Klimaanlage und Lüftung: Umlufttaste im Auto richtig nutzen
Diese Taste nutzen viele Autofahrer falsch

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Die Umlufttaste gehört zu den meistgenutzten, aber auch am häufigsten missverstandenen Funktionen im Auto. Richtig eingesetzt lässt sich der Innenraum schneller kühlen, und Gerüche bleiben draußen. Wer die Umluftfunktion dauerhaft aktiviert lässt, riskiert dagegen schlechte Luft und beschlagene Scheiben!
Bild: Olaf Itrich
Inhaltsverzeichnis
Die Umlufttaste ist ein unscheinbarer Knopf im Auto, oft mit einem Pfeil im Innenraumsymbol. Die Funktion kann den Innenraum schneller kühlen sowie Abgase und Gerüche fernhalten.
Doch wer das Umluftsystem dauerhaft aktiviert lässt, riskiert das Gegenteil: Mit jedem Ausatmen steigt nämlich der Kohlendioxidgehalt im Innenraum. In einem geschlossenen Fahrzeuginnenraum kann der CO2-Gehalt deshalb deutlich ansteigen, wenn über längere Zeit keine Frischluft nachströmt. Deshalb deaktivieren viele moderne Fahrzeuge die Umluftfunktion nach einiger Zeit automatisch.
Entscheidend ist, die Umluft gezielt und nur kurzfristig zu nutzen. Richtig eingesetzt kühlt sie den Innenraum schneller und hält Gerüche draußen – doch dauerhaft genutzt verschlechtert sie die Luftqualität.
Normalerweise zieht die Lüftung Frischluft von außen an. Während die Umluftfunktion aktiviert ist, wird diese Zufuhr weitgehend geschlossen. Die Klimaanlage oder Heizung wälzt dann vor allem die Luft um, die bereits im Innenraum ist.
Der Vorteil: Die Anlage muss nicht ständig heiße, kalte oder verschmutzte Außenluft aufbereiten. Im Sommer kühlt der Innenraum schneller herunter, weil die Klimaanlage bereits abgekühlte Luft erneut nutzt. Im Winter kann die Heizung den Innenraum ebenfalls schneller erwärmen.
Besonders nützlich ist die Taste in Situationen, in denen die Außenluft unangenehm oder stark belastet ist. Dazu gehören Tunnel, Stau, Baustellen, Rauch, Abgase, Güllegeruch oder staubige Straßen. Auch an sehr heißen Tagen kann Umluft helfen, den Innenraum nach dem Start schneller abzukühlen.

Nutzen Sie hochwertige Innenraumfilter mit Aktivkohle, der Preisunterschied ist oft gering. Aktivkohlefilter erkennt man am dunkleren Filterstoff. Vorteil: Es muss nicht ständig auf Umluft umgestellt werden, wenn schlechte Gerüche oder miese Luftqualität drohen. Neben feinen Partikeln (etwa Ruß oder Feinstaub) kann Aktivkohle auch gasförmige Stoffe aufnehmen und so Diesel- und Benzingerüche, Stickoxide (teilweise) oder auch Ozon aus dem Innenraum fernhalten.
Bild: Ralf Timm / AUTO BILD
Der beste Trick im Sommer: Erst kurz die Fenster öffnen und die aufgeheizte Luft herauslassen. Danach Klimaanlage einschalten und für einige Minuten Umluft aktivieren. So muss die Anlage nicht permanent heiße Außenluft abkühlen. Sobald der Innenraum angenehm temperiert ist, sollte wieder Frischluft zugeschaltet werden.
Bleibt die Umluftfunktion lange aktiv, wird die Luft im Auto schlechter. Mit jedem Atemzug steigt der CO2-Gehalt im Innenraum. Gleichzeitig nimmt die Luftfeuchtigkeit zu, weil Fahrer und Passagiere Feuchtigkeit ausatmen. Die Folgen können Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und beschlagene Scheiben sein.

Ältere Fahrzeuge besitzen noch keine Abschaltautomatik der Umluftsteuerung. Hier sollte die Umluft spätestens nach ein paar Minuten wieder deaktiviert werden.
Bild: Toni Bader
Gerade im Winter ist das ein häufiger Fehler. Viele drücken Umluft, weil der Innenraum dann schneller warm wird. Nach kurzer Zeit fehlt aber frische, trockenere Außenluft. Die Feuchtigkeit bleibt im Auto, schlägt sich an kalten Scheiben nieder und sorgt für Beschlag.
In der Regel nicht. Beschlagene Scheiben sind meist ein Zeichen für zu viel Feuchtigkeit im Innenraum. Dann sollte Frischluft zugeschaltet, die Klimaanlage aktiviert und die Luft auf die Frontscheibe gelenkt werden. Die Klimaanlage entzieht der Luft Feuchtigkeit und hilft deshalb auch im Winter beim Entfeuchten.

Bei permanenter Umluftsteuerung verschlechtert sich die Luftqualität, bei erhöhter Feuchtigkeit kann dies zu beschlagenen Scheiben führen.
Bild: Ralf Timm
Bleibt die Umluftfunktion aktiviert, kann die Feuchtigkeit dagegen im Fahrzeug bleiben, und die Scheiben beschlagen erneut. Deshalb schalten viele Autos die Umluft automatisch ab, sobald die Defrost-Funktion für die Frontscheibe aktiviert wird. Für freie Sicht braucht es trockene Frischluft statt ständig umgewälzter Innenraumluft.
Viele neuere Fahrzeuge steuern die Umluftfunktion selbst. Sensoren erkennen schlechte Außenluft oder hohe Schadstoffbelastung und schalten vorübergehend auf Umluft. Andere Systeme deaktivieren Umluft nach einiger Zeit automatisch, damit wieder Frischluft in den Innenraum gelangt. Trotzdem lohnt es sich, die Taste zu verstehen. Denn wer sie gezielt nutzt, bekommt schneller angenehme Temperaturen, weniger Gerüche im Innenraum und vermeidet beschlagene Scheiben.
Ein häufig beworbener Einsatz der Umlufttaste ist die Klimaanlagenreinigung mit Innenraum-Spraydosen. Dabei wird das Spray bei eingeschalteter Umluft versprüht, und es riecht anschließend frisch.

Klimaanlagen-Sprays kaschieren die muffig riechende Luft, die auf Schimmel am Wärmetauscher hindeutet. Daher bewerten wir diese Lösung als gesundheitsgefährdend.
Bild: Toni Bader
Doch das ist trügerisch: Studien zeigen, dass Umluft-Sprays den Verdampfer der Klimaanlage oft nicht gründlich reinigen. Der frische Geruch entsteht zwar sofort, die eigentliche Ursache von Gerüchen und Belastungen wird jedoch häufig nicht beseitigt.
Umluft ist kein Dauerbetrieb, sondern eine Kurzzeitfunktion. Im Tunnel, im Stau, bei Gestank oder zum schnellen Abkühlen ist sie sehr sinnvoll. Nach einigen Minuten sollte aber wieder Frischluft ins Auto kommen. So bleibt die Luft besser, die Scheiben bleiben frei, und die Klimaanlage arbeitet effizienter.
Fazit
Die Umluftfunktion ist vor allem für kurze Einsätze gedacht – etwa im Tunnel, im Stau oder an heißen Sommertagen. Sie hält Gerüche und Abgase draußen und hilft beim schnellen Kühlen des Innenraums. Dauerhaft aktiviert sollte sie jedoch nicht bleiben, da dann die Luftqualität sinkt und Scheiben leichter beschlagen können. Für ein angenehmes Innenraumklima ist der regelmäßige Wechsel zur Frischluft die bessere Wahl.
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