Die besten Lade-Apps: Das können die Apps, das sind die Kosten
Die besten Lade-Apps für die besten Ladedienste
Das Ladenetz zum E-Auto-Laden und die Vielfalt der Anbieter wachsen – wie entwickeln sich die Kosten? Welcher Ladedienst hat die beste Lade-App – und wer liefert Strom zum günstigsten Preis? Der große Lade-App-Test!
Das Fahren von E-Autos wird immer attraktiver. Das liegt am günstigeren und vorhersehbaren Preis für Strom, der in Deutschland zunehmend aus erneuerbaren Quellen stammt – aber auch an der gerade neu ins Blickfeld gelangten Energieabhängigkeit bei fossilen Treibstoffen, die in Krisenzeiten vielen Autofahrern einen hohen Preis abverlangt. Beides schlägt sich in der vermehrten Nachfrage nach batterieelektrischen Fahrzeugen nieder. Mitentscheidend bei der Frage, ob das nächste Auto elektrisch angetrieben wird, ist die Ladeinfrastruktur. Dabei geht's insbesondere um die öffentlichen Ladestationen – und die Ladekosten. Ein Dauerbrenner ist der zunehmende Wettbewerb unter den Anbietern von Ladepunkten und Ladediensten. Die Endkundenpreise am Lademarkt sind trotz Energiekrise in den vergangenen zwölf Monaten um zehn Prozent gesunken.
Während die Netzabdeckung kontinuierlich wächst, stellen viele E-Auto-Fahrer erhöhte Ansprüche. Das können sie auch, denn mit zunehmender Zahl der E-Autos und Plug-in-Hybriden auf deutschen Straßen wächst ihre Marktmacht. Fragen wie "Wo lade ich zu welchen Kosten", "Wie finde ich eine Ladestation beim Anbieter meiner App" und "Wie steht es um die Qualität und den Komfort der Ladepunkte?" rücken in den Mittelpunkt. Vor allem aber: "Was taugen die Lade-Apps?" Relevante Antworten liefert der aktuelle Ladedienst- und Lade-App-Test 2026, den die Lademarkt-Spezialisten von Charging Radar und die Technologieberatung P3 gemeinsam mit AUTO BILD präsentieren.
An vielen Aral-Tankstellen kann man auch Schnellladen, der Anbieter kooperiert zudem mit dem ADAC und vergünstigt dessen Mitgliedern das Laden.
Bild: Matthias Brügge / AUTO BILD
Wie groß ist das öffentliche Ladenetz, wie viele E-Autos gibt es?
Seit dem Ladedienst- und App-Test 2025 ist die öffentliche Ladeinfrastruktur hierzulande deutlich gewachsen. Die Zahl der öffentlichen Ladepunkte ist im Jahresvergleich um 17 Prozent nach oben geschnellt – auf 203.951 Lademöglichkeiten (Stand: 1. Mai 2026, hier eine interaktive Karte der Bundesnetzagentur). Davon sind 52.500 Schnellladepunkte, besonders wichtig für Fernfahrten und fürs komfortable, schnelle Laden. Die Zahl der Schnellladepunkte kletterte binnen Jahresfrist erneut um ein Drittel – 38.400 davon weisen eine Ladeleistung jenseits von 150 kW auf.
Im Juni 2026 sind in Deutschland rund 2,3 Millionen batterieelektrische Autos zugelassen, sowie rund 1,25 Millionen extern aufladbare Plug-in-Hybride, die regelmäßig Ladestrom benötigen, also insgesamt rund 3,55 Millionen Fahrzeuge. Zu diesem Markt gesellen sich E-Autofahrer der angrenzenden Länder auf der Durchreise, in denen die E-Auto-Quote teils höher liegt als hierzulande. Also ein insgesamt attraktiver und wachsender Markt für Ladestrom.
Was wurde beim Ladedienst- und App-Test gecheckt?
Der umfassende Test der Apps von Ladediensten bietet einen Überblick über die wichtigsten Tarife der maßgeblichen Anbieter. Die Apps werden insbesondere auf Preis, Netzwerkabdeckung, Benutzerfreundlichkeit und Funktionalität gecheckt. Getestet wurden 12 unabhängige Anbieter, fünf große Autohersteller sowie drei bedeutende Ladedienste mit begrenztem Roaming-Angebot. Für jede dieser drei Kategorien wird ein "Testsieger" gekürt, wie auch der Anbieter mit der "besten Lade-App", auch wenn sich die erzielten Punkte unterscheiden.
Die Ladedienste, auch E-Mobility Service Provider (EMSP) genannt, sind Dienstleister für den Zugang zur öffentlichen Ladeinfrastruktur. Besonders gut laden kann man durch Lade-Apps, mit denen man zum Tarif des Anbieters bezahlen kann. Die gleichen Tarife lassen sich meist auch mit einer passenden Ladekarte abrufen. Sie ist bei manchen Anbietern gratis zu beziehen, bei anderen wird eine einmalige Gebühr berechnet; in einigen Fällen ist die Gratiskarte auch an einen Tarif gebunden. Im Schnitt hat jeder E-Auto-Fahrer drei Ladedienste abonniert.
Der Test beantwortet diese Fragen:
Mit welchem Tarif kann man zu welchem Preismodell?
Wie groß ist das Ladenetz des Anbieters?
Wie schneidet die Funktionalität der Lade-App ab?
Wie steht es um die Bedienbarkeit der Lade-App?
Aus diesen vier Aspekten ergibt sich eine Gesamtbewertung, transparent aufgeschlüsselt nach Punkten. Damit beleuchtet dieser aktuelle Vergleich einen dynamischen (anders gesagt: stark umkämpften) Markt und gibt Elektroauto-Fahrern die Möglichkeit, sich den besten Ladedienstanbieter mit dem besten Ladepreis zu suchen – und die beste Lade-App.
EnBW wird Testsieger bei Ladediensten und -Apps der freien Anbieter
Die gute Nachricht vorweg: Selbst die beiden letztplatzierten Lade-Apps und Tarife der Ladedienste schneiden noch "befriedigend" ab, die 17 anderen mit "gut": Man wird also durch die Bank zufriedenstellend oder besser bedient. Daher kann es durchaus sinnvoll sein, einen Anbieter zu wählen, der in einer individuellen Lage besonders hervorragt.
Zunächst zur Gesamtwertung, bevor es in die Einzelwertung geht. Der Testsieg in der Kategorie "Ladedienste der freien Anbieter" geht an den "mobility+ Ladetarif M", verfügbar in der Lade-App von EnBW. Der als einziger im Test als "sehr gut" bewertete Tarif, der "mobility+ Vorteilstarif" ist Stromkunden des Versorgers EnBW vorbehalten und geht daher nicht in den Gesamtvergleich ein. Auf den Plätzen 2 und 3 liegen die EnBW-Tarife "mobility+ Ladetarif S" sowie mit Unterschieden im Kommabereich der "Ladetarif L".
100-81 Punkte = sehr gut; 80-61 Punkte = gut; 60-41 Punkte = befriedigend; 40-21 Punkte: ausreichend; 20-1 Punkte = mangelhaft; 0 Punkte = ungenügend / *Angebote nur für Kunden werden nicht aufgeführt / **bei gleicher Gesamtpunktzahl entscheidet die Nachkommastelle
Den "günstigsten Ladetarif" bietet EWE Go
Auf Rang vier platziert sich "EWE Go", das in diesem Vergleich zugleich als "günstigster Ladetarif" prämiert wird. Neben dem günstigsten Preis über alle Ladetarife hinweg (durchschnittliche Ladekosten über alle Fahrprofile hinweg von 798 Euro) ragen noch zwei weitere Anbieter hervor. In der einzelnen Preiswertung belegen die Plätze zwei und drei: a) der Anbieter mblty mit kaum höheren Durchschnittskosten von 810 Euro/Jahr und b) Vattenfall mit dem Tarif InCharge mit durchschnittlich 853 Euro. Beide Anbieter verdienen damit das Prädikat "Preis-Leistungs-Sieger" in diesem Vergleich. Die Ad-hoc-Preise, also das Laden ohne App oder Ladekarte und Zahlung per Giro- oder Kreditkarte, werden in einem späteren Vergleichstest geprüft.
Auszeichnung für die "Top Kostenkontrolle" mit Allego
Ein besonderes Feature der Lade-App von Allego verdient besondere Aufmerksamkeit: Schon mehrere Apps prognostizieren die voraussichtlichen Kosten für die veranschlagte Ladezeit, dazu gehört die von Mercedes-Benz, oder es lassen sich besonders günstige Stationen herausfiltern, wie bei EnBW. So trägt der neue Preisfilter bei MAINGAU Autostrom zu dem Sieg der App im Gesamtvergleich bei (dazu später mehr). Doch die Allego-App erlaubt auch per Slider das Einstellen einer bestimmten Lademenge, was das zielgenaue Einschätzen der Ladekosten ermöglicht. Dieses Feature wird mit dem Prädikat "Top Kostenkontrolle" ausgezeichnet.
Die Allego-App bietet einen Slider, in dem man die Ladungsmenge einstellen kann. Das verdient das Prädikat "Top Kostenkontrolle".
Bild: P3
Das Preisbewusstsein der Kunden schlägt sich in dem starken Anteil von 35 Prozent nieder, mit dem die Kategorie Preismodell in die Gesamtwertung einfließt. Für IONITY Motion bedeutet ein Durchschnittspreis von 675 Euro über alle Fahrprofile hinweg den ersten Preis, der dem Dienst das Prädikat "günstigster Ladetarif" in dieser Kategorie einbringt. Noch günstiger fährt man als Tesla-Fahrer mit dem herstellereigenen Tesla-Tarif: Durchschnittlich werden hier 572 Euro/Jahr fürs Laden fällig, es sind 100 Punkte. Wegen des eingeschränkten Kundenkreises fließt dieser Tarif aber nicht in die Gesamtwertung ein. Wichtig aber zu wissen: Als Fremdmarkenfahrer kann man für eine monatliche Grundgebühr von 9,99 Euro zum Tesla-Tarif günstig laden. Der Durchschnittspreis/Jahr liegt nur um 17 Euro über dem des Preis-Siegers IONITY Motion. Für diesen Tarif wird Tesla mit dem Prädikat "Preis-Leistungs-Sieger" gekürt.
Kooperation mehrerer Anbieter beim Electroverse: "Top Innovation"
In einer anderen Kategorie ragt das Electroverse von Octopus Energy mit drei Angeboten auf den Rängen 5 bis 7 hervor: Es bietet neben dem Angebot des eigenen App-Tarifs auch die Angeboten des Shell Recharge Abos und das IONITY Abo. Diese Kombination mehrerer Angebote in einer App ist neu – und wird daher mit dem Sonderpreis "Top Innovation" prämiert.
Im Octopus-Electroverse kann man auch per Abo von Ionity oder Shell laden – eine "Top-Innovation".
Bild: Pe
Prämienprogramme von EnBW, Shell und mblty werden mit "Top Kundenbindung" prämiert
Shell prämiert die Kundentreue, mblty ebenfalls und zuletzt stößt EnBW hinzu: Mit Bonusprogrammen kann man Punkte beim Laden sammeln, die sich entweder in Euro und Cent auszahlen (Shell und EnBW), oder über Coupons, die an Raststätten einzulösen sind: Wer bei mblty lädt, kann sich anschließend beim Sanifair-Waschraum den Griff zum Portemonnaie sparen. Für diese Bonusprogramme verdienen die Anbieter EnBW, mblty und Shell das Prädikat "Top Kundenbindung".
Mit dem EnBW-Treueprogramm kann man einen Bonus beim Laden herausholen – "Top Kundenbindung".
Bild: P3
Porsche wird Testsieger bei Ladediensten und -Apps der Autohersteller
Neben den vielen freien Anbietern von Ladediensten lohnt sich auch der Blick auf die markeneigenen Lade-Apps der Hersteller. Beim diesjährigen Vergleich ragte erneut die Porsche-App hervor. Unter den 17 getesteten autoherstellereigenen Ladediensten und Apps schneiden die ersten fünf "sehr gut" ab: Der "Porsche Charging Service Plus" schafft es als "Testsieger" auf Rang 1. Das ist das Ergebnis der Einzelwertungen: Mit der App lädt man in einem "sehr guten" Netzwerk zu ebenfalls "sehr guten" Kosten, die App ist "sehr gut" bedienbar und bietet "gute" Funktionalität.
100-80 Punkte = sehr gut; 79-70 Punkte = gut; 69-60 Punkte = befriedigend; 59-50 Punkte: ausreichend; 49-0 Punkte = mangelhaft
Und noch in einer dritten Kategorie liegt Porsche vorne: Wer einen Wagen aus Zuffenhausen fährt, lädt mit dem Porsche Charging Service Plus am günstigsten. Mit durchschnittlich 695 Euro über alle Ladeprofile hinweg gibt es das Prädikat "günstigster Ladetarif". In der Gesamtwertung auf Rang 2 folgt dieses Jahr der Smartphone-Dienst von BMW: mit dem größten Netzwerk, in dem man zu einem "guten" Preis lädt. Beim Preis ragt auch der Tarif Charging Pro von Audi heraus: Der markengebundene Tarif schneidet mit einem "sehr guten" Preis ab, man lädt in einem "sehr guten Netz". Ergebnis: In diesem Vergleich ist Audi der "Preis-Leistungs-Sieger".
IONITY wird Testsieger der Anbieter mit begrenztem Roaming
2026 wurden weitere Marktteilnehmer dem Ladedienst- und App-Test unterzogen: Diese Ladedienste betreiben zwar ein eigenes Netzwerk, bieten aber nur begrenzte Roamingmöglichkeiten. Konkret geht es um Fastned und IONITY (die mittlerweile in der "Spark Alliance" miteinander verbandelt sind), sowie das ausgedehnte Netz der Tesla Supercharger. Den "Testsieg" dieser Anbieter erringt IONITY mit dem Tarif IONITY Motion, der in der Gesamtwertung 74 Punkte erzielt.
100-80 Punkte = sehr gut; 79-70 Punkte = gut; 69-60 Punkte = befriedigend; 59-50 Punkte: ausreichend; 49-0 Punkte = mangelhaft
Charge Now, My BMW/Mercedes MB.CHARGE und Tesla mit dem größten Netzwerk
Unter den freien Anbietern betreibt Charge Now mit 942.000 Lademöglichkeiten in Kerneuropa das größte Netzwerk im Vergleich. In dieser Wertung erhält Charge Now insgesamt 92 Punkte – es ist der Spitzenwert, für den Charge Now mit dem Prädikat "größtes Netzwerk" prämiert wird. Bei den Autoherstellern verdient die My BMW-App den Testsieg für das "größte Netzwerk" mit 942.000 Lademöglichkeiten in Kerneuropa.
So einfach wie wohl bei keinem anderen Anbieter: Das Laden an einem Tesla Supercharger.
Bild: DPA
Dank der identischen Anzahl von Ladepunkten teilt der Dienst den Preis mit Mercedes MB.Charge. Bei den Anbietern mit begrenztem Roaming sticht wiederum Tesla hervor: Dessen europäisches Netzwerk ermöglicht es Tesla-Fahrern mit 16.000 HPC-Ladepunkten in Kerneuropa mühelos, auch ohne Roaming den Kontinent zu bereisen – von den guten Lademöglichkeiten entlang der Fernstraßen ganz zu schweigen. Hierfür verdient Tesla das Prädikat "größtes Netzwerk" innerhalb der bewerteten Kategorie.
Der Anspruch beim Laden verschiebt sich: Anstelle der Netzabdeckung entscheiden Preistransparenz und Nutzererlebnis.
Berkin Karadag
Senior Consultant eMobility bei P3
Wie steht es um die Bedienbarkeit der Apps?
Die Einschätzung der Lade-App-Bedienbarkeit erfolgte durch das ausgiebige Befragen von 15 E-Mobilitäts-Experten und E-Auto-Laien im Alter zwischen 26 und 46. Das Thema Bedienbarkeit floss mit 22,5 Prozent in die Gesamtwertung ein. So schnitten die Lade-Apps in diesem Testfeld ab:
In der Tabelle werden jeweils die Top 3 der freien Anbieter abgebildet, dann folgen die Top 3 der Autohersteller und zuletzt die Top 3 Anbieter mit begrenztem Roaming.
"Beste Lade-App-Bedienbarkeit" mit MAINGAU Autostrom, Porsche und IONITY
Bei den freien Anbietern geht die App von MAINGAU Autostrom einhellig als die bestbedienbare hervor, wofür sie das Label "Testsieger Lade-App-Bedienbarkeit" erhält. Die Porsche-App schneidet wegen der vielen Einstellmöglichkeiten ebenfalls als Sieger dieser Kategorie ab. Der dritte "Testsieger" dieser Kategorie ist IONITY bei den Anbietern mit begrenztem Roaming dank der "guten" Lade-App.
So wurde der Durchschnittspreis errechnet
Die ermittelten Preise basieren auf sechs unterschiedlich gewichteten Fahrprofilen (Durchschnittsfahrer, Laternenparker, Langstreckenfahrer – jeweils für ein durchschnittliches E-Fahrzeug bzw. ein Premium-E-Fahrzeug) über den Zeitraum eines Jahres. Dabei wird sowohl das Laden mit Wechselstrom als auch mit Gleichstrom an HPC-Schnellladesäulen im jeweiligen Netzwerk berücksichtigt. In die Berechnung fließen zudem die Tarifmodelle der Anbieter ein – unabhängig davon, ob mit oder ohne Grundgebühr. Stichtag für den App- und Preisvergleich war der 1. Juni 2026.
Was man beim Laden beachten sollte
Vom Handy bekannt ist die 20/80-Regel: Ein Ladestand zwischen 20 und 80 Prozent verlängert die Lebensdauer des Akkus. In diesem Bereich lädt die Batterie zudem am schnellsten. Auf 100 Prozent sollte man nur unmittelbar vor einer Langstreckenfahrt laden – und nur, wenn man die volle Reichweite benötigt. Ein E-Auto sollte nicht über längere Zeit mit vollständig geladenem Akku stehen. Und schließlich: Ladesäulen mit 11 oder 22 kW sind schonender als Schnellladen. Allerdings ist der schädliche Effekt des DC-Ladens geringer, als man noch vor einigen Jahren angenommen hatte.
Die Bedienbarkeit wurde für den Test heruntergebrochen auf die drei Anwendungen a) Benutzerbindung, b) Robustheit gegen Benutzerfehler, und c) Steuerbar- und Erlernbarkeit. Zudem floss mit ein, inwieweit die Apps den Erwartungen der Nutzer entsprechen, wie gut sie sich selbst beschreiben und letztlich wie angemessen sie die vorgesehenen Aufgaben lösen.
Wie wird die Funktionalität der Apps bewertet?
Die Einschätzung von Lade-App-Funktionalität erfolgte durch das Befragen von mehr als 400 E-Auto-Fahrern. Das Thema Funktionalität floss zu 22,5 Prozent in die Gesamtnote ein. Hier die Übersicht der Funktionalität aller geprüften Lade-Apps:
In der Tabelle werden jeweils die Top 3 der freien Anbieter abgebildet, dann folgen die Top 3 der Autohersteller und zuletzt die Top 3 Anbieter mit begrenztem Roaming.
My BMW, MAINGAU Autostrom und IONITY erringen Testsieg bei der Lade-App-Funktionalität
Bei der Funktion schneidet die Lade-App von BMW dieses Jahr am allerbesten ab und wird als einer von drei "Testsiegern Lade-App-Funktionalität" ausgezeichnet. Der Hintergrund: BMW hat in den vergangenen 12 Monaten die Ladefunktionen stark überarbeitet und die Lade-App deutlich verbessert. Die App erzielt mit insgesamt 76 Punkten in dieser Kategorie den besten Wert. Als zweiter "Testsieger" platziert sich die MAINGAU-App bei den freien Anbietern – Ergebnis: 67 Punkte. Zuletzt wird in der Kategorie der Anbieter mit begrenztem Roaming die IONITY-App mit dem "Testsieg" der Kategorie Lade-App-Funktionalität gekürt. Die Tesla-App erzielt in Kombination mit einem Tesla-Fahrzeug zwar mehr Punkte beim Funktionstest, wird aber wegen des geschlossenen Nutzerkreises nicht dafür prämiert. Aber: Wer einen Tesla fährt, ist mit der Tesla-App gut bedient.
MAINGAU Autostrom, Porsche und IONITY mit den "besten Lade-Apps"
Aus der Summe der Bewertungen von Bedienbarkeit und Funktionalität lässt sich ein weiteres Qualitätskriterium herauslesen. In der Gesamtheit der Apps sticht die vom Stromversorger MAINGAU hervor, sie erringt mit 150 Gesamtpunkten in den beiden Feldern den besten Wert im Test mit der "besten Lade-App". Aber auf Augenhöhe rangiert die "mobility+"-App von EnBW, der in der Punktewertung für Bedienbarkeit und Funktionalität nur zwei Punkte zur besten App im Test fehlen. Auf Seiten der Autohersteller ist Porsche auf App-Ebene aktuell das Maß der Dinge: Der Porsche Charging Service heimst den Titel "beste Lade-App" ein, erzielt den Spitzenwert bei Bedienbarkeit und Funktion. Besonders heben die Nutzer die Möglichkeit der Individualisierung hervor. Bei den Anbietern mit begrenztem Roaming trägt dieses Jahr IONITY den Sieg davon – dank des Ladens zum "sehr guten" Preis und der "guten" App.
eMobility Excellence
eMobility Excellence
Alle Ergebnisse des eMobility Excellence-Reports 2026
E-Mobility Excellence Report: die sechs Fahrprofile für BEV-Fahrer
Durchschnittslader mit Standard-Elektroauto (60-kWh-Akku, Verbrauch 16,9 kWh/100 km)
Fährt ca. 12.000 km pro Jahr; lädt zu 85 Prozent privat an der heimischen Wallbox, nur zu 15 Prozent öffentlich. Insgesamt fünf Prozent ist Wechselstromladen bis 22 kW von 150 Minuten Länge im Schnitt, pro Session werden dabei 15 kWh geladen. Dazu entfällt ein Anteil von 10 Prozent des Gesamtladens aufs HPC-Gleichstromladen in rund 5 Ladevorgängen, pro Session werden 40 kWh gezogen.
Vielfahrer mit Standard-Elektroauto (60-kWh-Akku, Verbrauch 16,9 kWh/100 km)
Fährt ca. 20.000 km pro Jahr; lädt zu 60 Prozent öffentlich. Insgesamt 10 Prozent ist Wechselstromladen bis 22 kW von 150 Minuten Länge im Schnitt, pro Session werden dabei 15 kWh geladen. Dazu entfällt ein Anteil von 50 Prozent des Gesamtladens aufs HPC-Gleichstromladen in rund 34 Ladevorgängen, pro Session werden 50 kWh gezogen.
"Laternenparker" mit Standard-Elektroauto (60-kWh-Akku, Verbrauch 16,9 kWh/100 km)
Fährt ca. 12.000 km pro Jahr; lädt zu 100 Prozent öffentlich. Insgesamt 70 Prozent ist Wechselstromladen bis 22 kW von 300 Minuten Länge im Schnitt, pro Session werden dabei 15 kWh geladen. Dazu entfällt ein Anteil von 20 Prozent des Gesamtladens aufs HPC-Gleichstromladen in rund 10 Ladevorgängen, pro Session werden 40 kWh gezogen.
Durchschnittslader mit Premium-Elektroauto (95-kWh-Akku, Verbrauch 22,8 kWh/100 km)
Fährt ca. 15.000 km pro Jahr; lädt zu 85 Prozent privat an der heimischen Wallbox, nur zu 15 Prozent öffentlich. Insgesamt fünf Prozent ist Wechselstromladen bis 22 kW von 150 Minuten Länge im Schnitt, pro Session werden dabei 15 kWh geladen. Dazu entfällt ein Anteil von 10 Prozent des Gesamtladens aufs HPC-Gleichstromladen in rund 6 Ladevorgängen, pro Session werden 60 kWh gezogen.
Vielfahrer mit Premium-Elektroauto (95-kWh-Akku, Verbrauch 22,8 kWh/100 km)
Fährt ca. 30.000 km pro Jahr; lädt zu 40 Prozent privat an der heimischen Wallbox, zu 60 Prozent öffentlich. Insgesamt 10 Prozent ist Wechselstromladen bis 22 kW von 150 Minuten Länge im Schnitt, pro Session werden dabei 15 kWh geladen. Dazu entfällt ein Anteil von 50 Prozent des Gesamtladens aufs HPC-Gleichstromladen in rund 46 Ladevorgängen, pro Session werden 75 kWh gezogen.
"Laternenparker" mit Premium-Elektroauto (95-kWh-Akku, Verbrauch 22,8 kWh/100 km)
Fährt ca. 15.000 km pro Jahr; lädt zu 100 Prozent öffentlich. Insgesamt 70 Prozent ist Wechselstromladen bis 22 kW von 300 Minuten Länge im Schnitt, pro Session werden dabei 15 kWh geladen. Dazu entfällt ein Anteil von 20 Prozent des Gesamtladens aufs HPC-Gleichstromladen in rund 11 Ladevorgängen, pro Session werden 60 kWh gezogen.
Warum wird die Markttransparenz immer wichtiger?
Am Markt sind eine Vielzahl von Teilnehmern mit den unterschiedlichsten Geschäftsmodellen, von Betreibern von Ladepunkten (CPOs) bis zu Ladedienstanbietern (Mobility Service Provider, MSP). Zwar werden die Strompreise in der EU durch die AFIR, die Alternative Fuels Infrastructure Regulation gesteuert. Doch weiterhin werden große Defizite bei der Markttransparenz moniert.
Welche Anbieter von Lade-Apps wurden getestet?
Für den Ladedienst- und App-Test wurden die Angebote von freien Anbietern, von Autoherstellern und von Anbietern mit begrenztem Roaming getestet.
Freie Anbieter: Hier ist der Markt bunt; in die Testgruppe fallen die Lade-Apps von Energiekonzernen wie EnBW, Shell oder Stromversorgern wie MAINGAU. Diese Apps bieten oft mehr Funktionen als die Lade-Apps der Hersteller. Da die freien Anbieter oft über die meisten Ladestationen verfügen, sind sie vor allem für Elektroauto-Fahrer empfehlenswert, die lange Touren mit variabler Streckenführung unternehmen. Die Ende April 2026 überarbeitete E.ON-Drive-App konnte wegen des Stichtags der Untersuchung nicht mit einbezogen werden. Laut dem ersten Eindruck ist das Design moderner, der Funktionsumfang gewachsen.
Autohersteller: Die meisten Elektroautohersteller bieten mittels App den Zugang zu einem Ladenetz an, das nur für Fahrer der jeweiligen Marke zugänglich ist. Eine Ausnahme macht VW: Die Wolfsburger bieten neben der VW-App auch eine eigene App ("Elli") für Fremdmarken an.
Ladedienste mit begrenztem Roaming: Zu diesen Anbietern gehören die weitgehend geschlossenen Netzwerke von Tesla, IONITY und Fastned, die das Ladenetz begrenzt zum Laden für alle anbieten.
So sieht eMobility-Experte Berkin Karadag die aktuelle Entwicklung am Lademarkt
Wie wichtig transparente Preise beim Laden sind
Lange stand die Netzabdeckung für Nutzer und Nutzerinnen im Mittelpunkt – doch heute bieten nahezu alle Anbieter ein verlässliches und flächendeckendes Ladenetz. Der Fokus verschiebt sich klar in Richtung Preis: Transparente und attraktive Tarife werden zum entscheidenden Kriterium – ergänzt durch ein durchdachtes Nutzererlebnis.
Wie wurden Ladedienste und -Apps geprüft?
Auf Datenbasis wurden die Preismodelle und die Netzwerkabdeckung geprüft:
Kosten: Das jeweilige Preismodell ist stark kundenrelevant, bestimmt das Testergebnis zu 35 Prozent. Die Kosten wurden errechnet in einem Mix der drei zugrunde gelegten Ladeprofile "Laternenparker", "Durchschnittsfahrer" und "Langstreckenfahrer" – und zwar für je ein durchschnittliches batterieelektrisches Fahrzeug (mit 60 kWh-Akku, Verbrauch 16,9 kWh/100 km) wie für Premium-BEV (95 kWh-Akku, Verbrauch 22,8 kWh/100 km) – also insgesamt sechs Fahrprofile.
Netzwerkabdeckung: Die Größe des zugänglichen europäischen Ladenetzwerkes ist die zweite Wertungskategorie. Voraussetzung ist hier das Roaming, also das Laden außerhalb des Anbieternetzwerkes. In dieser Kategorie wurden 20 Prozent der Punkte vergeben.
Grundlage war eine Umfrage einer Gruppe von über 400 Probanden durch das Marktforschungsunternehmen USCALE, darunter 84 Prozent Elektroautofahrer. Sie wurden nach diesen Kriterien befragt:
App-Bedienbarkeit: Die befragten Nutzer gaben ihre Bewertungen ab für insgesamt sieben ausgeklügelte Kriterien. Zu ihnen gehören die angemessene Erledigung der Aufgaben, die Selbstbeschreibung der App, wie konform sich die App zur an sie gestellten Erwartung verhält, wie es um die Erlern- und Steuerbarkeit steht, wie robust die App gegen Benutzerfehler ist und wie hoch die Benutzerbindung eingeschätzt wird. Das Ergebnis dieser Umfrage floss mit 22,5 Prozent in die Gesamtwertung ein.
App-Funktionalität: Beim Check der App-Funktionen standen im Fokus neben den Basisinformationen wie Ladeleistung und vollständige Preisangabe sowie die Öffnungszeiten der Ladepunkte auch Komfortfunktionalitäten wie die Navigation zum Ladepunkt oder die Prognose der Ladekosten. Ebenso bedeutend waren die Möglichkeiten der Vorauswahl und Filter wie auch die Verfügbarkeit und Qualität der Station. Auch die Art der Routenplanung wurde geprüft. Das Ergebnis beeinflusst die Gesamtwertung mit den verbleibenden 22,5 Prozent.
Wichtige Begriffe beim Schnellladen
HPC
High Power Charging = Laden mit einer Leistung ab 150 kW und mit aktuell bis zu 400 kW. In der Industrie sind die ersten Ladesäulen mit bis zu 1000 kW Ladeleistung verfügbar.
Was ist die maximale Ladegeschwindigkeit?
Die maximale Ladeleistung wird im technischen Zusammenspiel von Ladestation und Fahrzeug bestimmt. Wichtig ist die maximale Leistung der Ladesäule, aber auch die Frage, ob ein oder gleich zwei Autos am Ladepunkt hängen (Ausnahme: Ionity). Entscheidend ist immer das schwächste Glied in der Kette: Ein mit 320 kW befüllbarer Performance Plus-Akku im Porsche Taycan lädt einer 150 kW-Ladesäule maximal mit dieser Leistung.
Auf der Autoseite sind der Füllstand des Akkus (SoC, der State of Charge): Ein fast leerer Akku lässt sich deutlich schneller laden, als ein bereits zu über 80 Prozent gefüllter. Die höchste Ladeleistung ist bei einem Füllstand zwischen 10 und 40 Prozent möglich. Auch die Temperatur ist wichtig: Das Ladetempo kann durch Konditionieren der Batterie beschleunigt werden, entweder durch internes Vorheizen oder durch hohe Leistungsabgabe, sprich schnelle Fahrt. Auch können größere Batterien Strom in höherer Leistung aufnehmen, die Verteilung erfolgt auf mehr Akkuzellen. Auf Autoseite ist auch die Stromplattform maßgeblich für das Ladetempo. Autos mit 800-Volt-Bordnetz laden schneller als diejenigen mit 400-Volt-Plattform.
HPC-Säulen bieten derzeit 150, 300 oder 400 kW. Ein Auto kann aber nur so viel ziehen, wie die Säule liefern kann. Steht ein Taycan (270 kW fähig) an einer 150 kW-Säule, lädt er mit maximal 150 kW.
Strombegrenzung durch Lastmanagement Viele Ladesäulen teilen ihre Leistung dynamisch zwischen mehreren Ladepunkten. Wenn zwei Fahrzeuge gleichzeitig laden, kann die individuell verfügbare Leistung geringer sein.
Kabel und Stecker Besonders bei CCS-Steckern mit sehr hohen Strömen (bis 500 A) muss das Kabel flüssigkeitsgekühlt sein. Sonst wird die Ladeleistung reduziert.
Software & Protokolle
Kommunikation Auto ↔ Ladesäule Über das CCS-Protokoll handeln Fahrzeug und Ladesäule die maximale Ladeleistung in Echtzeit aus. Hierbei fließen alle oben genannten Faktoren ein (z. B. "Auto kann max. 200 kW, Säule gibt max. 150 kW" Ergebnis: 150 kW).
Herstellerseitige Limitierungen Manche Hersteller begrenzen die Ladeleistung bewusst, um die Batterie zu schonen oder die Lebensdauer zu verlängern. Updates (Over-the-Air) können die Ladeleistung später verbessern.
Externe Bedingungen
Umgebungstemperatur Extreme Kälte oder Hitze reduzieren die Ladeleistung. Bei Frost ohne Vorkonditionierung kann ein E-Auto an der 300 kW-Säule nur mit 30–50 kW laden.
Netzversorgung In seltenen Fällen begrenzen Netzanschlüsse oder Transformatoren die Maximalleistung, besonders bei sehr vielen HPC-Säulen an einem Standort.
✅ Fazit: Die maximale HPC-Ladeleistung hängt vor allem vom Auto selbst ab (Batteriespannung, Batteriemanagement, SoC, Temperatur). Die Ladesäule setzt die zweite Grenze (kW-Niveau, Kühlung, Lastmanagement). Im Alltag heißt das: Selbst wenn eine "350 kW-Säule" da steht, lädt dein Auto nur so schnell, wie Akkuchemie + Thermomanagement + Bordelektronik es erlauben.
Roaming
Alle Ladenetzwerke sind roamingfähig. Heißt: Ein Ladedienst (EMP) ermöglicht den Zugang zur Ladeinfrastruktur unterschiedlicher Anbieter. Ausnahme sind Anbieter wie Tesla, IONITY und Fastned mit begrenztem Roaming.
Steckerstandard
Der CCS-Stecker ist Standard beim Schnellladen. Für den Nissan Leaf, der dafür auf CHAdeMO-Stecker setzt, gibt es mittlerweile Adapter im freien Handel.
Der Markt der Ladedienst-Apps und -Dienste entwickelt sich: Der Wettbewerb um Kunden nimmt zu, erste Treueprogramme zeigen sich, und es lohnt sich der genaue Blick auf den richtigen Anbieter – dessen App dann trotzdem nicht die einzige auf dem Handy bleibt. Aber es gibt erste Dienste, die das Laden fast überall ermöglichen. Die öffentliche Ladeinfrastruktur reift zusehends!