Kurioser Rückruf für Elektroauto
Darum muss dieses E-Auto von GM zurück in die Werkstatt

– Der vollelektrische Chevrolet Equinox wird vom Hersteller zurückgerufen. Der Grund ist kurios, denn eigentlich funktioniert die Technik vom Akku bis zu den Bremsen tadellos. Doch bei einigen Exemplaren in den USA ist die Sicherheit von Fußgängern eingeschränkt.
Bild: Chevrolet/GM
Elektroautos haben viele Vorteile: Neben dem lokal emissionsfreien Antrieb hat das seine Ursache im geringeren Verschleiß, in niedrigeren Betriebskosten sowie im höheren Fahrspaß. Und dann wäre noch die ausgesprochen leise Fortbewegung.
So leise, dass vollelektrische Autos und Plug-in-Hybride in der EU seit 2021 einen Soundgenerator an Bord haben müssen. Der dient dem Schutz von Fußgängern. Denn bis zu einem Tempo von etwa 30 km/h sind die Reifenabrollgeräusche so gering, dass E-Autos tatsächlich fast lautlos unterwegs sind. So besteht die Gefahr, dass Fußgänger – insbesondere Menschen mit Sehbehinderung und Senioren – sie nicht wahrnehmen und davorlaufen.
Zwischen 20 und 30 km/h ist der Sound zu leise
Zu lautlos waren die SUV-Modelle Equinox der GM-Tochtermarke Chevrolet unterwegs. Daher kam es nun zum offiziellen Rückruf für 7606 Exemplare in den USA. Das 4,65 Meter lange SUV, das im Frühjahr in Amerika und China auf den Markt kam, strahlt den Warnsound zu leise aus. Zwischen 20 und 30 km/h sei die Lautstärke zu gering, teilt Chevrolet mit.
Daher werden die betreffenden Autos bis Ende Januar 2025 in die Werkstatt gerufen. Dort muss niemand den Schraubenschlüssel ansetzen; das betreffende Steuergerät erhält lediglich ein Software-Update. Der Fehler betrifft ausschließlich Fahrzeuge, die nach dem 16. Oktober produziert wurden. Ob es zu Unfällen kam, ist nicht bekannt.
Das Sounddesign von AVAS führte auch zu Problemen
Probleme gab es in der Vergangenheit mitunter bei der Zulassung von E-Sounds: Die Hersteller nutzen die Freiräume der gesetzlichen Definition der "Acoustic Vehicle Alerting System" (AVAS) genannten Technik, um einen Wiedererkennungseffekt zu erzielen – ob das funktioniert, ist natürlich fraglich. Jedenfalls haben manche Sounddesigner es damit übertrieben. So war das AVAS im Jaguar I-Pace ursprünglich so ungewöhnlich, dass Fußgänger sich an ein imaginäres Raumschiff erinnert fühlten – und beim Herannahen des Fahrzeugs nicht auf die Straße, sondern zum Himmel blickten.
Hersteller Rivian hingegen wollte in den USA seine Kunden an die naturnahe Fortbewegung eines Elektroautos erinnern. So suchte man sich Klangvorbilder in der Umwelt, etwa den Ruf des Singvogels Berghüttensänger. Dessen Gezwitscher ertönt, wenn man per Funkfernbedienung den Wagen abschließt – in Amerika zumindest, denn für die etwas strengeren europäischen Richtlinien passte Rivian den Sound an. Auch das Fußgänger-Warngeräusch, das an Wind und Wasser erinnern soll, wurde für die Markteinführung in Europa ein wenig modifiziert.
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