Knaus Van TI Plus 650: Wohnmobil-Test
Der neue Knaus ist ein kompakter Teilintegrierter auf VW-Crafter-Basis

Mit besonders reichhaltigem Ausstattungspaket und dem VW Crafter als Basis wirkt der kompakte Teilintegrierte attraktiv. Wir prüfen seine inneren Werte.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Als Knaus den Van TI Plus 2018 auf dem Caravan Salon in Düsseldorf präsentierte, war das eine kleine Sensation. Zum einen war er nämlich des erste teilintegrierte Wohnmobil, der auf Basis des damals gerade neu erschienenen MAN TGE basierte. Und zum anderen überraschte er mit einem pfiffigen Dreh im Interieur: Sein Mobiliar war leicht angeschrägt eingebaut, was trotz der geringen Außenbreite von 2,20 Metern ein angenehmes Raumgefühl begünstigte. Und heute, fünf Jahre später? Ist Letzteres immer noch so, doch die Basis bildet nun der VW Crafter.
Der Innenraum wird größer
Was allerdings kaum auffällt, denn der ist ja der Zwillingsbruder des MAN TGE. Spannender wird's dagegen hinten. Hier kommt mittlerweile die von anderen Knaus-Modellen bekannte "FoldXPand" Heckwand zum Einsatz, die dem Innenraum knapp acht Zentimeter mehr Länge schenkt und den Heckleuchtenträger formschön integriert.

Der Knaus Van TI Plus 650 kostet 78.690 Euro.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Wie alles andere auch, ist der Van TI Plus leider in den vergangenen Jahren teurer geworden. Lag der Einstiegspreis des 650 MEG einst noch bei 64.990 Euro (das wurde damals bei Teilintegrierten schon als oberes Regal bewertet), sind es mittlerweile 78.690. Aber, kleiner Trost: Bei den Sonderausstattungen lässt es sich heute noch besser sparen als 2018! Das ist er: Kein wirklich unmoralisches Angebot – doch dazu unten mehr.
Technische Daten
Motorisierung | 2.0 TDI SCR |
|---|---|
Leistung | 130 kW (177 PS) bei 3600/min |
Hubraum | 1968 cm3 |
Drehmoment | 410 Nm bei 1300/min |
Höchstgeschwindigkeit | 100 km/h (> 3,5 t) |
Getriebe/Antrieb | Achtstufen-Wandlerautomatik/Allrad |
Tankinhalt/Kraftstoffsorte | 75 l/Diesel + 30 l AdBlue |
Länge/Breite/Höhe | 6990/2200/3050 mm |
Radstand/Bereifung | 3640 mm/235/60 R 17 C |
Leergew. fahrbereit/Zuladung (Testmobil) | 3270/730 kg |
Anhängelast (gebremst/ungebremst) | 2200/750 kg |
Material Wand/Dach/Boden | Alu/GFK/GFK |
Stärke Wand/Dach/Boden | 31/32/40 mm |
Isolierung Wand/Dach/Boden | EPS/XPS/XPS |
Liegefläche Heck | L x B 2x 2010 x 800 mm |
Innenhöhe/-breite max. | 1960/2050 mm |
Kühlschrank/Eisfach | AES, 142/15 l |
Herd | Gas, 2 Flammen |
Bordbatterie | AGM, 12 V/80 Ah |
Frisch-/Abwassertank | 100/73 l |
Gasvorrat/Heizung | 2 x 11 kg/Truma Combi 6 |
Grundpreis/Testwagenpreis | 84.979 Euro/95.028 Euro |
Der getestete Paar-Grundriss entspricht mit Einzelbetten im Heck den Anforderungen der Mehrheit unter uns Reisemobilisten, alternativ gibt es noch den 700 LF mit französischem Bett nebst Bad im Heck. Mit ihm können auch vier verreisen, denn seine Face-to-Face-Sitzgruppe ist zum Doppelbett umbaubar.

Der Innenraum des Knaus Van TI Plus 650 kommt ohne Stolperfalle aus
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
In unserem Testwagen steht dagegen eine klassische Halbdinette. Auf sie folgt – ohne Stolperfalle, der Boden ist durchgehend eben – ein praktisches Bad mit Bank-WC, ausreichend Stauraum sowie Dusche hinter der Schwenkwand mit Waschbecken. Im kompakten Küchenblock gegenüber ist neben der Rundspüle ein Kocher mit zwei statt drei Flammen installiert. Zusammen mit der klappbaren Erweiterung schafft das mehr Arbeitsfläche. Den Übergang zum Bett, das mit Lattenrosten und bequemen Matratzen gefällt, bildet eine große Kühl-Gefrier-Kombi.
Für die Platinum Selection spricht vieles
Das hat er: Mindestens 20 gute Gründe, die Platinum Selection der nur 6289 Euro günstigeren Basisversion vorzuziehen – so viele Posten umfasst nämlich die Liste der Extras. Dazu gehören beispielsweise Gasflaschenauszug, Panorama-Dachfenster, Multimediasystem mit Navi und Rückfahrkamera, TV-Anlage, eine zweite Heckstauraumtür, Markise und Ambientebeleuchtung, aber auch – kein Witz – drehbare Fahrerhaus- sitze.
Immer serienmäßig hingegen ist die keine Fragen aufwerfende, einfache Bedienbarkeit. So fährt er: Durch die gegenüber anderen Teilintegrierten um knapp 15 Zentimeter reduzierte Breite und den kurzen Radstand sehr handlich. An den langen Hecküberhang muss beim Rangieren aber gedacht werden. Die serienmäßige Hinterachs-Luftfederung hält die Fuhre stets ruhig auf Kurs, und beim Testwagen sorgte der 4290 Euro günstige Allradantrieb für beste Traktion. Ergonomie, Geräuschdämmung und Federung sind hervorragend.
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