Was sind die größten Bremsklötze beim Umstieg von Diesel oder Benzinern auf ein E-Auto? Die Reichweitenangst und die Furcht, die Akkus nicht aufladen zu können. Nun drängen immer mehr neue E-Autos und Plug-in-Hybride auf deutsche Straßen, doch hält auch die Zahl der Ladepunkte mit? Eher nicht, zeigt das neue Ladenetz-Ranking des Verbandes der Automobilindustrie (VDA): Am 1. Januar 2021 teilten sich in Deutschland durchschnittlich 17 E-Autos eine Ladesäule – im Oktober des Jahres waren es bereits 21!
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„Ich fahr mal eben zum Tanken“ bekommt mit dem E-Auto eine ganz neue Bedeutung.

Shell baut sein Schnellladenetz kontinuierlich aus. Die Säulen verkürzen Ladezeiten deutlich.

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Klarer Fall: Der Ausbau der Ladeinfrastruktur liegt weit hinter dem Bedarf. Das ist das Ergebnis des E-Ladenetz-Rankings vom Verband der Automobilindustrie (VDA). Demnach gab es am 1. Oktober 2021 genau 48.717 öffentliche Ladepunkte in Deutschland. Im Durchschnitt mussten sich also rund 21 E-Fahrzeuge eine Ladesäule teilen. Und: Nur 7053 Ladesäulen waren zu diesem Zeitpunkt laut der zugrunde gelegten Daten der Bundesnetzagentur Schnellladestationen. Zum 1. Dezember 2021 vermeldete ebendiese Bundesnetzagentur genau 50.901 öffentlich zugängliche Ladepunkte für Elektrofahrzeuge, davon 2936 Schnellladepunkte. Gleichzeitig verwies sie auf einen "deutlichen Zuwachs" an gemeldeten und öffentlich zugänglichen Ladepunkten von rund 11.600 innerhalb eines Jahres. Insgesamt seien mittlerweile rund 1,5 Gigawatt öffentliche Ladeleistung installiert, im Dezember 2020 seien es noch 1,1 Gigawatt gewesen.

15-Millionen-Ziel erhöht den Ausbau-Druck

VDA-Präsidentin Hildegard Müller betonte: "Die ambitionierten Ziele der neuen Bundesregierung – bis zu 15 Millionen Elektrofahrzeuge bis 2030 – erhöhen nochmals den Druck auf den Ausbau der Ladeinfrastruktur." Heißt: Der Staat muss ordentlich Gas geben. Wöchentlich werden nur etwa 250 neue Ladepunkte in ganz Deutschland gebaut. Soll das 15-Millionen-E-Auto-Ziel erreicht werden, bräuchten wir allerdings rund 2000 neue Ladesäulen in der Woche, damit sich 2030 immerhin nur 15 Autos eine Steckdose teilen müssen. Müller regte im "Spiegel" auch ein Spitzentreffen der beteiligten Branchen von Tankstellen- und Parkplatzbetreibern über die Gebäudewirtschaft und Energieversorgen bis hin zu den Kommunen an, um einen "konkreten Plan" für einen beschleunigten Ausbau zu entwickeln.
Hildegard Müller
VDA-Präsidentin Hildegard Müller fordert einen schnelleren Ausbau der Ladeinfrastruktur.

Sachsen ganz vorne, Hessen ist Schlusslicht

Im Bundesland Sachsen kommt es zu den kürzesten Staus an der Ladesäule. Hier liegt der sogenannte T-Wert bei 13,1 (Stand 1. Oktober 2021). Der T-Wert sagt aus, wie viele Elektro-Pkw sich einen öffentlich zugänglichen Ladepunkt teilen müssen. Mehr als doppelt so viele Autos, nämlich fast 28 E-Pkw, kommen in Hessen auf eine Ladesäule. Das Bundesland ist damit Schlusslicht im Ranking. Allerdings werden nur die Ladeeinrichtungen erfasst, deren Betreiber das Anzeigeverfahren der Bundesnetzagentur vollständig abgeschlossen und einer Veröffentlichung im Internet zugestimmt haben. Teslas Supercharger beispielsweise tauchen hier nicht auf. (zur Ladesäulenkarte)

Nur sechs Autos pro Steckdose in Salzgitter

Auf der Ebene der Bundesländer führt Sachsen, bei den Städten und Kreisen liegt dagegen die Stadt Salzgitter in Niedersachsen im Ranking ganz vorne. Hier teilen sich gerade einmal sechs E-Autos eine Ladesäule. Es folgen der Landkreis Saale-Orla-Kreis und der Landkreis Uckermark. Hier liegt der T-Wert jeweils bei 6,4. 
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Interessant: Auf dem drittletzten Platz landet der Landkreis Peine, nur gut 30 Kilometer von Spitzenreiter Salzgitter entfernt. Den vorletzten Platz nimmt der Landkreis Neunkirchen im Saarland ein. Hier müssen sich mehr als 70 Fahrzeuge eine Ladesäule teilen. Besonders schlecht sieht es in der Stadt Offenbach am Main aus. Hier staut es sich gewaltig an den Ladesäulen: 95 E-Autos müssen sich einen Ladepunkt teilen. In dieser Tabelle können Sie sehen, wie Ihr Bundesland abschneidet.

Ladenetz-Ranking: T-Wert Bundesländer November 2021

Rang
Bundesland
T-Wert: E-Pkw pro Ladepunkt
E-Pkw-Bestand
Ladepunkte
Abzweigung
1
Abzweigung
Abzweigung
2
Abzweigung
Abzweigung
3
Abzweigung
Abzweigung
4
Abzweigung
Abzweigung
5
Abzweigung
Abzweigung
6
Abzweigung
Abzweigung
7
Abzweigung
Abzweigung
8
Abzweigung
Abzweigung
9
Abzweigung
Abzweigung
10
Abzweigung
Abzweigung
11
Abzweigung
Abzweigung
12
Abzweigung
Abzweigung
13
Abzweigung
Abzweigung
14
Abzweigung
Abzweigung
15
Abzweigung
Abzweigung
16
Abzweigung
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Thüringen
Hamburg
Mecklenburg-Vorpommern
Schleswig-Holstein
Bremen
Niedersachsen
Bayern
Brandenburg
Berlin
Baden-Württemberg
Rheinland-Pfalz
Nordrhein-Westfalen
Saarland
Hessen
13,1
14,1
14,6
16,5
16,8
17,4
18,2
18,5
18,7
18,8
20,3
21,7
23,5
25,2
25,4
27,6
26.106
12.211
15.636
23.981
8675
34.301
5915
98.069
189.175
19.387
29.573
176.369
46.515
222.976
10.122
90.606
1990
868
1073
1455
515
1969
325
5302
10.092
1029
1460
8123
1976
8861
399
3280

Von

Jan-Menno Gebhardt