Gut 470.000 Autofahrer mussten 2009 ihren Führerschein abgeben – fast fünfmal so viele wie bei Beginn der statistischen Auswertung im Jahr 1991. Gründe dafür sieht das KBA unter anderem in der schärferen Überwachung und den höheren Fahrleistungen. 2009 blieb die Zahl der Punktesünder im Vergleich zu 2008 aber nahezu konstant: Knapp neun Millionen Menschen waren am 1. Januar 2010 in Flensburg registriert. Das ist ein Anstieg von 1,1 Prozent. Noch immer sind die Männer in der Norddeutschen Kartei mit 78,1 Prozent  stärker vertreten als Frauen. Gemeinsam haben die beiden Geschlechter, dass sie am häufigsten wegen zu schnellen Fahrens erwischt wurden. Bei den Herren folgt an zweiter Stelle das Fahren unter Alkoholeinfluss, die Damen nahmen es hingegen mit den Vorfahrtregelungen nicht so genau.
In Sachen Gasfuß hat sich die Einheit zwischen Ost und West übrigens untrennbar vollzogen. Hüben wir drüben wird ordentlich draufgetreten (3,8 Prozent im Osten, 3,9 Prozent im Westen). Zwischen den einzelnen Bundesländer gibt es hingegen deutliche Unterschiede. Spitzenreiter sind die Brandenburger: 8,7 Prozent der Bevölkerung waren zu schnell unterwegs. Ganz tugendhaft hingegen die Berliner: Nur 0,9 Prozent missachteten die Geschwindigkeitsvorschriften. Vielleicht wurden sie auch einfach nur seltener erwischt. Die Überwachungsdichte variiert nämlich von Land zu Land.

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Ein Dauerbrenner im Strafenkatalog ist auch das Telefonieren am Steuer ohne Freisprecheinrichtung. Gut 418.000 Punkte wurden 2009 deswegen verteilt. Im Vergleich zu 2008 ist das ein Rückgang um 3,3 Prozent. Wegen der großen Abhängigkeit von der Überwachungsintensität interpretiert das KBA die Zahl hier aber als Stagnation auf hohem Niveau. Ein weiteres Ergebnis des Jahresberichts: Die Zahl der Drogen- und Alkoholverstöße ist 2009 mit 200.200 Delikten um rund zehn Prozent gesunken.
Das KBA machte auch einen Vorschlag zur Vereinfachung der derzeitigen Punkteregelung. Bislang verfällt ein Punkt nicht, wenn innerhalb einer bestimmten Zeit ein weiterer dazukommt. "Das ist intransparent", kritisiert Zinke. Das KBA schlägt daher vor, dass sich die Zeit bis ein Punkt verfällt zwar verlängert, dass er dann abhängig vom Verstoß aber auch nach drei, sechs oder zwölf Jahren vom Konto gelöscht wird. "Das sind erste Gedanken auf Arbeitsebene", sagte Zinke. Über eine Punktereform entscheidet die Bundesregierung.

Von

Stephanie Kriebel