf der Flanke, die wir so oder so ähnlich sonst von Rolls-Royce kennen. Nur dass sie hier aufgeklebt ist und nicht mit dem Rosshaarpinsel von Hand lackiert.

Irmscher macht den Leapmotor C10 innen zum Premium-SUV.
Bild: Leapmotor / Hardy Mutschler
Dazu gibt's eine neue Frontschürze und einen neuen Heckspoiler sowie ringsum noch mehr rote Zierteile – etwa an der Buglippe oder den Kappen, die auf den Naben der neuen 20-Zoll-Räder stecken. Außerdem haben die Schwaben auch den Innenraum mit neuer Auslegeware verfeinert.
Zwar verlangt Leapmotor für den Zierrat stolze 5000 Euro, was für sich genommen ein heftiger Aufschlag ist. Doch weil der Grundpreis des C10 moderat ist, steht am Ende eine in dieser Klasse übersichtliche Summe auf der Rechnung.
Technik bleibt Serie – aber mit ordentlich Dampf
Und dass es für ernsthafte technische Modifikationen nicht gereicht hat, liegt wohl weder am Geld noch an der Kompetenz, sondern schlicht an der jungen Liebe zu Leapmotor, die erst noch wachsen und gedeihen muss. Und daran, dass der Antrieb eigentlich auch keinen Nachschlag braucht. Schließlich basiert der C10 auf dem Top-Modell ProMax AWD, das mit seinen zwei Motoren bereits auf ziemlich atemberaubende 598 PS und 720 Nm kommt und mit einem Sprintwert von 4,0 Sekunden selbst manchen Versionen des Porsche 911 davonfährt.

Mehr Show, mehr Shine: Irmscher macht den C10 zum iC10.
Bild: Leapmotor / Hardy Mutschler
Nur dass bei 190 Sachen schon wieder Schluss ist, wird die Generation Fuchsschwanz stören. Andererseits gibt's hier im Gegensatz zum Manta ja keine Antenne mehr, an der er flattern könnte. Stattdessen ist das Infotainment digital, und auf dem riesigen Screen in der Mitte läuft viel mehr als nur das Radio. Gespeist wird der ganze Zauber aus einem Akku mit knapp 82 kWh, der für 437 Normkilometer reicht und danach mit bis zu 180 kW geladen wird.
Also nur ein bisschen Show und Shine statt ernsthafter Schnellmacherei? Ja, schon, räumen sie bei Leapmotor ein und schieben ein lautes Aber hinterher. Schließlich ist das ja auch nur der Anfang, und je enger die Beziehung, desto größer vielleicht bald auch der Einfluss. Selbst wenn die Bromance of Power so schnell womöglich nicht für mehr Motorleistung reicht, ließe sich ja zumindest die Spitzengeschwindigkeit vielleicht über ein Software-Update anheben. Schließlich sind die Chinesen zu Recht stolz darauf, wie schnell und einfach sie damit Zugriff auch auf schon ausgelieferte Autos haben. Und ein bisschen mehr Tempo gehört beim Tuning doch dazu.
Zwar sind so am Ende die neuen Räder und Reifen sowie das Fahrwerk mit weniger Bodenfreiheit und strammerer Abstimmung die einzigen technischen Änderungen. Doch schon das wirkt Wunder, und schon ergeben auch die vier verschiedenen Fahrprofile einen Sinn, die man mit einem Fingerzeig wechselt. Denn plötzlich fühlt sich das SUV im Sport-Modus tatsächlich ein bisschen sportlicher an, reagiert sensibler auf den rechten Fuß, spannt die Muskeln an, schärft die Sinne und treibt dem Fahrer so ein breites Grinsen ins Gesicht. So viel Esprit hätte man diesem Elektroauto gar nicht zugetraut.
Fazit
Bislang hat sich Leapmotor vor allem als nüchterner Preisbrecher inszeniert. Doch wer mit einem Auto wie dem C10 so viel spart, der kann sich leichter auch den Luxus eines Tuningpakets leisten. Selbst wenn das Auto damit weder stärker noch schneller wird, macht der chinesische Stiefbruder des Grandland so deutlich mehr her. Und während Leapmotor auch ein gutes Jahr nach dem Start bei uns noch kaum jemand kennt, schmücken sich die Chinesen so zugleich auch noch mit einem etablierten Namen.
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