Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht? Eine Frage, die sich Autokäufer immer öfter stellen. Dacia liefert mit seiner Modellpalette die passende Antwort. Und bietet – ganz einfach – viel Auto für wenig Geld. Mit großem Erfolg, bislang haben sich fast 120.000 Deutsche für eines der rumänischen Dumpingangebote entschieden. Wer ein richtig erwachsenes Auto für weniger als 8000 Euro sucht, kommt an den soliden Preisknallern tatsächlich kaum vorbei. Doch welchen nehmen? Schon die Logan-Familie zählt vier Mitglieder. Dazu kommen der kompakte Sandero, sein rustikaler SUV-Ableger Stepway, fünf Ausstattungen und acht Motoren. Dabei geht schon mal die Übersicht verloren, obwohl die Aufpreislisten vergleichsweise kurz ausfallen, außerdem weder ESP noch Kopfairbags oder Dieselpartikelfilter zu haben sind. AUTO BILD hilft bei der Wahl des richtigen Modells, der sinnvollsten Ausstattung und des idealen Antriebs. Und verrät, mit welchem Dacia Sie am besten fahren. Keine leichte Aufgabe. Denn was einfach erscheint, wird durch die Paket-Politik mitunter unnötig kompliziert.

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Dacia Logan MCV
Der Begriff "Grundausstattung" ist bei Dacia durchaus wörtlich zu nehmen. Denn die Basismodelle bieten alles zum Fahren – mehr aber nicht. Das gilt ebenso für die Sicherheit: ABS und zwei Airbags sind an Bord, ESP oder ein zusätzliches Airbag-Paket gibt es aber nicht. Es darf etwas mehr sein? In der Aufpreisliste finden sich empfehlenswerte Extras wie die Servolenkung, Nebelscheinwerfer oder Seitenairbags vorn. Dumm nur, dass es die oft erst ab der mittleren Version Ambiance (Minimum 950 Euro extra) gibt. Andere wiederum sind nur zusammen mit weiteren Extras lieferbar. Beispiel: Wer Klima will, muss zwangsläufig das Klang-und-Klima-Paket mit simplem CD-Radio ordern (ab 850 Euro). Das treibt den Preis unnötig hoch. Merkwürdig auch, dass es die geteilte Rücklehne beim Sandero nur mit der Topausstattung gibt – hier sparen die Rumänen an der falschen Stelle. Und zeigen, dass die verlockenden Grundpreise auch Augenwischerei sind. Am Ende ist ein vernünftig ausgestatteter Dacia zwar immer noch preiswert, oft aber teurer als gedacht.


Alle Motoren (fünf Benziner, zwei Diesel) kommen von Renault

Dacia Sandero
Unter den Dacia-Motorhauben arbeiten ausnahmslos Renault-Triebwerke. Und zwar recht lautstark, denn eine Dämmung zum Innenraum ist kaum vorhanden. Wer damit leben kann, fährt mit den betagten, aber robusten Zweiventilern (1.4 MPI/1.6 MPI) jedoch nicht schlecht. Beide Triebwerke sind elastisch, ziehen ordentlich aus niedrigen Touren und fahren schon bei Tempo 50 ruckfrei im letzten Gang des passend gestuften und leidlich exakten Fünfganggetriebes. So lassen sich lärmend hohe Drehzahlen vermeiden, die beide Motoren ohnehin nicht mögen. Richtig sparsam ist jedoch keiner der Benziner, auch nicht die moderneren, spürbar drehfreudigeren und etwas kultivierteren Vierventiler (1.2 16V/1.6 16V). Schwacher Trost: die beiden neuen LPG-Varianten auf Basis der alten Zweiventiler, hier ist wenigstens der Kraftstoff günstig. Diesel? Lohnt wegen der hohen Aufpreise kaum, außerdem gibt es keinen Partikelfilter, nicht mal zum Nachrüsten. Bester Kompromiss: der robuste 1.6 MPI.

Die Dacia-Motoren im Überblick




Fazit

von

Uli Holzwarth
Richtig preiswert sind bei Dacia nur die Grundpreise, die schluckfreudigen Motoren schlagen sich jedoch in höheren Unterhaltskosten nieder. Dennoch: Wer viel Platz braucht, kommt am Logan MCV nicht vorbei. Am attraktivsten ist freilich der Sandero Stepway. Mit modischem SUV-Zierrat und aufgewerteter Ausstattung bietet er am meisten – fürs Auge, aber auch für den Alltag. Meine Empfehlung: der Dacia Sandero Stepway 1.6 MPI. Basierend auf der Ambiance-Linie, hat der Stepway zusätzlich Metallic-Lackierung, 16-Zoll-Alus, Nebelscheinwerfer und eine geteilte Rücklehne. Macht 9990 Euro. Dazu folgende Extras: Elektro-Paket (300 Euro), 60 Monate Garantie (360 Euro). Macht unterm Strich 10.650 Euro.

Von

Uli Holzwarth