Steinmetz-Opel-Commodore "Jumbo" feiert Comeback
Der Monster-Opel ist zurück

Wie der Steinmetz-Commodore "Jumbo" zum brachialsten Opel der 70er wurde – und jetzt sein Comeback feiert.
Bild: Bernd Schweickard
- Bernd Schweickard
Knallgelb, laut und mit fettem Spoilerwerk ringsum – der Steinmetz Opel Commodore "Jumbo" war ein brachialer Rennwagen der 1970er-Jahre. Sein 6,0-Liter-Chevy-V8-Motor aus dem Opel Diplomat leistete über 500 PS – bei nur 1020 Kilogramm Fahrzeuggewicht!
Das auffällige Design mit breiten Kotflügeln, riesigem Heckflügel und einer "Schneepflug"-Front verhalf ihm schnell zum Spitznamen "Jumbo" – angelehnt an das damals neue Großraumflugzeug Boeing 747. So exklusiv wie eine Reise im Jumbo war auch sein Preis: Rund 120.000 DM verlangte der Rüsselsheimer Tuner Klaus Steinmetz 1973 für den Opel Commodore, der die 300-km/h-Schallmauer knackte.

1974 wurde der Steinmetz-Commodore mit Peter Hoffmann (Foto) in der neuen "Super-Stock"-Klasse im Rahmen der Interserie gemeldet.
Bild: Bernd Schweickard
Den Spurt von 0 auf 100 km/h absolvierte der Steinmetz-Commodore in nur 4,3 Sekunden – genug Power, um gegen die damaligen Platzhirsche Ford Capri und BMW 3.0 CSL anzutreten. 1974 wurde der Wagen mit Peter Hoffmann in der neuen "Super-Stock"-Klasse im Rahmen der Interserie gemeldet. Schon im Jahr darauf wurde diese Klasse wieder eingestellt und dem Über-Opel das Spielfeld genommen.
So blieb dem Steinmetz-Commodore nur eine kurze Rennkarriere. Sein Verbleib ist bis heute nebulös. Gerüchte besagen, er sei später im Privatbesitz verschrottet worden.
Der wilde Traum der 70er auf vier Rädern lebt wieder!
Oliver Steinmetz, Sohn des Firmengründers Klaus Steinmetz, hatte pünktlich zu seiner Frührente eine Vision: den legendären letzten Rennwagen seines Vaters zurück auf die Strecke zu bringen – ausgehend vom originalen Fahrzeugbrief und Wagenpass sowie Heckflügel, die über Umwege wieder zur Familie Steinmetz gelangten.

Über die genauen Leistungswerte schweigt sich Oliver Steinmetz noch aus.
Bild: Bernd Schweickard
Einen ersten Eindruck dieses real gewordenen Traums gab es beim 52. Alt-Opel-IG-Jahrestreffen (29. Mai bis 1. Juni 2025) in Troisdorf. AUTO BILD KLASSIK-Autor Bernd Schweickard war bei der Weltpremiere vor Ort. Mit dabei: eine Reihe ehemaliger Steinmetz-Mitarbeiter, die schon am Originalfahrzeug beteiligt waren und ihr Wissen nun in das neue Projekt einbringen. Und sogar Original-Fahrer Peter Hoffmann nahm bereits Platz.

Die gewaltigen Karosserieteile wurden von Hand von den Original-Experten nach 52 Jahren erneut gefertigt.
Bild: Bernd Schweickard
Und sehr nah am Original soll die Recreation auch werden – so weit machbar. Die gewaltigen Karosserieteile wurden von Hand von den Original-Experten nach 52 Jahren erneut gefertigt.
Zum Einsatz kommt – wie damals – ein Chevrolet Small Block. Über die genauen Leistungswerte schweigt sich Oliver Steinmetz noch aus, doch wir können das Brüllen aus den beiden Sidepipes schon jetzt erahnen. Das erste öffentliche Roll-out ist für Herbst 2025 geplant.
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