Kia Picanto: Fahrbericht
Picanto wird erwachsen

Kia startet im Mai 2011 die zweite Generation des Picanto. Optisch und technisch präsentiert sich der Korea-Knirps auf der Höhe der Zeit – und ist zudem preisgünstiger als der Vorgänger.
Bild: Christian Bittmann
Während Hyundai gerade erst das wenig bemerkenswerte Facelift am i10 hinter sich gebracht hat, startet Konzern-Schwester Kia im Mai 2011 mit dem Picanto (Fünftürer, Dreitürer ab August) schon die zweite Generation des Korea-Knirpses. Und die wird sogar 200 Euro billiger. Weil der Basis-Benziner jetzt nur noch drei statt wie bisher vier Zylinder unter der Haube trägt, startet er als Fünftürer bei 9390 Euro (Dreitürer ab 8990 Euro). Dabei zeigt sich der neue Picanto nicht nur optisch, sondern auch technisch auf der Höhe der Zeit. Bei unveränderter Breite (1,60 m) und Höhe (1,48 m) wurde der Radstand um 1,5 Zentimeter verlängert, wuchs das Auto insgesamt um sechs Zentimeter auf 3,60 Meter. Klingt wenig, fühlt sich aber ausgesprochen gut an. Selbst zwei ausgewachsene Nordeuropäer kommen auf den manierlichen Vordersitzen bestens miteinander klar, der Fond reicht für Kinder und Kurzstrecken allemal. Sogar der Kofferraum profitiert vom bescheidenen Wachstum, statt wie bisher nur 127 Liter dürfen jetzt 200 Liter eingeladen werden. Ein Zuwachs von immerhin 57 Prozent.
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Video: Kia Picanto 2011
Der Korea-Knirps in zweiter Generation
Zum etwas überforderten und müden Gesamteindruck trägt auch die unglückliche Stufung des Fünfgangschaltgetriebes bei. Beim Schalten fällt der Motor besonders in den Gängen zwei und drei aus höheren Drehzahlen so tief in den Drehzahlkeller, dass er sich nur sehr mühsam wieder daraus hochkämpfen kann. Am wenigstens fällt dieser Umstand auf, wenn man die Gänge nicht über 2500 Touren ausdreht – was nebenbei auch noch den ohnehin schon günstigen Verbrauch senken dürfte. Mit Start-Stopp-Automatik (im Komfort-Paket zusammen mit Klimaautomatik, Sitzheizung vorn, Nebelscheinwerfern und Dämmerungssensor für 760 Euro, nur Spirit) sollen dem Einliter 4,1 l/100 km reichen.
Deutlich besser gefällt uns der Dreizylinder allerdings in der Flüssiggas-Variante, die ab Oktober 2011 verfügbar sein wird. Das Einlitermotörchen leistet unter Gaseinfluss 82 PS, hängt deutlich lebhafter am Gas und zieht spürbar besser durch. Auch die Ganganschlüsse passen beim Bi-Fuel (neben dem 35 Liter Flüssiggastank gibt es einen Zehnliter-Benzintank) erheblich besser, sodass sich das Warten auf jeden Fall lohnt. Zumal im Herbst auch der 85 PS starke 1,2-Liter-Vierzylinder startet, der bei Laufruhe und Leistungsentfaltung die Nase vorn haben sollte. Wer sich sogar noch bis 2012 gedulden kann, der bekommt mit dem Dreizylinder-Turbo sogar noch ein echtes Leckerli serviert. Mit 110 PS dürfte der Picanto zum echten Muskel-Mini mutieren den bestenfalls 85 PS starken Hyundai i10 hält der jedenfalls locker auf Distanz.
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