Kia Seltos 1.6 T-GDI: Test
Mut zur Lücke: Kia Seltos fährt zwischen Stonic und Sportage

SUV gibt es bei Kia schon viele. Jetzt kommt noch der kompakte Seltos dazu. Im Test muss der Neue zeigen, ob wirklich noch Platz für ihn bleibt.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Inhaltsverzeichnis
Dicht besetzt ist das Kia-Modellprogramm bei den SUV. Sehr dicht, fast schon unübersichtlich. Von Stonic bis Sorento halten die Koreaner ein umfangreiches Sortiment bereit – und dabei lassen wir die Elektro-Fraktion von EV3 bis EV9 hier sogar mal außen vor. Lücken gibt es da eigentlich nicht. Gar keine? Denkste!
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Kia hat doch noch eine gefunden, und zwar zwischen dem 4,17 Meter langen Stonic und dem 4,54 Meter langen Sportage. Gut, da gibt es noch den XCeed mit 4,38 Metern und den Niro (4,43 Meter), aber die deklarieren wir mit einer Höhe von 1,48 Metern (XCeed) und 1,55 Metern (Niro) eher als Crossover.
- Für Familien: Der Seltos bietet einen ordentlichen Kofferraum und eine verstellbare Rückbank mit angenehmer Beinfreiheit.
Seltos kommt im Kompakt-SUV-Format
Der Seltos, der jetzt genau in diese Lücke fahren soll, baut mit 1,62 Metern doch erheblich höher, ist 1,83 Meter breit und wie der Niro 4,43 Meter lang – klassische Kompakt-SUV-Maße. Das Auto gibt es schon etwas länger, seit 2019, um genau zu sein. Im Prinzip auf der ganzen Welt von Indien bis zu den USA, von Australien bis Korea. Nur in Europa nicht. Und dabei ist er sogar der weltweit zweitmeistverkaufte Kia, hinter dem Sportage. Doch jetzt kommt er auch zu uns, in der zweiten Auflage.

Zwischen Stonic und Sportage: Der Seltos misst 4,43 Meter in der Länge, ist 1,26 Meter hoch und 1,83 Meter breit – ein typisches Kompakt-SUV-Format.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Das Design folgt der aktuellen Kia-Linie, also kantig, eckig, etwas kastig und mit auffällig gestalteten LED-Leuchten vorn – deren Linienführung soll an Sternbild-Darstellungen erinnern (”Star Map”). An der Seite fallen die betonten Radhäuser auf, die Türgriffe sind, eigentlich E-Auto-typisch, versenkt. Und nicht besonders gut zu greifen.
Auch am Heck hat Kia wieder zackig geformtes LED-Licht verbaut, die Lichtleiste ist nicht durchgehend. Dazu gibt es einen großen Dachspoiler, das Kennzeichen sitzt im Stoßfänger. Alles klar und aufgeräumt. Auf der Straße wirkt der Seltos übrigens größer, als er eigentlich ist.
Bedienung gelingt problemlos
An Bord geht es mit moderner, geradliniger Architektur weiter. Der Kia ist geschmackssicher und ansehnlich eingerichtet. Mit teils durchaus einfachem, aber insgesamt schönem Materialmix und interessanten Oberflächen, sauber verarbeitet.

Intuitiv: In Sachen Bedienung macht es der Seltos seinem Fahrer leicht – es gibt einen guten Mix aus Touchscreen und echten Tasten.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Und das große Panoramadisplay mit den zwei 12,3 Zoll großen Bildschirmen steht eben nicht wie hingeworfen in der Gegend herum wie bei vielen anderen Herstellern. Es ist perfekt ins Armaturenbrett integriert – gleichzeitig gut zu erreichen und ohne die Sicht einzuschränken. Bei der Bedienung setzt Kia gekonnt auf eine Mischung zwischen Touchscreen und klassischen Bedienelementen, also Tasten, Knöpfen und Schaltern.
Fahrzeugdaten
Modell | Kia Seltos 1.6 T-GDI |
|---|---|
Motor Bauart/Zylinder | Vierzylinder, Turbo |
Einbaulage | vorn quer |
Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/2 |
Nockenwellenantrieb | Kette |
Hubraum | 1598 cm³ |
kW (PS) bei 1/min | 132 (180)/6000 |
Nm bei 1/min | 265/1600 |
Vmax | 208 km/h |
Getriebe | Siebengang-Doppelkupplung |
Antrieb | Vorderradantrieb |
Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben |
Testwagenbereifung | 235/45 R 19 V |
Reifentyp | Nexen N’Fera Sport |
Radgröße | 7,5 x 19" |
Abgas CO2 | 158 g/km |
Verbrauch* | 7,0 l/100 km |
Tankinhalt | 50 l |
Kraftstoffsorte | Super |
Partikelfilter | Serie |
Vorbeifahrgeräusch | 66 dB(A) |
Anhängelast gebr./ungebr. | 1300/750 kg |
Stützlast | 100 kg |
Kofferraumvolumen | 536–1511 l |
Länge/Breite/Höhe | 4430/1830–k. A.**/1615 mm |
Radstand | 2690 mm |
Grundpreis | 36.190 Euro |
Testwagenpreis (wird gewertet) | 43.630 Euro |
Die Fahrer-Instrumente lassen sich konfigurieren, sind fein gezeichnet, groß und gut ablesbar. Die Multimedia-Menüs sind logisch strukturiert, die Darstellungen klar und die Kurzwahltasten sinnvoll und hilfreich. Alles funktioniert mühelos und selbsterklärend – selten geworden heutzutage. Und deshalb kann man das gar nicht oft genug loben.
Hinten sitzt es sich entspannt
Das Raumangebot geht in Ordnung, vorn und auch hinten. Vorn sitzt man SUV-typisch erhöht und aufrecht, auf stramm gepolsterten und gut ausgeformten Sitzen – nur eine verlängerbare Beinauflage würden wir uns wünschen. Im Fond ist die Rückbank schön hoch eingebaut und die Lehnenneigung erstaunlich weit verstellbar (insgesamt um 24 Grad), zusammen mit dem guten Platzangebot ergibt das eine angenehme, entspannte Sitzposition.

Gut untergebracht: Passagiere in Reihe zwei sitzen auf einer schön hoch montierten Bank, die Lehnenneigung hat einen weiten Verstellbereich.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
In den Kofferraum passen im Normalfall 536 Liter, die Fondlehne lässt sich geteilt umklappen, komplett umgelegt passen 1511 Liter rein. Der Boden ist höhenverstellbar, auch eine (kleine) Durchreiche gibt es, alles ganz praktisch. Der Seltos darf maximal 479 Kilogramm zuladen, die Anhängelast liegt bei 1,3 Tonnen. Zum Vergleich und zum Thema Lücke: Beim Stonic sind es 352 bis 1155 Liter Kofferraumvolumen und beim Sportage 562 bis 1751 Liter.
Angetrieben wird der Seltos vom 1,6-Liter-T-GDI mit 180 PS, einem, sagen wir mal, bewährten Aggregat. Typ braver Alltagsmotor, recht flott dabei, aber bestimmt nicht übermäßig temperamentvoll. Den Standardsprint von null auf 100 km/h schaffte der Kia in unserem Test in 8,5 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 208 km/h.

Geht gut: In 8,5 Sekunden sprintet der Seltos 1.6 T-GDI aus dem Stand auf Tempo 100. Maximal sind 208 km/h möglich.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Messwerte
Modell | Kia Seltos 1.6 T-GDI |
|---|---|
Beschleunigung | |
0–50 km/h | 3,3 s |
0–80 km/h | 6,0 s |
0–100 km/h | 8,5 s |
0–130 km/h | 13,8 s |
0–160 km/h | 22,3 s |
Zwischenspurt | |
60–100 km/h | 4,5 s |
80–120 km/h | 5,8 s |
Leergewicht/Zuladung | 1556/479 kg |
Gewichtsverteilung v./h. | 61/39 % |
Wendekreis links/rechts | 11,5/11,5 m |
Sitzhöhe | 650 mm |
Bremsweg | |
aus 100 km/h kalt | 36,1 m |
aus 100 km/h warm | 36,2 m |
Innengeräusch | |
bei 50 km/h | 57 dB(A) |
bei 100 km/h | 64 dB(A) |
bei 130 km/h | 69 dB(A) |
Verbrauch | |
Sparverbrauch | 6,0 l S/100 km |
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde (Abweichung zur WLTP-Angabe) | 7,2 l S/100 km (+3 %) |
Sportverbrauch | 9,0 l S/100 km |
CO2 (Testverbrauch) | 171 g/km |
Reichweite (Testverbrauch) | 694 km |
Das Siebengang-DCT benimmt sich typisch für eine Doppelkupplung, schaltet unter Last also recht zügig und unauffällig, braucht beim Anfahren aber stets eine Gedenksekunde, um sich zu sortieren. Und im Teillastbereich, im Stop-and-Go in der Stadt, ruckelt und rupft es schon mal im System.
Fahrwerk fühlt sich nach VW an
Das Fahrwerk hat Kia seriös abgestimmt, der Seltos fährt sich unaufgeregt und gelassen, fühlt sich dabei fest und solide an – ein bisschen VW-mäßig. Einen Kurvenräuber sollte niemand erwarten, das war nicht die Aufgabe.

Seriös abgestimmt: Der Seltos fährt sich unaufgeregt und gelassen. Die Lenkung ist präzise, könnte aber etwas mehr Rückmeldung vertragen.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Die Lenkung arbeitet leichtgängig und mit wenig Rückmeldung, aber ausreichend präzise und passt insgesamt ganz gut zum freundlich-friedlichen Charakter des Seltos. Auch die Bremsen fügen sich ins Bild: Im Test stand der Kia beim Stopp aus Tempo 100 km/h mit warmem System nach 36,2 Metern. Okay.
Viel Ausstattung schon an der Basis
Den Seltos 1.6 T-GDI mit 180 PS und Siebengang-DCT liefert Kia ab 36.190 Euro. Inklusive umfangreicher Ausstattung: Zweizonen-Klimaautomatik, Sitzheizung vorn, heizbares Lenkrad, heizbare Außenspiegel, LED-Scheinwerfer und ein adaptiver Tempomat sind zum Beispiel dabei.

Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Wertung Kia Seltos 1.6 T-GDI
Kategorie | Bewertung / Beschreibung | Punkte |
|---|---|---|
Karosserie | Gutes Platzangebot vorn und hinten, großer Kofferraum, Zuladung in Ordnung. Solide Verarbeitung. | 4 / 5 |
Antrieb | Rauer 1,6-Liter-Vierzylinder. DCT unter Last zügig, teils ruckelig. Nicht besonders sparsam. | 3,5 / 5 |
Fahrdynamik | Fährt unaufgeregt und gelassen. Leichtgängige Lenkung mit wenig Rückmeldung. Bremsen okay. | 3,5 / 5 |
Connected Car | Displays mit klarer Struktur. Apple CarPlay/Android Auto kabellos. Sprachbedienung routiniert. | 4 / 5 |
Umwelt | Kompakt-SUV, stattliche Außenmaße, 1,6 Tonnen Gewicht. Ein Hybridmodell wird folgen. | 2,5 / 5 |
Komfort | Bequeme Sitze vorn, komfortable Rückbank. Gute Dämmung, Federung mit strammer Note. | 3,5 / 5 |
Kosten | Als GT-Line recht teuer. Jährliche Wartung (alle 15.000 km). Tolle sieben Jahre Garantie. | 2,5 / 5 |
AUTO BILD-Testnote | 2,4 |
Ach ja, den Stonic mit 1.0 T-GDI, 100 PS und DCT gibt es ab 27.290 Euro, den Sportage mit 1.6 T-GDI, 180 PS, DCT (und AWD) als GT-Line ab 48.240 Euro. Sage bloß keiner, dass da nicht noch eine Lücke war. Kia hat es gewusst.
Die wichtigsten Fragen zum Kia Seltos
Wie fährt sich der Kia Seltos?
Der Seltos ist klar auf Komfort ausgelegt. Das Fahrwerk wirkt solide und ausgewogen, die erhöhte Sitzposition und die leichtgängige Lenkung sorgen für entspanntes Fahren.
Eignet sich der Seltos auch für die Langstrecke?
Ja. Der 180 PS starke Turbobenziner sorgt für souveräne Fahrleistungen auf der Autobahn. Dazu kommen eine gute Geräuschdämmung, bequeme Sitze und zahlreiche Komfortausstattungen, die längere Fahrten angenehm machen.
Wie gut ist die Bedienung des Seltos?
Zu den Stärken gehören die einfache Bedienung und das moderne Cockpit. Kia kombiniert Touchscreen-Funktionen mit klassischen Tasten und Schaltern, was den Umgang mit dem Seltos intuitiv macht.
Was kostet der Seltos?
Als 1.6 T-GDI mit 180 PS und Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe startet er bei 36.190 Euro. Bereits die Serienausstattung fällt umfangreich aus und umfasst unter anderem LED-Scheinwerfer, Sitzheizung und einen adaptiven Tempomaten.
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