Jimenez Novia (1995): Supersportwagen, W16, Preis, Einzelstück
Der Supersportwagen mit vier Motorradmotoren

Der Jimenez Novia ist ein vergessener Supersportwagen aus den 90er-Jahren. Sein W16 besteht aus vier kombinierten Yamaha-Motorradmotoren!
Bild: en.wheelsage.org
Optisch ist der Jimenez Novia eine Hommage an den Porsche 917, doch die eigentliche Sensation ist sein Motor! Die nur 4,17 Meter lange Flunder wird von einem 4,1 Liter großen W16 befeuert und das über zehn Jahre bevor der Bugatti Veyron auf den Markt kam. Die Konstruktion des Jimenez-W16 ist dabei nicht weniger beeindruckend. Der Novia wurde vom französischen Motorrad-Rennfahrer Ramon Jimenez in der Nähe von Avignon designt und entwickelt. Sein Ziel war es, den ultimativen Supersportwagen zu bauen. Das ist die Geschichte hinter dem heute völlig unbekannten Jimenez Novia!
Wussten Sie, dass der Bugatti Veyron ursprünglich mit W18 geplant war?

Der Novia hatte Zentralverschlussfelgen und sogar ein hydraulisches Fahrwerk an Bord.
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Der W16 besteht aus vier Yamaha-Vierzylindermotoren
Sich in den 80er-Jahren ohne jegliches Know-how im Ingenieursbereich daran zu machen, einen Supersportwagen aus dem Nichts zu entwickeln, ist an sich schon bewundernswert, doch den Motor dann auch noch komplett in Eigenregie zu konstruieren, ist schlichtweg atemberaubend. Dabei wählte Jimenez den denkbar schwierigsten Weg. Anstatt sich einen Ami-V8 oder wenigstens einen Sechszylinder-Boxer von Porsche zu schnappen und darauf aufzubauen, hatte Jimenez völlig andere Vorstellungen. Er wollte einen Sechzehnzylindermotor! Dazu nahm er vier wassergekühlte Vierzylinder-Motorradmotoren einer Yamaha FZR 1000 Exup und verschmolz sie miteinander. Was schon auf dem Papier mehr als kompliziert klingt, war in der Praxis eine wahre Meisterleistung.
560 PS und bis zu 10.000 U/min
Genau genommen konstruierte Jimenez aus zwei jeweils 1003 ccm großen Vierzylindern einen V8. Anschließend wurden die V8 am Kurbelgehäuse miteinander verbunden, behielten aber separate Kurbelwellen. Das Resultat war ein W16 mit 4118 ccm Hubraum und 80 Ventilen (fünf Ventile pro Zylinder). Der Saugmotor hatte eine Leistung von 560 PS und 432 Nm. Die Maximaldrehzahl lag bei irrwitzigen 10.000 U/min und die Kraftübertragung übernahm ein Sechsgang-Schaltgetriebe von Hewland.

Spektakuläre Heckansicht: Vier Endrohre und mächtige Lüfter dominieren das Heck.
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Topspeed: 381 km/h
Dass der 1995 fertiggestellte Jimenez Novia schnell sein würde, war klar. Wie schnell er wirklich war, überraschte allerdings alle! Noch im Jahr der Fertigstellung konnte Ramon Jimenez zeigen, was sein Supersportwagen wirklich konnte. Auf einem abgesperrten Autobahnstück erreichte der Novia unglaubliche 381 km/h und war damit nur zehn km/h langsamer als der legendäre McLaren F1 bei seinem Topspeed-Run im Jahr 1998.

Leder, Radio und sogar eine Klimaanlage: Der Jimenez Novia war kein spartanischer Rennwagen.
Bild: en.wheelsage.org
Eine Kleinserie zum Stückpreis von 300.000 Euro war geplant
Alles lief bestens! So gut, dass Jimenez plante. eine Kleinserie im französischen Monteux zum Stückpreis von heute etwa 300.000 Euro aufzulegen. Außerdem wollte er noch mehr Leistung aus dem W16 holen und dachte auch über mögliche Renneinsätze, unter anderem in Le Mans, nach. Sogar eine Offroad-Variante des Novia war angedacht. Doch dann kam alles ganz anders. Für eine Kleinserienfertigung musste der Novia einem Crashtest unterzogen werden. Da vom Novia allerdings nur ein Exemplar existierte und Jimenez nicht genügend Geld für ein weiteres hatte, sah es schlecht aus für das ambitionierte Projekt. Trotz des medienwirksamen Topspeed-Run gelang es dem Franzosen nicht, Investoren zu finden und so blieb dem findigen Autobauer nichts anderes übrig, als das Projekt einzustampfen. Der Jimenez Novia blieb ein Einzelstück!
Ab Ende der 90er-Jahre widmete sich Jimenez dann einem völlig anderen Feld – den CNC-Laserschmiedemaschinen. Die Firma Jimenez Motor Laser gibt es noch heute und auch wenn es seit Jahren keinerlei neue Bilder des Jimenez Novia gegeben hat, wird der Supersportwagen vermutlich noch in der Garage von Ramon Jimenez stehen.
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