Killer-Kältemittel R1234yf: TÜV Rheinland testet
Behörden beauftragen Skandal-TÜV

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Das KBA lässt das umstrittene Kältemittel R1234yf testen. So weit, so gut. Prüfen soll jedoch ausgerechnet der TÜV Rheinland, dessen Neutralität auf diesem Gebiet höchst fragwürdig ist.
Der TÜV Rheinland wird im Auftrag des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) die Versuche durchführen, mit denen eine mögliche Gefährlichkeit des Klimaanlagen-Kältemittels R1234yf in Autos untersucht werden soll. Pikant daran: Mit dem TÜV Rheinland hat das KBA ausgerechnet die Prüforganisation beauftragt, die R1234yf bereits mehrfach seine Sicherheit bescheinigt hat. Beobachter stellen sich nun die Frage, ob von diesem TÜV die vom KBA gewünschten unabhängigen Ergebnisse zu erwarten sind.
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So berichtete AUTO BILD im März 2012 über die Verstrickung des TÜV Rheinland mit dem Killer-Kältemittel R1234yf.
Bild: Werk
R1234yf: Versagen die Behörden?
Video: Killer-Kältemittel
Achtung, Lebensgefahr!
Kältemittel: TÜV-Segen trotz fehlender Tests?
Deutsche TÜV-Organisationen sind zuletzt immer wieder in die Kritik geraten: Prüfsiegel des TÜV, die Hersteller gleichsam als Auszeichnung für ihre Produkte werbewirksam nutzen, wurden unter fragwürdigen Bedingungen vergeben. Beispiele für TÜV-Skandale in den vergangenen Jahren: Brustimplantate aus Industriesilikon, riskante Geldanlageprodukte, unwirksame Klimaschutzprojekte.

Der TÜV Rheinland ist in Sachen Kältemittel-Test verbrannt, meint AUTO BILD-Redakteur Matthias Moetsch.
Bild: Ralf Timm
Selbst wenn der TÜV Rheinland technisch in der Lage wäre, einen objektiven Test abzuliefern – politisch ist er verbrannt! Es geht hier um eine entscheidende Weichenstellung, um einen möglichen neuen Weltstandard und mithin um viele Milliarden Euro. Angesichts der Tragweite lässt die Auswahl ausgerechnet dieser Prüforganisation nur zwei Lesarten zu: Entweder sind die entscheidenden Herrschaften beim KBA komplett ahnungslos – oder an der Sache ist etwas richtig faul.
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