1995 Jimenez Novia

Jimenez Novia (1995): Supersportwagen, W16, Preis, Einzelstück

Der Supersportwagen mit vier Motorradmotoren

Der Jimenez Novia ist ein vergessener Supersportwagen aus den 90er-Jahren. Sein W16 besteht aus vier kombinierten Yamaha-Motorradmotoren!
Optisch ist der Jimenez Novia eine Hommage an den Porsche 917, doch die eigentliche Sensation ist sein Motor! Die nur 4,17 Meter lange Flunder wird von einem 4,1 Liter großen W16 befeuert und das über zehn Jahre bevor der Bugatti Veyron auf den Markt kam. Die Konstruktion des Jimenez-W16 ist dabei nicht weniger beeindruckend. Der Novia wurde vom französischen Motorrad-Rennfahrer Ramon Jimenez in der Nähe von Avignon designt und entwickelt. Sein Ziel war es, den ultimativen Supersportwagen zu bauen. Das ist die Geschichte hinter dem heute völlig unbekannten Jimenez Novia!
Winterprodukte Zum Angebot

Kärcher elektrischer Eiskratzer

Preis*: 46,15 Euro

Ctek CT5 Time to Go

Preis*: 84,90 Euro

Ctek MXS 5.0

Preis*: 63,36 Euro

Dino Startbooster

Preis*: 91,95 Euro

Sonax Antifrost & Klarsicht

Preis*: 9,49 Euro

Sonax Scheibenenteiser

Preis*: 7,49 Euro

*Preis: Amazon-Preis am 12.01.2021

Der Novia hatte Zentralverschlussfelgen und sogar ein hydraulisches Fahrwerk an Bord.

©en.wheelsage.org

Ramon Jimenez und sein Team begannen die Entwicklung im Jahr 1985 ohne die Hilfe eines etablierten Herstellers in der heimischen Werkstatt. Als Basis diente ein Aluminium-Waben-Chassis, die Karosserie bestand komplett aus Carbon und erinnert nicht zufällig an den Porsche 917. Der legendäre und überaus erfolgreiche Rennwagen war das Lieblingsauto von Jimenez, doch statt sich mit einer qualitativ minderwertigen Replik zu begnügen, wollte er seinen eigenen Supersportwagen bauen. Vor 25 Jahren war Carbon allerdings noch deutlich teurer als heute, schließlich war der Werkstoff erst einige Jahre zuvor in der Formel 1 erstmalig zum Einsatz gekommen, und so entschied sich Jimenez, die Karosserieteile kurzerhand selbst zu fertigen. 

Der W16 besteht aus vier Yamaha-Vierzylindermotoren

Sich in den 80er-Jahren ohne jegliches Know-how im Ingenieursbereich daran zu machen, einen Supersportwagen aus dem Nichts zu entwickeln, ist an sich schon bewundernswert, doch den Motor dann auch noch komplett in Eigenregie zu konstruieren, ist schlichtweg atemberaubend. Dabei wählte Jimenez den denkbar schwierigsten Weg. Anstatt sich einen Ami-V8 oder wenigstens einen Sechszylinder-Boxer von Porsche zu schnappen und darauf aufzubauen, hatte Jimenez völlig andere Vorstellungen. Er wollte einen Sechzehnzylindermotor! Dazu nahm er vier luftgekühlte Vierzylinder-Motorradmotoren einer Yamaha FZR 1000 Exup und verschmolz sie miteinander. Was schon auf dem Papier mehr als kompliziert klingt, war in der Praxis eine wahre Meisterleistung.

560 PS und bis zu 10.000 U/min

Genau genommen konstruierte Jimenez aus zwei jeweils 1003 ccm großen Vierzylindern einen V8. Anschließend wurden die V8 am Kurbelgehäuse miteinander verbunden, behielten aber separate Kurbelwellen. Das Resultat war ein luftgekühlter W16 mit 4118 ccm Hubraum und 80 Ventilen (fünf Ventile pro Zylinder). Der Saugmotor hatte eine Leistung von 560 PS und 432 Nm. Die Maximaldrehzahl lag bei irrwitzigen 10.000 U/min und die Kraftübertragung übernahm ein Sechsgang-Schaltgetriebe von Hewland.

Spektakuläre Heckansicht: Vier Endrohre und mächtige Lüfter dominieren das Heck.

©en.wheelsage.org

Da es sich bei der komplexen Konstruktion immer noch um einen lufgekühlten Motor handelte, war vor allem die Kühlung wichtig. Vor den Hinterrädern hatte der Novia große Kühler, zusätzlich gab es zwei riesige Lüfter im Heck, die helfen sollten, die heiße Luft aus dem Motorraum zu saugen. Genau wie der Porsche 917, kam auch der Novia ohne großen Spoiler aus und generierte trotzdem viel Abtrieb. Was die Dimensionen angeht, war der Nachbau nah dran am Original. Mit 4166 Millimetern Länge und 1956 Millimetern Breite war er nur 44 Millimeter länger und 24 Millimeter breiter als der Porsche 917. Lediglich bei der Höhe musste Jimenez der Platzverhältnisse wegen Zugeständnisse machen und so war der 917 rund 15 Zentimeter flacher als der Novia. In den Innenraum ging es über Flügeltüren. Trotz Komfort-Features wie Kassettenradio, beigem Conolly-Leder und sogar eine Klimaanlage wog der Novia aufgrund seiner Leichtbauweise gerade mal 890 Kilo. Das Leistungsgewicht lag somit bei 1,6 kg/PS.

Topspeed: 381 km/h

Dass der 1995 fertiggestellte Jimenez Novia schnell sein würde, war klar. Wie schnell er wirklich war, überraschte allerdings alle! Noch im Jahr der Fertigstellung konnte Ramon Jimenez zeigen, was sein Supersportwagen wirklich konnte. Auf einem abgesperrten Autobahnstück erreichte der Novia unglaubliche 381 km/h und war damit nur zehn km/h langsamer als der legendäre McLaren F1 bei seinem Topspeed-Run im Jahr 1998.

Leder, Radio und sogar eine Klimaanlage: Der Jimenez Novia war kein spartanischer Rennwagen.

©en.wheelsage.org

Das Wort Novia ist übrigens Spanisch, bedeutet Freundin oder Geliebte und ist eine Anekdote dafür, dass Jimenez insgesamt mehr als zehn Jahre Arbeit in seinen Supersportwagen steckte. Im Anschluss an die Rekordfahrt wurde der Novia, dessen Entwicklung rund 850.000 US Dollar oder umgerechnet über 700.000 Euro gekostet hatte, auf der französischen Rennstrecke Paul Ricard und auf einem Flugplatz der französischen Luftwaffe getestet. Auch hier konnte der Novia überzeugen: Für den Sprint auf 100 km/h benötigte er nur rund drei Sekunden und den stehenden Kilometer schaffte er in 19 Sekunden.

Eine Kleinserie zum Stückpreis von 300.000 Euro war geplant

Alles lief bestens! So gut, dass Jimenez plante. eine Kleinserie im französischen Monteux zum Stückpreis von heute etwa 300.000 Euro aufzulegen. Außerdem wollte er noch mehr Leistung aus dem W16 holen und dachte auch über mögliche Renneinsätze, unter anderem in Le Mans, nach. Sogar eine Offroad-Variante des Novia war angedacht. Doch dann kam alles ganz anders. Für eine Kleinserienfertigung musste der Novia einem Crashtest unterzogen werden. Da vom Novia allerdings nur ein Exemplar existierte und Jimenez nicht genügend Geld für ein weiteres hatte, sah es schlecht aus für das ambitionierte Projekt. Trotz des medienwirksamen Topspeed-Run gelang es dem Franzosen nicht, Investoren zu finden und so blieb dem findigen Autobauer nichts anderes übrig, als das Projekt einzustampfen. Der Jimenez Novia blieb ein Einzelstück!
Ab Ende der 90er-Jahre widmete sich Jimenez dann einem völlig anderen Feld – den CNC-Laserschmiedemaschinen. Die Firma Jimenez Motor Laser gibt es noch heute und auch wenn es seit Jahren keinerlei neue Bilder des Jimenez Novia gegeben hat, wird der Supersportwagen vermutlich noch in der Garage von Ramon Jimenez stehen.

Autor:

Fotos: en.wheelsage.org

Anzeige

Automarkt

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.