Wallbox-Test 2025
E-Auto clever zu Hause laden: Diese Wallboxen machen es möglich
So testen AUTO BILD und P3 Wallboxen 2024
Bild: AUTOBILD
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Info: Bei Notengleichheit in der Bestenliste sortieren wir ab sofort nach unseren internen Testergebnissen, in denen wir auf drei Nachkommastellen genau rechnen.
Sicher und komfortabel soll es funktionieren: das Laden des E-Autos zu Hause. Dafür ist eine Wallbox unerlässlich. Smarte Ladestationen liefern nicht nur irgendwie Strom. Sie steuern den Ladevorgang effizient, indem sie überschüssigen Solarstrom vom Dach nutzen oder auf günstige Stromtarife reagieren – das senkt die Kosten und entlastet das Stromnetz. Aber welche Wallbox macht ihren Job am besten? AUTO BILD hat gemeinsam mit der Technologie-Beratung P3 acht intelligente Wallboxen für den Heimgebrauch getestet und verrät, worauf es beim Kauf ankommt.
Das Wichtigste in Kürze
- Um ein E-Auto zu Hause laden zu können, ist eine Wallbox nötig. So ein Gerät finden Sie mit 11 Kilowatt (kW) oder 22 kW maximaler Ladeleistung. Für die meisten Haushalte dürften 11 kW genügen. Bei maximal 11 kW müssen Sie die Wallbox beim Netzbetreiber nur anmelden, für 22 kW vorab genehmigen lassen.
- Die Installation einer Wallbox führt eine Elektrofachkraft durch. Rechnen Sie die Kosten der Installation, die durchaus vierstellig ausfallen können, daher bei der Planung ein. Die Wandladestationen lassen sich entweder an der Wand per Aufputz (Anschlusskabel liegt vor der Wand) oder Unterputz (Anschlusskabel liegt hinter der Wand) montieren. Alternativ lässt sie sich an einer Stele befestigen.
- Intelligente Wallboxen sind in der Lage, ihren Stromfluss dynamisch anzupassen. Dies bietet viele Vorteile, zum Beispiel in Verbindung mit einer Photovoltaikanlage (PV-Anlage) oder einem variablen Stromtarif.
- Im Test haben P3 und AUTO BILD sich Installation, Ladevorgang, smartes Ladeverhalten und Bedienung acht beliebter, aktueller Wallboxen angesehen.
Die Elli Charger Pro 2 sticht mit innovativen Funktionen und guten Anbindungsmöglichkeiten hervor. Drittanbieter-Dienste lassen sich einfach integrieren, etwa über die EEBUS-Schnittstelle. Die Wallbox kommuniziert via LAN, WLAN oder LTE (Datenvolumen 10 Jahre inklusive). Die Wallbox aus dem Hause Volkswagen bietet ein hauseigenes Energiemanagementsystem sowie die Möglichkeit, externe Sensoren anzubinden. Darüber lässt sich das Laden unter Berücksichtigung dynamischer Stromtarife sowie PV-Überschüssen planen, künftig sogar mit Wetterprognose-Funktion. Die "Pro"-Version hebt sich durch den eingebauten MID-Zähler und die LTE-Konnektivität von der günstigeren Basisversion ab. Der MID-Zähler ermöglicht die Abrechnung des Ladestroms für Dienstwagen. Preis zum Testzeitpunkt: 1099 Euro.
Anmerkung der Redaktion: In der Studie von P3 liegt der Gesamtnote ein Punktesystem mit größerer Trennschärfe zugrunde. Daher sichert sich Elli knapp vor Zaptec den alleinigen Testsieg. Mehr Details lesen Sie im Wallbox-Benchmark von P3.
Der norwegische Hersteller Zaptec bietet mit der "Go" ein kompaktes und leistungsstarkes Wallbox-Modell. Im Test glänzte die Wallbox mit einer schnellen und intuitiven Installation mit einem leicht zugänglichen Klemmbock. Sie kommuniziert per WLAN und per Mobilfunk im LTE-Netz, lebenslanges Datenvolumen inklusive. Der Funktionsumfang von App und Web-Anwendung enthält alles Wesentliche von der Statusanzeige bis zur Fernsteuerung. Gut: Das System ist offen für Drittanbieter und so wird die Zaptec Go dynamisch steuerbar. Es lassen sich Smart Meter und Energiemanagementsysteme einbinden und der Ladevorgang kann sich nach dynamischen Stromtarifen von Tibber richten. Hinzu kommt eine üppige Garantie von 5 Jahren. Preis zum Testzeitpunkt: 699 Euro.
Der österreichische Hersteller go-e feilt kontinuierlich an seiner Wallbox. Dem Modell Charger Gemini 2.0 hat go-e eine SIM-Karte spendiert, das Datenvolumen ist fünf Jahre lang inklusive. Damit kommuniziert die Wallbox unabhängig von einer ausreichenden WLAN-Verbindung. Im Test verlor sie dennoch teils die Verbindung zur Cloud, hier hilft der Hotspot-Modus. Die App ist ansprechend gestaltet und bietet viele Funktionen. Mit dem hauseigenen go-e Controller (rund 200 Euro) oder über Drittanbieter-Energiemanagementsysteme lässt sich die Wallbox smart steuern. So integriert go-e etwa Funktionen zum PV-Überschussladen sowie dynamische Stromtarife von aWATTar. An der Installation gefällt der geringe Aufwand für die Verkabelung, man muss die Wallbox noch nicht einmal öffnen. Mit 5,5 Watt ist der Stand-by-Eigenverbrauch höher als bei so manchem Konkurrenten. Preis zum Testzeitpunkt: 660 Euro.
Für die Teilnahme am Test qualifizierten sich beliebte, vernetzte Wallboxen mit Wechselstromtechnik (AC) für den Heimbedarf. Von den acht getesteten Geräten hatte die Hälfte eine maximale Ladeleistung von 11 Kilowatt (kW), die andere Hälfte 22 kW Maximalleistung. Im Osnabrücker Testlabor hat P3 einen enormen Aufwand betrieben. Es wurden 115 Testpunkte geprüft, die die Sicht von Installateuren und Endkunden gleichermaßen berücksichtigten. Zu den Schwerpunkten, die AUTO BILD für die Leserschaft herausgefiltert hat, gehörten:
- Installation: Schon beim Verpackungskonzept fing die Bewertung an und zog sich über die Verständlichkeit der Bedienungsanleitung bis hin zu einer Bewertung des Funktionsdesigns: Gab es scharfe Kanten? Wie aufgeräumt ist das Innenleben und bietet es genug Platz für Anschluss und Kabelführung? Geprüft wurde auch, auf welche Weise sich Einstellungen durch die Elektrofachkraft vornehmen lassen.
- Ladevorgang: Mit einem speziellen Simulator haben die Tester sich angesehen, wie die Wallboxen mit dem Fahrzeug kommunizieren. Beim Dauertest an echten E-Autos (Mini Cooper SE, BMW iX3) schauten sie sich den Ladevorgang an und checkten, ob die Wallboxen Ladeabbrüche verzeichnen. Das war bei keinem einzigen Kandidaten der Fall. Im Labor wurde der Stand-by-Verbrauch der Geräte gemessen, der sich zwischen 1,1 und 5,6 Watt bewegte. Wert legten die Tester auf Sicherheitsmerkmale.
- Smartes Ladeverhalten: Ein E-Auto benötigt viel Strom. Der Fokus lag daher auf der Frage, wie gut die dynamische Steuerung des Ladestroms mithilfe von hauseigenem und externem Zubehör erfolgt. Die Cybersicherheit hat ein Expertenteam von P3 ebenfalls unter die Lupe genommen.
- Bedienung: Die Tester warfen einen Blick auf die Anzeigemöglichkeiten an der Wallbox sowie die Konnektivität (WLAN, LTE, Bluetooth). Sie prüften, wie eine Nutzerin oder ein Nutzer sich zum Starten des Ladevorgangs autorisiert (gar nicht, per App oder mit einer RFID-Karte). Auch Bedienung und Funktionsumfang der App auf dem Smartphone und im Web bewerteten die Tester.
Testergebnisse im Detail
In der untenstehenden Tabelle finden Sie die Ergebnisse aller acht Wallboxen, wobei es sich um eine Auswahl der aus AUTO BILD-Sicht wichtigsten Testpunkte aus der detaillierten P3-Prüfung handelt. Klappen Sie die Tabelle mit einem Klick aus.
Testergebnisse der Wallboxen
Die Verpackungskonzepte haben die Wallbox-Hersteller optimiert, besonders Zaptec und go-e fallen hier mit einem kompakten, aufgeräumten und durchdachten Design der Verpackung auf. Das Funktionsdesign der Wallboxen selbst ist durchweg hochwertig und ansprechend. Bei Elli fiel im Test auf, dass die Kabelführung nicht optimal ist und an der Blende etwas scharfe Kanten sind. Mennekes und Heidelberg Amperfied punkten mit einem austauschbaren Frontcover. Die Ersteinrichtung gelang den Installateuren im Test durchweg sehr einfach. Beim go-e Charger Gemini 2.0 ist die Besonderheit, dass man das Innere für den Anschluss nicht öffnen muss. Fast alle Kandidaten glänzten mit einer guten Kabelführung und einem zugänglichen Klemmbock für die Anschlüsse, nur beim Kostal Enector war der Klemmbock ungünstig positioniert.
Einstellungen durch den Profi
Neben dem physischen Anschluss flossen in die Installateursnote auch die Einstellungsmöglichkeiten ein. Gut: Bei allen Modellen konnten die Elektrofachkräfte per Software Einstellungen vornehmen. Das macht die Geräte zukunftssicher, weil die Einstellmöglichkeiten so updatefähig sind. Jedoch war der Profi-Einstell-Bereich vom Endanwenderbereich nicht immer klar getrennt, dieses Problem fiel bei go-e und Heidelberg Amperfied auf. Im Klartext bedeutet das, dass die Endkundinnen und -kunden sich im Zweifelsfall zu Einstellungen, die nicht für sie gedacht sind, verirren können. Bei einigen Wallboxen ist es möglich, dass eine Elektrofachkraft ferner Einstellungen über die Hardware im Inneren vornehmen können, konkret gelingt das bei allen außer Elli, go-e und Mennekes.
Garantiedauer der Wallboxen
Ladeverhalten: Unterschiede beim Stand-by-Verbrauch
Die Basisfunktionen des Ladens beherrschen alle getesteten Modelle sicher und keines verzeichnete einen Ladeabbruch. Bei der Prüfung der elektrischen Sicherheit gab es hier und da Auffälligkeiten. Die Experten haben erörtert, ob die Wallboxen vor Schäden durch Überspannung etwa im Falle eines Blitzeinschlags geschützt sind ("Überspannungsschutz") – die knappe Mehrheit der Testkandidaten bestand. Die Modelle von Elli, go-e und Keba, haben keinen eingebauten Schutz, daher sollten Nutzerinnen und Nutzer diesen im Sicherungskasten nachrüsten. Gut: Bei einem Stromausfall schalten alle Wallboxen sofort aus, auch eine eingebaute DC-Fehlerstromerkennung, die vor Gleichfehlerströmen schützt, haben die Modelle durch die Bank weg an Bord. Das mindert den Aufwand für den Einbau entsprechender Fehlerstrom-Schutzschalter (FI) im Sicherungskasten, hier genügen dann Wechselstrom-sensitive FI-Schutzschalter.
Unterschiede zeigten sich beim Verbrauch der Geräte. Selbst wenn eine Wallbox nicht in Betrieb ist, zieht sie im Stand-by-Modus Strom. Im Test zeigte sich, dass der je nach Modell zwischen 1,1 und 5,6 Watt liegt. Klingt wenig, doch rechnet man das aufs Jahr hoch, so ergibt sich beispielsweise bei einer täglich 19-stündigen Stand-by-Dauer ein erheblicher Unterschied: Jährlich knapp 8 Kilowattstunden (kWh) im Fall des sparsamsten Modells Kostal Enector stehen den rund 38 kWh Jahresverbrauch der Wallbox von go-e gegenüber.
Geringster Stand-by-Verbrauch: Kostal Enector 11 kW
Die Kostal Enector 11 kW punktet im Test mit einer Besonderheit: Ihr Stand-by-Verbrauch ist mit 1,1 Watt so gering wie bei keinem anderen Konkurrenten. Optimal eignet sie sich zur Erweiterung von Solaranlagen mit Kostal-Wechselrichter und Smart Meter, darauf ist das PV-Überschussladen gut abgestimmt. Die Wallbox überzeugt mit einer insgesamt durchdachten Installation, die mit ausreichend Platz im Inneren und der einfachen Verkabelung punktet, nur fehlt eine Zugentlastung für die Zuleitung. Auch sollten die Einstellungsbereiche von Endkunden und Installateuren klarer getrennt werden. Preis zum Testzeitpunkt: 620 Euro.
Intelligenztest: dynamisches Laden & Co
Die Tester haben intensiv abgeprüft, welche smarten Ladefunktionen die Wallboxen bieten.
- PV-Überschussladen: Stellt sich die Wallbox darauf ein, für den Ladevorgang gezielt Strom aus der hauseigenen Photovoltaikanlage zu nutzen? Hierfür muss sie Daten eines externen Stromzählers einbeziehen. Einige Wallbox-Hersteller nutzen dafür eigene Hard- und Software (wallbox, Mennekes mit externen Sensoren, Keba, Kostal), andere greifen auf Drittanbieter zurück (Zaptec), und manche bieten gar beides als flexible Alternative (Elli, go-e, Heidelberg Amperfied).
- Dynamische Stromtarife: Wer durch eine Wallbox viel Strom verbraucht, sollte sich gezielt für einen vergünstigten Autostromtarif entscheiden. Bei Wahl eines dynamischen Stromtarifs schwankt der Strompreis über den Tag hinweg abhängig von der Strombörse. Einige Wallboxen sind in der Lage, den Ladeprozess automatisch in die Zeiten günstiger Preise zu verschieben, vorausgesetzt das Auto ist dann zu Hause. Bei den drei stärksten Wallboxen im Test von Zaptec, Elli und go-e war so etwas zum Testzeitpunkt schon möglich.
- Nutzung mit mehreren Personen: Teilen sich mehrere User eine Wallbox, ist es praktisch, wenn sich verschiedene Accounts mit ihr verbinden lassen. Bei Zaptec, wallbox, Keba und Heidelberg Amperfied können Kundinnen und Kunden die Bearbeitung selbst vornehmen, bei Mennekes nur die Elektrofachkraft. Kostal, Elli und go-e bieten keine Option für mehrere Nutzer-Accounts.
- Dienstwagen-Abrechnung: Geprüft wurde auch, ob die Wallboxen sich dank eingebautem MID-konformen Zähler (MID steht für "Measuring Instruments Directive") für die Abrechnung des Stroms für einen Dienstwagen eignen. Nur Elli, Mennekes und Keba bieten das. Alternativ lässt sich so ein Zähler jedoch auch extern nachrüsten.
- Netzdienliches Laden: Wallboxen sollen sich künftig vom Netzbetreiber zum Schutz des Stromnetzes drosseln lassen – Verbraucherinnen und Verbraucher profitieren im Gegenzug von Ersparnissen bei den Netzentgelten. Ob eine Wallbox darauf vorbereitet ist, drückt sich in der Konformität mit §14a Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) aus, diese Wallboxen besitzen eine passende Schnittstelle, die die Kommunikation ermöglichen soll. Wer seine Wallbox (ab 4,2 kW Leistung) ab dem 1. Januar 2024 anschließt, ist verpflichtet, dafür zu sorgen.
- Cybersecurity: Bei vernetzten Wallboxen, die mit dem Internet kommunizieren, können Sicherheitslücken zum Problem werden – im Extremfall könnten Betrüger Strom abzapfen oder zumindest die Daten abgreifen. Die Tester von P3 fanden bei den meisten Geräten nur kleine bis mittlere Sicherheitslücken, die die Verbindung der Wallbox mit den Apps für Web und Smartphone betrafen. Kostal und Mennekes schnitten bei der Cybersicherheit am besten ab.
Bedienung im Test
Alle getesteten Wallboxen haben eins gemeinsam: Sie besitzen eine Anzeige in Form von LEDs, die den Status signalisieren. Der Ladevorgang startet auf Wunsch, sobald das Ladekabel die Wallbox mit dem E-Auto verbindet ("freier Zugang"). Alternativ lässt sich eine Zugangssperre einrichten – sinnvoll etwa, wenn die Wallbox auch für Fremde erreichbar ist. Eine Autorisierung ist bei allen Modellen via App möglich. Die meisten bieten zusätzlich die Möglichkeit des Entsperrens über eine sogenannte RFID-Karte (RFID steht für Radio Frequency Identification), nur die wallbox ABL Pulsar und Kostal Enector haben diese Option nicht.
Funktionsumfang und Bedienung der App bewerteten die Tester fast durchweg als gut bis sehr gut. Die junge Anwendung von Mennekes jedoch steckte zum Testzeitpunkt noch in den Kinderschuhen. Um die Verbindung zu den Apps herzustellen, genügt stets ein Ethernet-Kabel (LAN-Kabel). Alle Geräte sind WLAN-fähig, doch im Test hatte das Modell der Marke wallbox Verbindungsprobleme. Eine Bluetooth-Verbindung zu Geräten in der Nähe stellen nur die Modelle wallbox ABL Pulsar und Keba P40 her. Fernsteuern gelingt bei Kostal aber nicht, denn die Wallbox stellt nur zu Geräten eine Verbindung her, die im lokalen Netz unterwegs sind. Die drei stärksten Wallboxen im Test – Zaptec, Elli, go-e – kommunizieren zusätzlich via Mobilfunk (LTE). Die Kosten für die Nutzung des mobilen Datenvolumens sind unterschiedlich: Bei go-e sind fünf Jahre kostenlos enthalten (danach 12 Euro pro Jahr), bei Elli sind mit dem Kauf zehn Jahre Datenvolumen inklusive, bei Zaptec gilt dies lebenslang.
Kaufentscheidende Fragen
Wir haben Jan Rossa, Technology Lead E-Mobility Testing & Engineering bei der P3 Group, gefragt, worauf es beim Kauf einer Wallbox ankommt.
Darauf kommt es beim Kauf einer zukunftsfähigen Wallbox an
Welches sind die wichtigsten Kriterien für den Kauf einer Wallbox?
Die Basis sind die Sicherheit und Verlässlichkeit. Die Geräte sollten elektrisch sicher sein und es sollte keine Ladeabbrüche geben – das trifft auf alle acht Geräte im Testfeld zu. "Achten Sie auf die Kompatibilität der Wallbox", sagt Jan Rossa, Technology Lead E-Mobility Testing & Engineering bei der P3 Group. Hilfreich ist hier, wenn die Wallbox über Standard-Schnittstellen wie Modbus, EEBus und OCPP verfügt, sodass sich das Gerät in das bestehende Heimnetz gut integrieren lässt. Ein weiterer Punkt ist die Nutzerfreundlichkeit: Neben einer Statusanzeige ist eine App hilfreich, mit der sich die Wallbox auch von unterwegs aus steuern lässt.
Braucht man eine Wallbox mit 22 Kilowatt?
Die meisten handelsüblichen Wallboxen verfügen entweder über 11 oder über 22 Kilowatt (kW) maximale Ladeleistung. Wer 22 kW wählt, muss beachten, dass der Netzanschluss aufwendiger ist und man die Wallbox nicht nur anmelden, sondern beim Netzbetreiber genehmigen lassen muss. Für viele Haushalte mögen 11 kW genügen, zumal viele aktuelle E-Autos auch gar keine höhere AC-Ladeleistung unterstützen. Wer die höhere Ladeleistung nutzt, verkürzt die Ladezeit – das kann sich lohnen, wenn die verfügbare Zeit zum Laden aufgrund der persönlichen Nutzung begrenzt ist. Ein weiteres Szenario wäre, wenn die eigene PV-Anlage auf dem Dach eine gewisse Größe bietet oder wenn man preisoptimiert lädt und ein kürzeres Zeitfenster mit günstigem dynamischen Stromtarif ausnutzt.
Woran erkenne ich, dass eine Wallbox zukunftsfähig ist?
Gut ist, wenn sich alle Installateurseinstellungen von Software-Seite aus machen lassen und dafür nicht die Hardware angefasst werden muss. Das macht die Einstellungen nämlich updatefähig. Für die Zukunftssicherheit entscheidend ist die Anbindung an ein Energiemanagementsystem (EMS), am besten sogar mit EEBUS-Schnittstelle und Vorbereitung auf die netzdienliche Steuerung (§14a EnWG). Ein Hinweis auf die Norm ISO 15118 ist als Signal zu werten, dass die Wallbox perspektivisch Fahrzeugdaten für Funktionen wie "Plug & Charge" oder "bidirektionales Laden" nutzt.
Fazit
Der Wegfall der Förderung in Deutschland hat den Markt unter Druck gesetzt. Moderne Unternehmen mit guter Software sind in Konkurrenz zu alteingesessenen Herstellern der Elektrotechnik getreten. Gleichzeitig nimmt die Regulatorik für Wallboxen an Komplexität zu. Inzwischen gibt es nur noch eine Handvoll Hersteller, die sich am deutschen Markt durchgesetzt haben. Zwei Modelle aus unterschiedlichen Welten behalten im Test von AUTO BILD und P3 am Ende die Nase vorn: Das VW-Modell Elli Charger Pro 2 sichert sich den Testsieg dank besonders umfassender Funktionen für die dynamische Ladestromregulierung sowie einem MID-Zähler, praktisch für Fahrerinnen und Fahrer eines Dienstwagens. Knapp dahinter folgt Preis-Leistungs-Sieger Zaptec mit dem kompakten Modell Go und der gut gestalteten App.
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