Knaus Sky TI 650 MF Platinum Selection: Wohnmobil-Test
Mit Vollausstattung im Test
Mit umfangreicher Serienausstattung geht der Teilintegrierte Knaus Sky TI 650 MF Platinum Selection auf Kundenfang. AUTO BILD REISEMOBIL testet, was in ihm steckt.
Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Sie bestellen beim Autohändler Ihres Vertrauens einen Neuwagen. Das Modell gefällt Ihnen richtig gut, aber in der Grundausstattung ist's Ihnen ein wenig nackt. Also machen Sie noch fleißig Kreuzchen auf der Liste mit den Extras. So, jetzt noch ein paar Monate Vorfreude, und schon stehen Sie zur Übergabe wieder beim Händler. Sie zücken Ihre Geldbörse – und plötzlich will er trotz der ganzen Sonderausstattungen 18.453 Euro weniger! Gibt's nicht? Doch. Aber (und das ist ja eigentlich noch viel schöner) nur bei Wohnmobilen.Ganz konkret beim Knaus Sky TI, der als Platinum Selection genanntes Sondermodell mit einem umfangreichen Paket serienmäßiger Extras in sechs Grundrissen vorfährt. Wir haben uns den 650 MF zum Testen ausgesucht. Mit 19.515 Euro bietet dessen größerer Bruder 700 MX zwar einen noch höheren Preisvorteil, uns lockt aber der interessante Grundriss des 650 MF mit Heckbad und französischem Bett mehr.
Für 1730 Euro ließe sich noch ein Hubbett dazubuchen
Reisen Sie zu zweit, bleibt reichlich Bewegungsfreiheit in der L-förmigen Dinette und dem anschließenden Küchenbereich.
Das ist er: Ein fast schon unmoralisches Angebot. Er wirkt prinzipiell wie ein noblerer Weinsberg Pepper, der ja im Mittelklasse-Segment zum Bestseller avanciert ist. Dessen Erfolgsrezept hat Knaus bei der Platinum Selection adaptiert: solide Basismodelle mit einem fertig konfigurierten Großpaket an beliebten Sonderausstattungen anzubieten – mit ordentlichem Preisvorteil für die Kunden. Die bekommen mit dem knapp sieben Meter langen 650 MF einen sportlich-eleganten Teilintegrierten. Reisen Sie zu zweit, bleibt reichlich Bewegungsfreiheit in der L-förmigen Dinette und dem anschließenden Küchenbereich. Und sollen mal zwei Freunde mit, gibt's für die einen großzügigen Schlafplatz in der serienmäßig umbaubaren Sitzgruppe. Für 1730 Euro ließe sich auch noch ein Hubbett dazubuchen. Damit wäre es aber nicht mehr so schön luftig, zumal hier vorne ein Absatz im Boden die Kopffreiheit ohnehin reduziert. In den Banktruhen findet sich Stauraum für Schweres bzw. die Truma-Therme nebst Bordelektronik und iNet Box. Die anschließende Winkelküche überzeugt durch eine sinnvolle Aufteilung: Drei breite Schubladen und zwei ausziehbare Gitterfächer nehmen Vorräte auf, in ein Regal mit vier Ablagen passen Gewürze oder kleinere Flaschen. Obwohl der Dreiflammenkocher ganz an die Wand gerückt ist, bleibt die Arbeitsfläche davor etwas knapp.
Das Ausstattungsniveau ist keine Selbstverständlichkeit
Eine Schwenkwand macht das Bad pflegeleicht – und noch dazu den Duschbereich geräumig.
Gegenüber steht eine große Kühl-Gefrier-Kombi. Im Heck wartet rechts das bis zu 1,42 Meter breite und zwei Meter lange französische Bett, das über geteilte Lattenroste (der schmalere ist als Heckstauraumzugang aufstellbar) verfügt. Dachschränke, offene Ablagen, Leseleuchten und eine USB-Steckdose gruppieren sich rundum. Wichtig für den Schlafkomfort: Die im Platinum Selection serienmäßige Bettverbreiterung, die beiden Schläfern das gemütliche Beineausstrecken möglich macht. Das Bad daneben ist schlicht vorbildlich. Es bietet offene und geschlossene Ablagen, Handtuchhaken, eine breite Banktoilette und die Schwenkwand, die einen großzügigen, pflegeleichten Duschbereich hinter der Lamellentür schafft. Einziger Nachteil dieser Lösung ist der nicht über die gesamte Breite nutzbare Heckstauraum. Fahrer normalgroßer Räder müssen also einen Heckträger nutzen – und auf den Sicherheitsgewinn des Innen-Transports verzichten. Das hat er: Ein Ausstattungsniveau, das für jedes Reisemobil in dieser Preisklasse wünschenswert wäre. Dazu kommen weitere Goodies wie der schwarz lackierte Kühlergrill, wertige Klappenschlösser zur Einhandbedienung oder die komfortable beheizte Technikzentrale. Dank ihr sind alle Ver- und Entsorgungshandgriffe schnell erledigt. Neben diesen praktischen Vorzügen überzeugen auch Materialauswahl und Verarbeitung.
Der Sky TI fährt sich stets sehr sicher
Der Slalom-Parcours wird sicher durcheilt. Allerdings kam hier der Wunsch nach einer etwas direkteren Rückmeldung der Lenkung auf.
So fährt er: Im Gegensatz zu seinem "kleinen" Weinsberg-Pendant, das auf dem Peugeot Boxer basiert, rollt der Sky TI auf dem modellgepflegten Fiat Ducato an den Start. Serienmäßig ist der 120-PS-Diesel drin. Unseren Testwagen bewegte die 140-PS-Version (890 Euro extra), die auch 30 Nm mehr Drehmoment mitbringt. Damit lässt sich der 3,5-Tonner etwas souveräner bewegen. Unser Fahrdynamikexperte Tim Dahlgaard fühlte ihm daher auch im Galopp auf den Zahn. Sein Fazit: "Beim Ausweichtest fällt die weich gedämpfte Hinterachse genauso auf wie die Tendenz zum Übersteuern. Da das ESP aber frühzeitig eingreift und sauber die Vorderachse einbremst, bleibt der Sky TI sehr sicher." Auch die zehn Vollbremsungen von 100 auf 0 erbrachten stabile Werte. Nur im Slalom kam der Wunsch nach einer etwas direkteren Rückmeldung von der Lenkung auf. Angenehm: Bei 100 km/h lagen im Fahrerhaus moderate 69 Dezibel an, und auch Klappergeräusche aus dem Aufbau blieben fast gänzlich aus.
Bildergalerie
Test Knaus Sky TI 650 MF Platinum Selection
Fazit von Alex Failing: Praxisgerechte Raumaufteilung, modernes Design und eine fast komplette Serienausstattung – der 650 MF bringt in der Platinum Selection alles mit, um zwei komfortbewusste Reisende zufrieden zu machen. Zum ganz großen Glück fehlt ihm eigentlich nur ein Doppelboden. Urteil: vier von fünf Punkten.
Test Knaus Sky TI 650 MF Platinum Selection
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Der Knaus Sky TI fährt als Platinum Selection genanntes Sondermodell mit einem umfangreichen Paket serienmäßiger Extras in sechs Grundrissen vor. Wir haben uns den 650 MF zum Testen ausgesucht.
Bild: Bernd Hanselmann / AUTO BILD
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Der größere Bruder 700 MX bietet zwar einen noch höheren Preisvorteil, uns lockt aber der interessante Grundriss des 650 MF mit Heckbad und französischem Bett mehr. Seine Eckdaten: 6,98 Meter Länge, vier Sitzplätze, vier Schlafplätze, ab 62.599 Euro zu haben. Der Preisvorteil des Sondermodells beläuft sich auf 18.453 Euro.
Bild: Bernd Hanselmann / AUTO BILD
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Der Knaus wirkt prinzipiell wie ein noblerer Weinsberg Pepper, der ja im Mittelklasse-Segment zum Bestseller avanciert ist. Dessen Erfolgsrezept hat Knaus bei der Platinum Selection adaptiert: solide Basismodelle mit einem fertig konfigurierten Großpaket an beliebten Sonderausstattungen anzubieten – mit ordentlichem Preisvorteil für die Kunden.
Bild: Sven Krieger
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Reisen Sie zu zweit, bleibt reichlich Bewegungsfreiheit in der L-förmigen Dinette und dem anschließenden Küchenbereich.
Bild: Sven Krieger
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Und sollen mal zwei Freunde mit ins Wohnmobil, gibt's für sie einen großzügigen Schlafplatz in der serienmäßig umbaubaren Sitzgruppe. Für 1730 Euro ließe sich auch noch ein Hubbett dazubuchen. Damit wäre es aber nicht mehr so schön luftig, ...
Bild: Sven Krieger
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... zumal hier vorne ein Absatz im Boden die Kopffreiheit ohnehin reduziert.
Bild: Sven Krieger
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Die anschließende Winkelküche überzeugt durch eine sinnvolle Aufteilung: Drei breite Schubladen und zwei ausziehbare Gitterfächer ...
Bild: Sven Krieger
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... nehmen Vorräte auf, in ein Regal mit vier Ablagen passen Gewürze oder kleinere Flaschen. Obwohl der Dreiflammenkocher ganz an die Wand gerückt ist, bleibt die Arbeitsfläche davor etwas knapp. Gegenüber steht eine große Kühl-Gefrier-Kombi.
Bild: Sven Krieger
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Hier schaut das ästhetische Auge besser weg: nicht passgenaues Dekor am Fußboden.
Bild: Sven Krieger
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In den Banktruhen findet sich Stauraum für Schweres bzw. die Truma-Therme nebst Bordelektronik und iNet Box.
Bild: Sven Krieger
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Im Heck wartet rechts das bis zu 1,42 Meter breite und zwei Meter lange französische Bett, das über geteilte Lattenroste (der schmalere ist als Heckstauraumzugang aufstellbar) verfügt. Dachschränke, offene Ablagen, Leseleuchten und eine USB-Steckdose gruppieren sich rundum.
Bild: Sven Krieger
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Wichtig für den Schlafkomfort: Die im Platinum Selection serienmäßige Bettverbreiterung, die beiden Schläfern das gemütliche Beineausstrecken möglich macht.
Bild: Sven Krieger
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Das Bad daneben ist schlicht vorbildlich. Es bietet offene und geschlossene Ablagen, Handtuchhaken, eine breite Banktoilette und die Schwenkwand, die einen großzügigen, pflegeleichten Duschbereich hinter der Lamellentür schafft. Einziger Nachteil dieser Lösung ...
Bild: Sven Krieger
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... ist der nicht über die gesamte Breite nutzbare Heckstauraum. Fahrer normalgroßer Räder müssen also einen Heckträger nutzen – und auf den Sicherheitsgewinn des Innen-Transports verzichten.
Bild: Sven Krieger
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Ein Ausstattungsniveau, das für jedes Reisemobil in dieser Preisklasse wünschenswert wäre. Dazu kommen weitere Goodies wie der schwarz lackierte Kühlergrill, wertige Klappenschlösser zur Einhandbedienung ...
Bild: Bernd Hanselmann / AUTO BILD
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... oder die komfortable beheizte Technikzentrale. Dank ihr sind alle Ver- und Entsorgungshandgriffe schnell erledigt. Neben diesen praktischen Vorzügen überzeugen auch Materialauswahl und Verarbeitung.
Bild: Sven Krieger
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Fingertipp genügt: Die Aufbautür mit verdeckten Scharnieren schließt sehr leicht.
Bild: Sven Krieger
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Recht knappe Gaskastentür – leider ist ein Flaschenauszug nicht verfügbar.
Bild: Sven Krieger
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Hier gibt's keine Überraschungen: bewährtes Ducato-Cockpit mit Komfortsitzen.
Bild: Sven Krieger
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Im Gegensatz zu seinem "kleinen" Weinsberg-Pendant, das auf dem Peugeot Boxer basiert, rollt der Sky TI auf dem modellgepflegten Fiat Ducato an den Start.
Bild: Bernd Hanselmann / AUTO BILD
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Serienmäßig ist der 120-PS-Diesel drin. Unseren Testwagen bewegte die 140-PS-Version (890 Euro extra), die auch 30 Nm mehr Drehmoment mitbringt. Damit lässt sich der 3,5-Tonner etwas souveräner bewegen.
Bild: Bernd Hanselmann / AUTO BILD
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Unser Fahrdynamikexperte Tim Dahlgaard fühlte ihm daher auch im Galopp auf den Zahn. Sein Fazit: "Beim Ausweichtest fällt die weich gedämpfte Hinterachse genauso auf wie die Tendenz zum Übersteuern. Da das ESP aber frühzeitig eingreift und sauber die Vorderachse einbremst, bleibt der Sky TI sehr sicher."
Bild: Bernd Hanselmann / AUTO BILD
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Auch die zehn Vollbremsungen von 100 auf 0 erbrachten stabile Werte. Nur im Slalom kam der Wunsch nach einer etwas direkteren Rückmeldung von der Lenkung auf.
Bild: Bernd Hanselmann / AUTO BILD
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Angenehm: Bei 100 km/h lagen im Fahrerhaus moderate 69 Dezibel an, und auch Klappergeräusche aus dem Aufbau blieben fast gänzlich aus.
Bild: Bernd Hanselmann / AUTO BILD
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Fazit: Praxisgerechte Raumaufteilung, modernes Design und eine fast komplette Serienausstattung – der 650 MF bringt in der Platinum Selection alles mit, um zwei komfortbewusste Reisende zufrieden zu machen. Zum ganz großen Glück fehlt ihm eigentlich nur ein Doppelboden. Urteil: vier von fünf Punkten.