E-Autos ad-hoc laden: bezahlen ohne Ladekarte
So kann man spontan an einer E-Auto-Ladestation bezahlen
Neue E-Autos bis 2029 im Überblick
Bild: AUTO BILD
Inhaltsverzeichnis
- Wie lade ich, wenn ich keine Ladekarte dabei habe?
- Kann ich Ladestrom mit Kredit- oder Debitkarte bezahlen?
- Welches Ladenetzwerk hat bereits Kreditkartenleser?
- Wie funktioniert Plug&Charge bei Elektroautos?
- Diese E-Auto-Hersteller bieten Plug&Charge an
- Wie funktioniert das neue Auto Charge von Fastned?
- Wie viele Ladepunkte gibt es in Deutschland?
- Warum ist das Fahrprofil wichtig für die Tarifwahl?
Wer mit dem Elektroauto verreist oder Laternenparker ist, ist auf das Netz der öffentlichen Ladesäule angewiesen. In der Regel kann der Ladevorgang dort mit einer Ladekarte gestartet und bezahlt werden. Doch wenn man nicht die passende oder gar keine Ladekarte hat? So funktioniert das öffentliche Laden für die Laufkundschaft!
Die Masse der Ladestationen im In- und Ausland kann auch über die jeweilige Smartphone-App des Betreibers genutzt werden. Ein Höchstmaß an Komfort ist das zwar nicht; aber in den meisten Fällen funktioniert es. Zumeist befindet sich auf der betreffenden Ladesäule ein QR-Code, den man mit dem Handy scannt.
Automatisch wird man dann zum App- bzw. Playstore weitergeleitet, um sich die jeweils vorgesehene App aufs Handy zu laden. Nach ein paar Sekunden – abhängig von der Netzabdeckung – ist die App nutzbar. Anschließend müssen Nutzer ihre persönlichen Daten inklusive Kreditkartennummer eingeben. Nach einer Verifikation über SMS kann dann der Ladevorgang gestartet werden.
Bequemer ist das Laden an Ladesäulen, die mit einem Kartenleser für Kreditkarte oder Debitkarte (früher EC-Karte genannt) ausgestattet sind. Hier hält man die Karte an das Lesefeld, gibt die PIN ein und der Ladevorgang startet. Einfacher geht es kaum. Die Frage ist nur, wer hat diese Funktion? Leider gibt es bisher keine markenübergreifende Ladenetzkarte im Internet, die solche Informationen bietet.
Längst nicht alle Ladesäulen bieten diese Funktion. EnBW hatte ursprünglich Kartenleser, schaffte sie aber 2020 mangels Nachfrage wieder ab, wie ein Sprecher AUTO BILD sagte. Ursprünglich sollte laut Regierungsbeschluss seit Juli 2023 jede neue Ladesäule in Deutschland mit einer solchen Bezahlfunktion für Kreditkarte oder Debitkarte (EC-Karten) ausgestattet werden. Doch diese Ausrüstungspflicht wurde auf 2024 verschoben.
Auch besteht noch keine Mitteilungspflicht über die so ausgerüsteten Ladesäulen, bekannt sind der Bundesnetzagentur zum Stand 1. Juli 2023 genau 3782 Ladestationen mit Kartenlesegerät oder NFC-Leser (da dies erst bei seit 2022 gebauten Ladesäulen abgefragt wird, kann die absolute Zahl höher sein).
Die freie Wahl des Zahlungsmittels hat man, wenn man einen der aktuell 261 Standorte des Ladenetzwerks Aral Pulse ansteuert – jeder der angeschlossenen 1261 Ladepunkte ist mit einem Terminal für Kredit- oder Debitkarte ausgestattet.
"Der Bezahlvorgang ist denkbar einfach: Das Laden kann mit der Bankkarte, dem Smartphone oder der Smartwatch gestartet und bezahlt werden – ganz ohne Registrierung, Mitgliedschaft oder Angabe von persönlichen Daten", teilt Aral mit. Die überwiegende Zahl der Standorte von Aral Pulse befinden sich an Tankstellen der Marke.
| Aktuelle Angebote | Preis | |
|---|---|---|
UVP ab 21.940 EUR/Ersparnis bis zu 9162 EUR/Ladeleistung: 22 kW EUR | ||
UVP ab 22.550 EUR/Ersparnis bis zu 7178 EUR/Ladeleistung: 30 kW EUR | ||
UVP ab 28.000 EUR/Ersparnis bis zu 9001 EUR/Ladeleistung: 22 kW EUR | ||
UVP ab 28.420 EUR/Ersparnis bis zu 7178 EUR/Ladeleistung: 135 kW EUR | ||
UVP ab 30.420 EUR/Ersparnis bis zu 7178 EUR/Ladeleistung: 92 kW EUR | ||
UVP ab 30.990 EUR/Ersparnis bis zu 8898 EUR/Ladeleistung: 85 kW EUR |
Am einfachsten ist das Laden über Plug&Charge: Das Elektroauto identifiziert die Ladesäule und umgekehrt. Dahinter steckt ein normierter Kommunikationsstandard, der 2017 entwickelt wurde. Auto und Ladesäule tauschen digitale Zertifikate aus, los geht's. Es gibt auch schon Wallboxen mit dieser Funktion. Praktisch im halböffentlichen Raum, z. B. in Tiefgaragen von Mehrfamilienhäusern. Im öffentlichen Raum funktioniert Plug&Charge allerdings nur an DC-Schnellladern.
Voraussetzung ist lediglich ein Ladestromvertrag, zum Beispiel mit dem heimischen Stromversorger. Der muss digital im Auto hinterlegt sein. Bisher konnte jeweils nur ein einziger Ladestromvertrag hinterlegt werden. Kooperierte ein Ladesäulenbetreiber mit dem konkreten Vertragspartner nicht, klappt es auch nicht mit Plug&Charge. BMW ist nach eigenen Angaben der erste Hersteller, dessen Automodelle mehrere digitale Ladestromverträge abspeichern können.
Bezahl-Daten sind dann hinterlegt, über den Ladestecker werden sie dem Ladesäulenbetreiber mitgeteilt. So kann die zeitaufwändige Tipperei auf dem kleinen Smartphone-Display (unter Umständen bei Nacht, Frost und Regen) entfallen. Einfach nur Ladestecker einstecken und am Ende wieder abziehen.
Allerdings haben längst nicht alle Schnellladesäulen diesen Service in petto. Deutschlands größter Ladenetzbetreiber EnBW (aktuell 4500 Schnelllade-Punkte und 2400 Normalladepunkte) zum Beispiel bietet diese Funktion unter dem Stichwort "Autocharge". Die Funktion ist fast flächendeckend an den DC-Ladern vorhanden. Einzige Bedingung: Man muss sich zuvor online bei Autocharge registrieren. Fastned nennt das kartenlose Laden übrigens auch so. Nutzer eines VW, Skoda, Seat und Cupra sowie einige Audi-Modelle können den Service bisher nicht nutzen. Bei anderen Modellen und Marken kann es in Einzelfällen auch daran liegen, dass noch veraltete Software in den Fahrzeugen installiert ist.
- Audi
- BMW
- Cupra
- Ford
- Hyundai
- Kia
- Mercedes
- Porsche
- Skoda
- Smart
- Tesla (nur am Supercharger)
- Volkswagen
- Volvo
Stand: April 2024 (ältere Fahrzeuge verfügen zum Teil noch nicht über Plug&Charge, werden aber sukzessive per Software-Update nachgerüstet)
Der Ladesäulenbetreiber Fastned hat seine Lade-App so aufgerüstet, dass nur noch ein einziger Handgriff notwendig ist, um mit dem Laden zu beginnen. So spart man weitere Zeit beim Ladestopp. An europaweit 225 HPC-Stationen des holländischen Unternehmens müssen Autofahrer nur noch den Ladestecker anstöpseln – schon fließt Strom, in 15 Minuten für bis zu 300 km Reichweite.
Die "Auto Charge" genannte Funktion erspart es Nutzern, einen QR-Code an der Säule zu scannen. Die App verbindet sich automatisch mit der Ladesäule, ein Fingertippser auf dem Display genügt für das Starten des Ladevorgangs. "Auto Charge" funktioniert bei nahezu jedem Auto, das einen CCS-Ladeanschluss hat.
Ausgeschlossen von der Technik sind lediglich die Typen Audi e-tron (Baujahr 2018), Audi Q4 e-tron, Cupra Born, Mazda MX-30, VW e-Up!, e-Golf, ID.3, ID.4, ID.5, Seat Mii Electric, Skoda Citigo e-iV und Skoda Enyaq iV.
Die Zahl der Ladestationen (ohne private Wallboxen) in Deutschland wächst beständig. Zuletzt gab die Bundesnetzagentur über 123.000 Ladepunkte an, 98.216 Normalladepunkte und 25.233 Schnellladepunkte (letzter Stand: Januar 2024). Allein binnen Jahresfrist seit Anfang 2023 stieg die Zahl um 40 Prozent. Wegen des zeitaufwendigen Registrierungsvorgangs dürften es mittlerweile schon mehr sein. In den vergangenen fünf Jahren verzehnfachte sich die Zahl der öffentlichen Lademöglichkeiten. Einige Ladestationen stehen auf Kundenparkplätzen, von denen mittlerweile immer weniger kostenfrei zu nutzen sind.

Fast 100.000 öffentliche Ladepunkte gibt es derzeit in Deutschland, täglich kommen neue hinzu. Doch das Ziel, bis 2030 eine Million zu haben, ist bei derzeitigem Tempo unmöglich zu schaffen.
Bild: DPA
Auch das Ladenetz von Tesla, das nicht bei der Bundesnetzagentur auftaucht, wächst stetig weiter. Anfang 2024 waren rund 186 Standorte mit Superchargern des Elektroauto-Pioniers aktiv, 84 weitere sind geplant. Fast alle der insgesamt 2581 Tesla-Ladepunkte sind auch für Fahrer von Fremdmarken zugänglich (derzeit sind es 2557 Ladepunkte).
Einzelne Stromversorger bieten Ladekarten an, wie auch Autohersteller und unabhängige Dienste. Der Markt ist riesig (hier eine Übersicht). Die Tarife sind entsprechend unterschiedlich: Wer bei den eigenen Stadt- oder Überlandwerken eine Karte hat, genießt in deren Heimnetz günstige Preise – aber bei einer Fernreise kann das Laden etwas teurer sein. Umgekehrt bietet sich für Vielfahrer, die oft an fremden Stromquellen zapfen, eine Roaming-Karte an, die überall gleiche Tarife verspricht.
Je nachdem, wie das eigene Fahrprofil aussieht, empfiehlt sich also die Karte des eigenen Stromversorgers oder eines überregionalen Anbieters. Einen guten Überblick bietet der E-Mobility Excellence Report 2023.
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