Zaptec Go 22 kW 4G im Test
Schlankes Konzept: So überzeugt die Wallbox Zaptec Go im Test

Bild: AUTO BILD
Testfazit
TESTNOTE
1,4
sehr gut
Pro
5 Jahre Garantie
eSIM mit LTE an Bord
Dynamische Ladesteuerung mit externen Diensten möglich
Kontra
Kleinere Sicherheitslücken in der App
Kein MID-Zähler
Kein hauseigenes HEMS
Um den hohen enormen Stromdurst eines E-Auto-Akkus bequem und sicher zu Hause zu stillen, braucht es eine Wallbox. Moderne Modelle steuern den Stromfluss dabei intelligent, kommunizieren etwa mit der Photovoltaikanlage auf dem Dach. Die Zaptec Go ist eine solche Ladestation – und eine besonders kompakte mit viel Technik unter der Haube noch dazu. AUTO BILD hat sie mit den Experten der Technologieberatung P3 im Test geprüft.
Richtig kompakt und durchdacht
Das Gehäuse der Zaptec Go misst gerade einmal 17,5×7,5×24 Zentimeter – deutlich kleiner als viele Konkurrenzmodelle. Damit lässt sich die Zaptec Go auch an exponierten Standorten unauffällig montieren. Alternativ bietet der Hersteller einen Standfuß (Kostenpunkt: rund 540 Euro).
Schon das Verpackungskonzept punktet mit Kompaktheit und Einfachheit. Die Wallbox wirkt äußerlich minimalistisch – nicht nur auf den ersten Blick. Im Inneren überzeugt sie mit einem durchdachten Konzept: Als die Installateure im Test das Gehäuse öffneten, um den Anschluss vorzunehmen, zeigte sich eine aufgeräumte Kabelführung, der Klemmbock war leicht zugänglich, klare Farbmarkierungen brachten schnelle Orientierung.

Die Hardware im Inneren macht einen aufgeräumten Eindruck, sodass der Anschluss leicht gelingt.
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Gut: Der Hersteller trennt softwareseitig den Bereich für die Konfiguration vom Profi von den Menüpunkten für die Nutzerinnen und Nutzer – so gelingt die Einrichtung schnell, und später verirrt sich niemand in Einstellungen, die nicht für ihn gedacht sind. Alternativ können Elektroinstallateure auch hardwareseitig Änderungen vornehmen.
Versionen, Kommunikation und Ladeleistung
Die Wallbox kommt mit einer Buchse ohne fest angeschlagenes Ladekabel. Ein E-Auto-Ladekabel mit Typ-2-Buchse müssen Nutzerinnen und Nutzer also selbst ergänzen. Die Zaptec Go erscheint nur in dieser einen Variante, kommt mit 22 Kilowatt (kW) Ladeleistung und LTE ("4G"). Somit bietet sie die höchstmögliche Ladeleistung für Privathaushalte. Wer 22 kW nutzen möchte, braucht ein E-Auto, das eine so hohe Ladeleistung bietet. Es lohnt sich etwa für Haushalte mit hohem PV-Ertrag. Für alle anderen sind auch 11 kW ausreichend und zudem ohne die Genehmigung vom Netzbetreiber installierbar, eine einfache Anmeldung genügt.
Die Wallbox kommuniziert kabellos mit der App, entweder via WLAN oder mit ihrem Mobilfunkmodul per LTE, einen LAN-Anschluss hat sie nicht. Gut: LTE sichert die Konnektivität auch in Garagen oder Carports ohne verlässliches WLAN und das Datenvolumen für die Nutzung der LTE-Verbindung ist lebenslang inkludiert, es entstehen keine Folgekosten.
Wie die Wallbox sich smart steuern lässt
In der Zaptec-App gibt es Möglichkeiten, die Wallbox fernzusteuern, eine dynamische oder statische Ladeeinstellung zu wählen und ihren Status anzuzeigen. Die App bietet E-Auto-Fahrern die Möglichkeit, selbst weitere Nutzer hinzuzufügen – das ist längst nicht bei allen Konkurrenten möglich. Der Beginn des Ladevorgangs gelingt wahlweise über freien Zugang oder lässt sich per App entsperren, alternativ auch per RFID-Karte.
Wer die Wallbox klug aussteuern will, braucht entsprechendes Zubehör – ob nun das hauseigene Zaptec Sense Paket (knapp 250 Euro) oder ein Smart Meter von einem Fremdhersteller. In Verbindung mit Zaptec Sense ist die Go-Wallbox für netzdienliches Laden nach §14a EnWg vorbereitet – der Sensor ermöglicht also die vorgeschriebene Möglichkeit der Drosselung durch den Netzbetreiber.
Die Box liefert zwar kein eigenes Home Energy Management System (HEMS), doch sie arbeitet mit Systemen von Drittanbietern, etwa um PV-Überschussladen zu ermöglichen. Die Anbindung erfolgt über die sogenannte OCPP-Schnittstelle ("Open Charge Point Protocol"). Gut: Wer einen dynamischen Stromtarif von Tibber nutzt, integriert diesen direkt in die Zaptec-App.

Das Simulationsgerät imitiert die Fahrzeugkommunikation. So zeigt sich, wie die Wallbox reagiert.
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Kleinere Sicherheitslücken
Bei der Cyber-Security-Prüfung schauen sich die Experten von P3 an, ob App- und Web-Anwendung der Wallbox Schwachstellen aufweisen. Bei fast allen Modellen im Test entdeckten sie kleinere bis mittlere Sicherheitslücken – so auch bei Zaptec. Insbesondere die Kommunikation in der App bot zum Testzeitpunkt 2024 eine Angriffsfläche.
Hardware im Härtetest
Keine der Wallboxen in unserem Test 2024/2025 verzeichnete einen Ladeabbruch, und auch das Modell Zaptec Go reiht sich ein. Mit einem Stand-by-Verbrauch von nur 1,7 Watt gehört die Zaptec Go zu den sparsameren Wallboxen, manch andere verbraucht mehr als das Doppelte. Auf ein Jahr hochgerechnet spart das Dutzende Kilowattstunden gegenüber stromhungrigen Konkurrenten.
Die Bauweise erfüllt wichtige Standards: Ein Überspannungsschutz ist integriert – so lassen sich in vielen Fällen separate FI-Schalter vom Typ B vermeiden, was Kosten und Platz im Sicherungskasten spart. Bei Stromausfall kappt die Wallbox die Verbindung unmittelbar – ein gängiger, aber notwendiger Sicherheitsbaustein. Und die DC-Fehlerstromerkennung schützt vor Gleichfehlerströmen.
Dienstwagenfahrer greifen lieber zur Zaptec Go 2
Für die DIN-konforme Abrechnung von Stromkosten für Dienstwagen fehlt der getesteten Zaptec Go ein integrierter MID-Zähler. So einer ließe sich zwar nachrüsten, doch seit Februar 2025 bietet der Hersteller eine Variante mit eingebautem MID-Zähler. Sie heißt Zaptec Go 2. Diese ist laut Hersteller in der Lage, sich auf Solarstrom noch besser einzustellen und dabei zwischen ein- und dreiphasigem Laden automatisch umzuschalten. Sie ist laut Hersteller auf bidirektionales Laden ("Vehicle-to-Grid") vorbereitet, kann also perspektivisch das Stromnetz entlasten, wenn die Technik ausgereift ist. Ferner bietet der Hersteller eine Version namens Zaptec Pro mit eichrechtskonformem Zähler an – geeignet für öffentliches Laden (etwa für Firmen oder wenn man seine Wallbox auch für die Fremdnutzung anbietet).
Zaptec Go 22 kW 4G: Test-Fazit
Die Wallbox aus Norwegen glänzt vor allem durch Kompaktheit und eine erfreulich einfache, saubere Installation. Mit dauerhaftem LTE-Zugang, geringem Eigenverbrauch und offener Schnittstellenarchitektur ist die Zaptec Go zukunftssicher. Ein eigenes Energiemanagementsystem bleibt Zaptec schuldig, wodurch sich einige Vorteile nur über Drittanbieter erschließen lassen.
Die Go integriert sich flexibel in bestehende Smart-Home-Strukturen – sofern man gegebenenfalls bereit ist, externe Sensorik und Stromzähler nachzurüsten. Die App leistet insgesamt gute Arbeit, zeigte im Test jedoch kleinere Sicherheitslücken. Insgesamt bleibt ein stimmiger Eindruck mit kleinen Schwächen, dafür aber mit Stärken wie der einfachen Installation, dem geringen Energieverbrauch und einer langjährigen Garantie von 5 Jahren.
Elli Charger Pro oder go-e Gemini: Alternativen im Vergleich
Der größte Konkurrent im Testfeld ist der Testsieger: Elli Charger Pro 2. Diese Wallbox bietet ebenfalls LTE, dazu aber auch einen MID-Zähler für die Dienstwagenabrechnung und ein eigenes HEMS – sie ist allerdings größer, schwerer, hat einen höheren Eigenverbrauch (5 Watt) und einen auf zehn Jahre beschränkten kostenlosen LTE-Zugang. Zudem fehlt die Option auf mehrere Nutzer.
Eine weitere Alternative ist der Charger Gemini 2.0 von go-e. Sehr schlank, ähnlich leicht installierbar, ebenfalls mit flexibler Drittanbieteranbindung. Nutzer müssen allerdings auf eine klare Trennung zwischen Endkunden- und Installationsmenü verzichten und leben mit leicht höherem Eigenverbrauch (5,6 Watt). Die App gefiel optisch, hatte aber zeitweise Verbindungsprobleme zur Cloud.
Was kostet die Zaptec Go 22 kW 4G?
Die kompakte Zaptec liegt preislich zum Testzeitpunkt bei rund 680 Euro (Stand: April 2025). Damit ist sie eine der günstigeren 22-kW-Boxen im Testumfeld. Der Preis inkludiert bereits das LTE-Datenvolumen – ungewöhnlich bei Wallboxen, denn bei vielen Wettbewerbern ist diese Funktion kostenpflichtig oder zeitlich limitiert. Zusätzliche Kosten für die Installation oder für die optionale Einbindung externer Strommesser (z. B. für Zaptec Sense) sollten bei der Gesamtkalkulation mitbedacht werden.
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