E-Auto laden: Kabel mit Typ-2-Anschluss
E-Auto-Ladekabel mit Typ 2 im Vergleich: So finden Sie das richtige

Bild: Christoph Boerries
- Julia Struck
- Jörg Maltzan
- Bendix Krohn
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Mennekes
36247
- 3,5 Kilogramm leicht, 7,5 Meter lang
- Bis zu 22 Kilowatt Ladeleistung
- Nur Spritzwasserschutz (IP44)

Lapp Mobility
61790
- Für 11-Kilowatt-Laden geeignet
- Mit knapp 1,9 Kilogramm leicht, 7 Meter lang
- Lädt nicht mit 22 Kilowatt

Lapp Mobility
61792
- 3 Kilogramm leicht, 7 Meter lang
- Bis zu 22 Kilowatt Ladeleistung
- Geschützt nach IP55

Lapp Mobility
65311
- Lädt mit bis zu 22 Kilowatt
- Mit 10 Metern auch für größere Fahrzeuge lang genug
- Geschützt nach IP55
- Knapp 4,8 Kilogramm schwer

Mennekes
36245
- 2,7 Kilogramm leicht, 7,5 Meter lang
- Für 11-Kilowatt-Laden geeignet
- Nur Spritzwasserschutz (IP44)
- Lädt nicht mit 22 Kilowatt
Fast jedes Elektroauto kommt heute mit einem Typ-2-Ladeanschluss. Dieser ermöglicht das Laden sowohl an privaten Wallboxen als auch an öffentlichen Ladestationen. Für eine erfolgreiche Verbindung benötigt man ein sogenanntes Mode-3-Ladekabel, das oft bereits beim Kauf des Fahrzeugs mitgeliefert wird. Ist das nicht der Fall, kann das Kabel problemlos nachgerüstet werden. AUTO BILD erläutert die Unterschiede beliebter Ladekabel und gibt wichtige Tipps zum Kauf.
Das Wichtigste in Kürze
- Für das Wechselstromladen an Wallboxen und öffentlichen Ladesäulen hat sich der Typ-2-Stecker durchgesetzt.
- Ein Mode-3-Ladekabel mit Typ-2-Steckern verbindet das Auto mit der jeweiligen Ladestation.
- Es gibt Leistungsunterschiede bei diesen Ladekabeln. Bei solchen mit einphasigem Laden fließt der Strom durch einen einzigen Leiter und ist damit hierzulande auf 7,4 Kilowatt Leistung beschränkt. Bei dreiphasigen Kabeln beträgt die maximale Leistung 11 oder 22 Kilowatt (kW).
Lapp Mobility 61792: die Alternative
GreenCell EV11: unser Preistipp mit maximal 11 kW
Juice Booster 2: Generalist mit Adaptern
Wer für jede Lademöglichkeit ausgerüstet sein möchte, würde sich ein Passepartout wünschen, ein Universal-Ladekabel mit mehreren Adaptern. So ein Generalist ist der Juice Booster, der offiziell als mobile Ladestation vermarktet wird.
Das Köfferchen enthält Ladekabel, Typ-2-Stecker für die Ladedose und diverse Adapter für nahezu sämtliche Ausgänge. Damit lädt das E-Auto an der heimischen Schuko-Steckdose ebenso wie an Wallbox, Camping- oder Starkstrom-Dose. Wer ins Ausland fährt, kann zusätzlich weitere Anschluss-Stücke dazukaufen.
So hat AUTO BILD die Typ-2-Ladekabel verglichen
Für die Produktauswahl hat AUTO BILD recherchiert, welche Hersteller und Produkte besonders gefragt sind. Als Indikator dienten die beliebtesten Produkte laut der Preisvergleichswebseite idealo.de und die breite Verfügbarkeit bei renommierten Händlern. Nachdem die Produktauswahl getroffen war, hat die Redaktion folgende Daten zusammengetragen und verglichen:
- Länge und Gewicht: Wie lang ist das Kabel? Beim Kauf gilt am Ende: Die optimale Länge hängt vom Fahrzeug ab. Das Kabel sollte so kurz wie möglich und so lang wie nötig sein. Übliche Längen sind vier bis zehn Meter. Wie schwer ist das Kabel? Mit steigender Länge steigt auch das Gewicht, trotzdem zeigen sich auch bei ähnlich langen Kabeln Unterschiede. Die meisten wiegen zwischen 2 und 5 Kilogramm.
- Leistungsdaten: AUTO BILD hat zum einen die maximale Ladeleistung in Kilowatt recherchiert und zum anderen die maximale Stromstärke in Ampere zusammengetragen. Auch die Anzahl Phasen hat sich die Redaktion angesehen, wobei dreiphasige Kabel der Regelfall sind.
- Bauart: Fast alle hier verglichenen Kabel haben auf beiden Seiten Typ-2-Anschlüsse und sind somit klassische Mode-3-Kabel. Doch mit dem Juice Booster findet sich auch ein Modell mit vielen Adaptern für andere Ladepunkte unter den Vergleichskandidaten.
- Design: Welche Farbe hat das Kabel, und nach welchem Standard ist es geschützt? Auf diese Frage gibt die nachfolgende Tabelle ebenso eine Antwort wie auf die, ob es sich um ein glattes oder spiralförmiges Kabel handelt.
Typ-2-Ladekabel im Vergleich
Nicht immer sind alle Ladekabel automatisch an Bord
Kaum ein Hersteller stattet seine E-Autos ab Werk mit sämtlichen Ladekabeln und -adaptern aus. Wer sein Elektroauto – regelmäßig oder im Notfall – an einer fremden Stromquelle laden muss, sollte sich daher rechtzeitig informieren, was geht und welche Kabel und Stecker passen.
Wie schnell und effizient ein E-Auto lädt, hängt von drei Faktoren ab: Lademöglichkeit, Ladesystem im Auto und der Kabel-Stecker-Kombination.
Schuko, Typ 2, CCS – diese Lademöglichkeiten fürs E-Auto gibt es
Hier sollen die unterschiedlichen Lademöglichkeiten kurz dargestellt werden:
- Grundsätzlich lädt ein E-Auto auch über die normale 230-Volt-Haushaltssteckdose auf, und zwar mit einem sogenannten Mode-2-Kabel. Doch das ist eher eine Möglichkeit für Notfälle. Es dauert zu lang und belastet die Leitungen auf Dauer.
- Professioneller funktioniert die heimische Wallbox mit Mode-3-Kabel und Typ-2-Stecker. So eine Wallbox bietet meist maximal 11 oder 22 kW Leistung.
- Die meisten öffentlichen AC-Ladesäulen sind auf maximal 22 kW ausgelegt. Theoretisch sind über manche von ihnen per Mode-3-Kabel aber bis zu 43 kW möglich. Allerdings unterstützen nur wenige ältere E-Autos, darunter einige Modellreihen des Renault Zoe, so eine hohe Wechselstrom-Ladeleistung.
- Die Ladekönige sind E-Autos mit Gleichstrom-Ladern (DC) an Bord – sie können an CCS-Schnellladern Strom tanken. Anders als die üblichen Typ-2-Stecker ist zum Laden mit DC ein CCS- oder CHAdeMO-Anschluss nötig. Diese Systeme laden den Akku derzeit mit bis zu 270 kW in 30 bis 45 Minuten zu 80 Prozent auf. Der Strom fließt dabei durch gut daumendicke Kabel. Die sind meist direkt mit der Station verbunden und müssen nicht im Kofferraum liegen.
Einen ausführlichen Überblick über alle Steckertypen gibt die Redaktion an anderer Stelle.

Öffentliche Ladesäulen haben Typ-2-Steckdosen, für die E-Auto-Nutzer meist selbst ein Kabel mitbringen müssen.
Bild: DPA
Tesla bietet CCS-Stecker zur Nachrüstung an
Bei Tesla heißen die Schnellladesäulen "Supercharger", jedes Elektroauto von Tesla hat dafür ab Werk einen eigenen Anschluss, der dem Typ-2-Stecker ähnelt. Für das Model S und Model X bietet Tesla einen CCS-Stecker zum Nachrüsten an. Damit funktioniert das Gleichstromladen an konventionellen CCS-Schnellladesäulen. Im Tesla-Shop kostet der Adapter inklusive Installation 262 Euro. Der "Mobile Connector" samt Adapter für die Haushaltssteckdose ist für 200 Euro erhältlich, liegt laut Hersteller aber auch allen Fahrzeugen bei.
Ein- oder dreiphasiges Ladekabel
Damit ein E-Auto mit bis zu 11 oder 22 kW auflädt, muss es für dreiphasiges Laden gerüstet sein. Neben dieser Grundvoraussetzung muss auch das Ladekabel dreiphasig sein.
Wer das Tempo nicht nur unterwegs an der Schnellladesäule, sondern auch beim Laden zu Hause nutzen will, braucht dafür zusätzlich zum einen eine Wallbox, die dreiphasig lädt, zum anderen muss die Hauselektrik für das dreiphasige Laden geeignet sein. Daher gilt: Wenn das E-Auto dreiphasig laden kann, empfiehlt sich ein Ladekabel, das dreiphasiges Laden unterstützt.
Häufig gestellte Fragen
Wie lang sollte das E-Auto-Ladekabel sein?
Wer sich fragt, wie lang das Ladekabel fürs E-Auto sein soll, muss sich auch mit dem Formfaktor auseinandersetzen: glatt oder spiralförmig? Zu bedenken sind folgende Punkte:
- Länge: Kurze Kabel sind leicht und verschwenden keinen Platz im Kofferraum, doch je nach Lage der Ladestation kann es mit der Verbindung knapp werden. Wer ein längeres Ladekabel nutzt, erreicht zwar die Ladestation im Zweifel einfacher. Die Nachteile jedoch: Lange Leitungen sind schwer, sperrig und teurer. Schlimmer noch: Wegen des größeren elektrischen Widerstands steigt mit der Kabellänge der Ladeverlust.
- Formfaktor: Ein glattes Kabel lässt sich leichter am und ums Auto herum verlegen, landet dafür aber gern im Dreck. Spiralkabel ziehen sich immer auf ihr kleinstes Packmaß zusammen und lassen sich in der Luft verlegen. Allerdings können sie den Lack und Anbauteile des Autos gefährden. "Außerdem verbrauchen sie mehr Material, sind darum teurer und haben höhere Widerstände", so Rüdiger Vogel vom Branchenprimus Mennekes. Auf dem Markt verlieren sie momentan an Bedeutung.
Glatte Kabel setzen sich also durch. Als Faustregel für die Wahl der Länge gilt: Wer zu Hause lädt, der sollte das Kabel so kurz wie möglich wählen. Für den mobilen Einsatz empfiehlt sich die Faustformel: Breite plus Länge des Autos gleich Kabel-Mindestmaß. Für einen Smart EQ reicht in der Regel ein Vier-Meter-Kabel, bei einem Tesla Model X sollte es dagegen fast doppelt so lang sein. "Im Markt sind Kabellängen von vier über 7,5 bis zu zehn Metern üblich", sagt Vogel.
Was hat es mit der Dicke von Auto-Ladekabeln auf sich?
Ein 32-Ampere-Kabel hat einen Querschnitt von sechs Quadratmillimetern je Phase. Dabei entsteht pro Meter Kabellänge ein Verlust von ca. drei Watt. Bei dreiphasigen Kabeln gehen also neun Watt pro Meter verloren. Macht bei einem fünf Meter langen Ladekabel 45 Watt Verlustleistung – also etwa so, als würde während des gesamten Ladevorgangs eine mittelstarke Glühlampe mitbrennen. Das würde man sich (und der Umwelt) gern ersparen.

Vor- und Nachteile: Glatte Kabel wie dieses sind vielseitig. Sie liegen aber oft am Boden im Dreck.
Bild: Christoph Boerries
Häufig gestellte Fragen
Kann man mit 22-kW-Kabel auch nur 11 kW laden?
Die maximale Leistung des Ladekabels bezieht sich lediglich auf das, was damit höchstens möglich ist. In der Praxis kann weniger Leistung fließen, denn das schwächste Glied in der Kette hemmt am Ende die tatsächliche Leistung: neben dem Kabel das Stromnetz, die Bordelektronik des E-Autos oder die Wallbox.
Kann man mit Typ 2 auch an CCS-Stationen laden?
Wer an der Autobahn einen Gleichstrom-Schnelllader findet, wird in der Regel auf CCS-Stecker treffen. Das Kabel mit dem CCS-Stecker ist meist an der Säule angebracht. Es hat unter dem Typ-2-Stecker noch zwei Plus- und Minuskontakte. Daher passt es auch nicht an Automobile, die nicht den entsprechenden Anschluss bieten.
Wie unterscheiden sich Typ 1, Typ 2 und Typ 3?
In den Anfängen der Elektromobilität haben verschiedene Unternehmen in unterschiedlichen Ländern an einem Stecker-Standard für E-Autos gearbeitet. Typ 1 und Typ 3 haben sich nicht durchgesetzt, heutzutage ist der Typ-2-Stecker der Standard.
Worin liegt der Unterschied zwischen Mode 2 und Mode 3?
Das Standard-Ladekabel für E-Autos hat Typ-2-Stecker und nennt sich Mode-3-Ladekabel. Ein Notladekabel für E-Autos, um per Haushaltssteckdose zu laden, nennt sich Mode-2-Ladekabel.
Fazit
Während der Zapfhahn für Benzin und Diesel an der Tankstelle fest montiert ist, bringt der elektromobile Mensch sein Ladekabel selbst mit zur Ladestation. Durchgesetzt haben sich glatte Kabel mit Typ-2-Anschluss. Wer noch kein solches Mode-3-Ladekabel hat oder mit dem, das der Hersteller beilegt, allein nicht zufrieden ist, sollte sich beim Kauf über einige Eckdaten Gedanken machen. Möglichst leicht sollte das Kabel sein, und bei der Länge gilt die Faustformel: mindestens Länge plus Breite des Fahrzeugs. Die Leistungsdaten sollten mindestens so stark sein wie die des Autos. Kann der Stromer mit 22 Kilowatt dreiphasig laden, sollte auch das Kabel das können, um nicht zum Hemmschuh zu werden.
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