Klimaanlage: Wartung und Pflege

Klimaanlage im Auto: Wartung und Desinfektion

Wenn die Klimaanlage stinkt

Die Klimaanlage im Auto benötigt eine regelmäßige Pflege. Alle Infos zu Wartung, Reinigung und Desinfektion und was der Klimaservice kostet.
Es ist warm im Auto, schnell ist der Knopf für die Klimaanlage gedrückt – und schon breitet sich der unangenehme Geruch im Fahrzeug aus. Sobald die Klimaanlage stinkt, ist es höchste Zeit für eine Desinfektion und einen Klimaservice. Denn Schimmel, Bakterien und Mikroorganismen, die der Grund für den Gestank sind, haben sich dann begünstigt durch Feuchtigkeit und Wärme längst im Gebläsekasten beziehungsweise auf dem Verdampfer ausgebreitet. Ein weiteres Problem: Innerhalb eines Jahres können solche Systeme bis zu 15 Prozent des Kältemittels verlieren, das wieder aufgefüllt werden muss. Experten raten, spätestens alle zwei Jahre eine Wartung durchzuführen, um teuren Schäden vorzubeugen. Austretendes Kühlmittel belastet darüber hinaus die Umwelt. Die Wartung ist daher auch eine Maßnahme für den Umweltschutz, da hier Undichtigkeiten entdeckt und beseitigt werden. 
Übrigens: Eine funktionierende Klimaanlage ist auch ein Sicherheitsfaktor. Mit zunehmender Innenraumtemperatur im Auto nimmt die Konzentrationsfähigkeit des Fahrers stark ab, das Unfallrisiko steigt. Deswegen ist eine Klimaanlage im Sommer nicht nur eine Komfort-Funktion, die für angenehme Temperaturen sorgt, sondern leistet auch einen aktiven Beitrag zur Verkehrssicherheit.

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Kosten für den Klimaservice: Preissteigerung bei Kältemittel

Klimaanlagen sind nicht wartungsfrei, denn mit der Zeit beginnen sie zu stinken, lecken und streiken. Ein regelmäßiger Klimaservice schafft Abhilfe.

Werkstätten bieten einen Klimaservice bereits ab 60 Euro für ältere Modelle an, die mit dem seit Anfang 2017 in Neufahrzeugen verbotenen Kältemittel R134a kühlen. Die Preise fürs Auffüllen des Kältemittels R1234yf bei neueren Autos starten bei 150 Euro. Mitunter muss man aber auch mit bis zu 400 Euro für die Klimaanlagen-Wartung rechnen. Der Grund: Ein Kilo des Stoffes kostet bis zu 260 Euro. Bereits seit 2011 wird es in einigen Modellen eingesetzt, seit 2017 ist es Standard. 
Aber auch Besitzer eines Gebrauchtwagen, deren Klimaanlagen noch mit dem Kältemittel R134a arbeiten, müssen sich auf eine Preissteigerung einstellen. Der Grund: Die EU will die Gesamtmenge der Fluorkohlenwasserstoff-haltigen Chemikalie bis 2030 um 79 Prozent reduzieren. Aus diesem Grund werden zunehmend geringere Mengen des Kältemittels produziert – die Verknappung wiederum führt zum Preisanstieg. So zahlt man schon jetzt anstelle der zuvor üblichen acht bis zehn Euro pro Kilo fast 50 Euro pro Kilo. Das lässt auch die Servicekosten steigen. Die Umrüstung auf R1234yf ist keine Alternative. Sie ist sehr aufwendig und viel zu teuer. Das Kältemittel R134a ist seit Anfang 2017 in Neufahrzeugen verboten, da es zu den Chemikalien mit einem GWP-Wert (Treibhauspotenzial) von mehr als 150 zählt.

Ablauf der Klimaanlagen-Wartung

Der Klima-Profi saugt das restliche Kühlmittel aus der Klimaanlage.

Beim Klimaservice werden die Funktionen der wichtigsten Bauteile wie Kühlmittelverdichter (auch Verdichter oder Kompressor genannt), Kondensator, Verdampfer und Expansionsventil geprüft. Und Schläuche sowie Dichtungen können altern, austrocknen und dadurch undicht werden. Hersteller raten daher zu einem jährlichen Check der Klimaanlage. Wichtig ist, eine ausgewiesene Fachwerkstatt aufzusuchen, die über ein spezielles Klimaservicegerät und geschultes Fachpersonal verfügt. Bei falscher Wartung können erhebliche Schäden entstehen, daher dürfen nur entsprechend geschulte Mechaniker an einer Klimaanlage arbeiten.
Nicht bei jeder Inspektion wird automatisch auch die Klimaanlage überprüft, deswegen sollte man sich vorab danach erkundigen und den Klimaservice gegebenenfalls dazubuchen. Spätestens wenn die Kühlleistung nachlässt, sollte die Anlage hinsichtlich eines möglichen Kühlmittelverlusts untersucht werden. Auch ohne Leck verlieren Klimaanlagen im Laufe der Zeit eine gewisse Menge Kühlmittel. Dadurch nimmt nicht nur die Kühlleistung ab. Auch die Wahrscheinlichkeit teurer Folgeschäden steigt, denn das Kältemittel sorgt nicht nur für die Kühlung. Dem Kühlmittel ist Öl zugesetzt, womit es auch den Verdichter schmiert und Dichtungen vor dem Austrocknen schützt. Wird ein neuer Verdichter fällig, können inklusive Einbau mehr als 1000 Euro zusammenkommen.

Bericht: Mengeninfo über restliches und neu eingefülltes Kältemittel.

Diese Dienstleistungen gehören zum Klimaservice:
• Wartung mit Funktions- und Sichtprüfung
• Kältemittel-Austausch
• Öl für den Kompressor ergänzen
• Desinfektion, um Bakterien und Pilze zu entfernen
• Bei Bedarf Reparatur der Anlage
Eine professionelle Behandlung mit Ozon beseitigt sämtliche Bakterien und Pilze vom Verdampfer  sowie aus Schächten und Luftkanälen. Preis für die Ozon-Behandlung: Etwa 50 Euro Zusätzlich sorgt ein regelmäßiger Wechsel des Innenraumfilters dafür, dass die Klimaanlage stets einsatzbereit und die Luft im Innenraum sauber bleibt. So haben auch Pollenallergien keine Chance.

Klimaanlage selbst desinfizieren: So geht's

Wer will, kann seine Klimaanlage selber reinigen. Das ersetzt zwar nicht den professionellen Klimaservice, beugt aber der Entstehung von unangenehmen Gerüchen durch Pilze und Bakterien vor. Verdampfer, Schächte und Luftkanäle werden dabei desinfiziert. Dafür werden spezielle Reinigungssprays oder-schäume für die Klimaanlage im Auto benötigt. Je nach Produkt kosten sie meist zwischen zehn und 15 Euro pro Flasche. Reinigungsschaum und -spray werden dabei unterschiedlich angewendet: Der Schaum aus der Dose wird mit einem längeren Schlauch im Motorraum direkt in den Verdampfer gesprüht. Nach einer halben Stunde Einwirkzeit startet man den Motor, öffnet alle Lüftungsdüsen, dreht die Klimaanlage voll auf und lässt sie einige Zeit laufen, damit sich der Wirkstoff gut verteilen kann.
Im Gegensatz zum Schaum wird das Spray im Fahrzeuginnenraum bei laufendem Motor, geschlossenen Fenstern und eingeschaltetem Umluft-Gebläse auf höchster Stufe und Temperatur in den Fußraum gestellt (im Ansaugbereich der Klimaanlage) und per Knopfdruck aktiviert. Nach etwa 15 Minuten ist der Sprühnebel aus der Dose komplett entwichen. Eine Füllung reicht für die komplette Desinfektion der Klima- und Lüftungsanlage. Während der Desinfektion darf man sich nicht im Inneren des Autos aufhalten. Im Anschluss muss der Innenraum gründlich gelüftet werden. Die Anwendung des Reinigungsschaums direkt auf dem Verdampfer ist meist wirkungsvoller, da das Mittel direkt an der Quelle der Bakterien und Pilze eingesetzt wird, während das Spray sich den Weg erst durch den Ansaugtrakt bahnen muss. Dafür ist der Einsatz eines Reinigungssprays nicht ganz so aufwendig.

Dreckig: Alter (links) und neuer Pollenfilter.

Zusätzlich zur Klimaanlagen-Desinfektion sollte der Innenraumfilter getauscht werden. Der Wechsel des Innenraumfilters ist oft etwas aufwendiger, da er in vielen Fällen hinter der Verkleidung der Spritzwand im Motorraum verbaut ist (hier zur Anleitung). Doch mit etwas Geschick und Geduld lässt sich der Filterwechsel auch in Eigenregie vornehmen. Der Preis für einen Aktivkohle-Innenraumfilter liegt zwischen zehn und 30 Euro. Der hat einen riesigen Vorteil im Vergleich zu herkömmlichen Pollenfiltern: Er filtert aus der Innenraumluft 92 Prozent des giftigen Stickstoffdioxids aus Autoabgasen.
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So funktioniert die Klimaanlage im Auto

Ein Gas, das man komprimiert, erwärmt sich. Umgekehrt kühlt es sich ab, wenn es sich wieder ausdehnt. Dieses Prinzip nutzen Klimaanlagen: Das enthaltene, gasförmige Kühlmittel wird vom Verdichter angesaugt und komprimiert. Durch den Druck wird das Gas erwärmt und anschließend in einem nachfolgenden Wärmetauscher abgekühlt. Hier geht es in einen flüssigen Zustand über. Ein Trockner filtert anschließend eventuell vorhandenes Wasser aus dem Kühlmittel. Dann gelangt das nun flüssige Kühlmittel zu einem Expansionsventil, von wo aus es dosiert in den Verdampfer abgegeben wird. Dadurch, dass das Kühlmittel hier nicht mehr unter Druck steht, geht es beim Durchlaufen des Verdampfers wieder in den gasförmigen Zustand über. Für diesen Wechsel des Aggregatzustands wird Wärme benötigt. Diese wird der Luft entzogen, die den Verdampfer anströmt. Dadurch ist die Luft, wenn sie den Verdampfer passiert hat, stark abgekühlt und gelangt über die Lüftungsdüsen in den Innenraum. Vom Verdichter wird die Kühlflüssigkeit (jetzt im gasförmigen Zustand) wieder angesaugt und der Kreislauf beginnt von vorne. Grundsätzlich funktionieren alle Klimaanlagen im Auto nach diesem Prinzip. Lediglich bei der Bedienung gibt es Unterschiede. Zwei Bedienversionen sind üblich: die Klimaautomatik mit automatischer Regelung sowie die manuell zu bedienende Klimaanlage. Bei letzterer wird nur im eingestellten Temperaturbereich gekühlt. Die Klimaautomatik dagegen hält die gewünschte Temperatur mittels Sensoren auch bei veränderten Außenbedingungen. Noch komfortabler ist eine Mehrzonen-Klimaanlage: Sie ermöglicht eine separate Einstellung für Fahrer und Beifahrer, bei luxuriösen Autos sogar im Fondbereich. Inzwischen ist die Klimaanlage mit zahlreichen Sensoren verknüpft. So variieren einige Systeme ihre Leistung in Abhängigkeit des Sonnenstands.

Höherer Spritverbrauch und Mehrkosten durch Klimaanlage?

Die Benutzung der Klimaanlage im Auto erzeugt immer einen Mehrverbrauch. Denn der Klimakompressor wird über einen Riemen am Motor angetrieben. Dadurch erhöht sich der Arbeitswiderstand des Motors und damit der Kraftstoffverbrauch. Allerdings wurde die Arbeitsweise der Kompressoren in den letzten Jahren technisch optimiert. Sogenannte geregelte Kompressoren passen ihre Leistung an den Kühlbedarf an. Dadurch verringert sich der Arbeitswiderstand des Motors. Zudem sollen laut ADAC manuelle Klimaanlagen mehr verbrauchen, als automatisch gesteuerte Systeme (Klimaautomatik), die nach Vorwahl der gewünschten Temperatur die Kühlleistung selbsttätig variieren. Die Höhe des Mehrverbrauchs ist aber nicht nur von der Art des Kompressors abhängig, sondern auch von den Betriebsbedingungen und der Motorleistung des Autos. Außerdem variiert der Mehrverbrauch zwischen Autobahnfahrten (0,4 bis 1,2 L/100 km) und Fahrten im Stadtverkehr (2,0 bis 5,0 l/100 km).
Neben den Betriebskosten für Kraftstoff verursacht eine Klimaanlage außerdem Werkstattkosten für Kühlmittelersatz und dem Verschleiß der Verdichterwellen. Viele Autofahrer glauben, Betriebskosten sparen zu können, indem sie ihre Klimaanlage ständig abgeschaltet lassen. Doch langfristig führt die Nichtbenutzung zu Schäden an der Anlage. Denn der Kompressor der Klimaanlage wird auch bei abgeschalteter Anlage per Riemen vom Verbrennungsmotor angetrieben, ohne dabei zu arbeiten. Ist die Anlage nie aktiv, können die Lager der Verdichterwelle zu wenig Schmierung erhalten und undicht werden, wodurch sie permanent Kältemittel verlieren. Eine dann erforderliche Abdichtung des Systems und die Nach- oder Neubefüllung mit Kühlmittel sind teuer. Auch im Winter sollte die Klimaanlage daher nicht ständig abgeschaltet bleiben. Besser ist es, sie auf eine Temperatur einzustellen, die etwas über der Außentemperatur liegt. Die Steuerung fordert dann keine Kühlung an und der Kompressor läuft ohne Mehrverbrauch mit.

Tipps für den richtigen Einsatz von Klimaanlagen

• Vor dem Einschalten der Klimaanlage vorhandene Hitze im Fahrzeug über offene Türen und Fenster abziehen lassen.
• Während des Betriebs Fenster und Schiebedach schließen. Türen möglichst selten und nur kurz öffnen.
• Umluftbetrieb vermindert die Verunreinigung des Pollenfilters und reduziert dadurch den Reinigungs- und Austauschzyklus. Bereits vorgekühlte Innenluft kann mit geringerem Energieeinsatz auf die gewünschte Temperatur gekühlt werden als warme Außenluft.
• Die gewünschte Temperatur sollte nicht zu gering sein und maximal 5°C unterhalb der Außentemperatur liegen, sodass der Luftstrom nur leicht kühlt.
• Fünf bis zehn Minuten vor Ende der Fahrt Klimaanlage ausschalten. Das verhindert Restfeuchtigkeit am Verdampfer und wirkt der Keimbildung entgegen.

Autoren: , Christian Bruns, Brigitte Oesterle

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