Knaus Boxdrive 600 XL: Hochdachcamper im Test, Camping, Preis, Platz, Fazit
XL-Hochdachcamper von Knaus im Check

Sie suchen einen Sechs-Meter-Kastenwagen für vier Personen? Mit zwei Festbetten? Da wäre ein Hochdachcamper eine gute Option. Wir haben uns den neuesten Knaus angeschaut.
Bild: www.hardymutschler.de Studio Super Plus / Autobild
- Helene Schmidt
Da muss Magie im Spiel sein! Knaus überrascht mit allerlei Zaubereien im neuen Boxdrive XL. Die erste Überraschung zeigt sich gleich nach dem Einstieg beim Entern der Sitzgruppe. Wo normalerweise ein Tischbein stört, sehen wir – nichts!
Der Tisch scheint zu schweben und bietet daher auch groß-gewachsenen Campern maximale Beinfreiheit. Auch die extra langen Sitzpolster der Sitzbank werden sie zu schätzen wissen.
Apropos große Menschen: Dank des GfK-Hochdaches verfügt der Boxdrive über eine Stehhöhe von 2,25 Metern. Durch diese Lösung schafft es Knaus zudem, zwei festen Betten für insgesamt vier Personen in einem sechs Meter langen Kastenwagen unterzubringen.

Durch das großzügige Bad fällt der Raum zwischen Nasszelle und Küchenblock ziemlich knapp aus.
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Ein fünfter Gast kann zudem auf der zum Bett umbaubaren Sitzgruppe nächtigen (179 Euro extra). Das Bugbett lässt sich leichtgängig manuell aus-ziehen, da es auf Schienen montiert ist.
Knappe Liegefläche
Die Liegefläche im Bug beträgt – leider etwas knappe – 1,85 x 1,24 Meter. Wer möchte, kann das Bugbett aber auch abbestellen und bekommt dafür einen weiteren Staukasten.
Das Querbett im Heck ist 1,94 Meter lang, die Breite variiert zwischen 1,42 und 1,25 Meter. Wer sich mehr Schlafkomfort wünscht, kann eine passgenaue EvoPore-Matratze mit Watergel-Auflage für die beiden Festbetten bestellen. Kostenpunkt: 430 Euro.

Das markante GfK-Hochdach fügt sich harmonisch in die Gesamtsilhouette des Fahrzeugs ein.
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Die beiden Lattenroste des Heckbetts lassen sich einfach hochklappen, sodass sich der Stauraum in der ohnehin schon großzügig bemessenen Heckgarage noch vergrößert. Dort befinden sich auch gut zugänglich Aufbaubatterie, Frischwassertank und Gasflasche.
Recht geräumig für diese Klasse erweist sich die Nasszelle mit Dusche und Toilette. Die Wand mit Spiegel und Waschbecken ist leicht umklappbar und dient als Spritzschutz beim Duschen.
Lediglich das obere Ablagefach befindet sich gefährlich nahe am Duschkopf, sodass es im ungünstigen Fall unter Wasser stehen kann. Abstriche muss man beim sehr schmalen Kleiderschrank zwischen Küche und Nasszelle hinnehmen.
Technische Daten | Knaus Boxdrive 600 XL |
|---|---|
Motorisierung | 3.180 |
Leistung | 130 kW (177 PS) bei 3600 U/min |
Hubraum | 1968 cm3 |
Drehmoment | 410 Nm bei 1500-2000 U/min |
Höchstgeschwindigkeit | 162 km/h |
Getriebe/Antrieb | 8-Gang-Automatik/Vorderrad |
Tankinhalt/Kraftstoffsorte | 75 l/Diesel |
Länge/Breite/Höhe | 5990/2050/3120 mm |
Radstand/Bereifung | 4030 mm / 215/70 R 15 C |
Leergew. fahrbereit/Zuladung | 2910/590 kg |
Anhängelast (gebremst/ungebremst) | 3000/750 kg |
Material Wand/Dach/Boden | Stahlblech |
Liegefläche Heckbett L x B | 1800/2000 x 850 mm |
Liegefläche Bugbett L x B | 1900 x 1300 mm |
Kühlschrank | 69 l |
Herd | 2 Flammen |
Bordbatterie | 92 Ah |
Frisch-/Abwassertank | 102/90 l |
Gasvorrat/Heizung | 1 x 2,7 kg/Truma Combi 6 D |
Grundpreis | 75.950 Euro |
Testwagenpreis | 86.423 Euro |
In der Praxis wird die Kleidung vermutlich eher in den Dachstauschränken unterkommen. Dass der Boxdrive eher in die Höhe konstruiert wurde, merkt man auch am knapp bemessenen Durchgang zwischen Bad und Küchenblock.
Das gleiche Problem zeigt sich bei dem doch sehr engen und vor allem steilen Einstieg ins Bett. Wer nicht groß und schlank ist, braucht etwas Übung, um ins Bett zu gelangen. Mehr Platz im Durchgang zaubert das optionale Raumbad, das 1100 Euro extra kostet.
Augenmerk auf Unabhängigkeit von Gas
Ein besonderes Augenmerk legt Knaus auf Autarkie und die Unabhängigkeit von Gas. So hat der Boxdrive lediglich eine 2,7 Kilogramm schwere Gasflasche an Bord, die den Zweiflammen-Kocher versorgt.
Der Kompressor-Kühlschrank mit Doppelanschlag läuft über Aufbaubatterie oder Landstrom. Kräftig eingeheizt wird dem Boxdrive von der Truma Combi 6 D. (Knaus Van I 550 MF im Wohnmobil-Test)
Auf Wunsch und für 1099 Euro extra gibt es die Dieselheizung auch mit Elektroheizstäben. Wer auch im Winter unterwegs sein möchte, sollte zusätzlich in die Isolierhaube für den Abwassertank investieren (310 Euro).

Das kann sich sehen lassen: Im MAN TGE stecken serienmäßig der 177 PS starke Zweiliter-Biturbodiesel und das Achtgang-Automatikgetriebe.
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Pluspunkte sammelt der Boxdrive auf MAN TGE mit dem starken, serienmäßig eingebauten 177-PS-Motor, der modernen Achtgang-Automatik sowie Notbrems- und Seitenwindassistent.
720 Euro teures Energie-Basic-Paket
Trotz der üppigen Serienausstattung verfügt unser Testfahrzeug über allerlei Extras: Markise (1112 Euro), Außendusche in der Heckgarage (270 Euro) und Cozy-Home-Paket mit Dekokissen und Kuscheldecke für 199 Euro.
Auch technisch steckt einiges an Sonderausstattung im Fahrzeug. So das 720 Euro teure Energie-Basic-Paket inklusive Touch-Control-Panel, intelligentem Ladegerät mit 24 Ampere Leistung, zwei zusätzlichen 12-Volt-Steckdosen in Heckgarage und Deckenschrank sowie zwei weiteren 230-Volt-Steckdosen in Garage und Küche.
Darüber hinaus umfasst die Sonderausstattung des Testfahrzeugs das TGE-Paket für 2090 Euro mit elektrisch einstellbaren und beheizbaren Außenspiegeln, manueller Klimaanlage und Tempomat.
Für mehr Unterhaltung unterwegs sorgt das TV-Paket (3310 Euro) mit 21,5 Zoll großem LED-TV, Oyster-Sat-Anlage und TV-Halter. So summiert sich der Testwagenpreis auf stolze 86.423 Euro.
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