Wohnmobil-Test Laika Kosmo 212

Laika Kosmo 212: Wohnmobil-Test

Ein Jahr Dolce Vita mit dem Teilintegrierten Laika Kosmo 212

Zwölf Monate Dauertest mit dem Einsteigermodell Kosmo von Laika. Ergebnis: kurzes Bett, tolles Lichtkonzept, schicker Möbelbau. Und dann war da noch die Sache mit dem Wasserfall, der die Tester beim Aussteigen erwischte!
Für unseren Dauertest holten wir den Laika Kosmo direkt von zu Hause ab – aus dem Werk der italienischen Marke bei Florenz. Da hatte der Teilintegrierte gerade mal fünf Kilometer auf dem Tacho. Doch das änderte sich schnell. Innerhalb von einem Jahr sammelten wir mit dem Wohnmobil mehr als 35.000 Kilometer – und zahlreiche Erkenntnisse im Testtagebuch. Was uns freut: Viele unserer Erfahrungen mit dem jüngsten Laika­-Spross flossen beim Hersteller gleich in die Entwicklung ein.
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Eines vorweg: Den von uns getesteten Grundriss gibt es nur noch als Modell 512 mit einer Fahrzeuglänge von 7,40 Metern. Das sind 46 Zentimeter mehr als bei unserem Modell – was gut ist. Denn allen Testern fehlte immer ein bisschen Platz im Teilintegrierten.

Das Queensbett im Laika Kosmo bereitet Schwierigkeiten

Queensbett: gute Matratzenqualität, aber zu wenig Platz und ein zu hoher Einstieg.

©AUTO BILD

Hauptkritikpunkt war das Queensbett: Während die Qualität der Matratze stets gelobt wurde, ärgerten sich viele über das Verrutschen selbiger auf dem Lattenrost. Zudem war der Durchgang rechts und links vom Bett zu den Kleiderschränken zu schmal. "Das Queensbett ist wenig königlich und nervt. Viel zu kurz – und dann verschiebt sich Matratze. Wo ist da der Vorteil?", fragte sich etwa Kollege Holger Karkheck. Vor allem Kinder haben Schwierigkeiten, ins Bett zu kommen, da es weder eine Trittstufe noch eine Leiter für den hohen Einstieg gibt. Viel Lob gab es hingegen für die Dusche. Viel Bewegungsfreiheit, gute Stehhöhe, ordentlicher Wasserdruck – passt. Etwas beengt empfand es Kollege Marco Weidig im Bad gegenüber: "Es ist keine WC-­Benutzung bei geschlossener Tür möglich." Andere Tester lobten genau diese Tür, denn mit ihr lässt sich der Schlaf­ und Badbereich vom Wohnraum separieren. Dieses Plus an Privatsphäre kam gut an. Genauso wie die hochwertigen und geschmackvollen Möbel. Besonders gefällig fanden die Kollegen die Tisch-­ und Arbeitsfläche in Bronze­-Stein-Optik mit Chrom­-Umrandung.

Technische Daten
Motorisierung Fiat MultiJet 150
Leistung 110 kW (150 PS) bei 3600 U/min
Hubraum 2287 ccm
Drehmoment 350 Nm bei 1500 U/min
Höchstgeschwindigkeit 155 km/h
Getriebe/Antrieb Sechsgang manuell/Vorderrad
Tankinhalt/Kraftstoffsorte 90 l/Diesel
Länge/Breite/Höhe 6955/2330/2900 mm
Radstand/Bereifung 3800 mm / 225/75 R 16 CP
Leergew. fahrbereit/Zuladung (Testmobil 2845/655 kg
Anhängelast (gebremst/ungebremst) 2000/750 kg
Material Wand/Dach/Boden Alu/GFK/GFK
Stärke Wand/Dach/Boden 34/33/49 mm
Liegefläche Hubbett L x B 2000 x 1400 mm
Liegefläche Heck L x B 1900 x 1480 mm
Kühlschrank/Eisfach 140/12 l
Herd Dreiflammen
Bordbatterie 80 Ah
Frisch-/Abwassertank 110/90 l
Gasvorrat/Heizung 2x 5 kg/Truma Combi 6
Testverbrauch 11,8 l D/100 km
Preis/Testwagenpreis ab 52.900/62.003 Euro

Verarbeitung der Reisemobil-Möbel zuweilen recht lieblos

Gemütlicher Innenraum mit indirekter und mehrstufiger LED-Beleuchtung.

©Stefan Beetz / AUTO BILD

Dazu passend: das durchdachte Lichtkonzept. Die Leuchten zauberten auch in der kalten und grauen Jahreszeit eine heimelige Stimmung im Reisemobil. Die Lampen haben noch einen anderen Vorteil: "Endlich mal ein Dauertest mit genügend USB-Steckdosen", lobte Redakteurin Helene Schmidt. "Die sind elegant und praktisch in den Lesespots verbaut." Aber gerade weil Laika sehr viel Wert auf hochwertigen Möbelausbau und Detaillösungen legt, nervte Kollege Holger Karkheck die lieblose Verarbeitung: "Die Hochglanzklappen machen einen hochwertigen Eindruck, jedoch ist die Verarbeitung in Details mies. Ein teures Möbelstück, bei dem sich nach kürzester Zeit die Schraubenabdeckungen lösen, würde man sofort reklamieren und nicht akzeptieren." Ein weiteres Problem des Möbelbaus: Während am Anfang des Tests die Aufbaugeräusche noch sehr leise waren, bemängelte Autor Thomas Wirth nach über 34.000 Kilometern starkes Klappern und Klötern aus dem Aufbau.

Stärken Schwächen
Kompakte Außenmaße Queensbett zu hoch und zu kurz
Angenehmes Lichtkonzept Verarbeitungsmängel
Gut abgestimmtes Fahrwerk Aufbaugeräusche während der Fahrt
Zahlreiche USB-Steckdosen Keine Piezozündung
Geschmackvolles Innendesign Befüllung Frischwassertank schwierig
Bewegungsfreiheit im Wohnraum Schlecht erreichbare Lampe in Heckgarage
Bequeme Matratzen Platz im Gaskasten zu eng
Leistungsstarker Motor Benutzung des Bads nur bei offener Tür
Viel natürliches Licht im Innenraum durch zahlreiche Dachluken

Wohnmobilaufbau gut isoliert, aber ein Wasserproblem

Geschont wurde der Kosmo in den zwölf Monaten wahrlich nicht. Dabei zeigte der Südeuropäer überraschenderweise gerade im Wintereinsatz ungeahnte Qualitäten: Der Aufbau überzeugte mit hervorragender Isolierung. Da wir gerade beim Wetter sind: Mit Regen und generell Wasser kommt der Kosmo nicht so gut klar. Denn der Regenabfluss des Fahrerhauses endet genau auf Höhe der Fahrertür. Nicht nur einmal bekam ein Tester eine unfreiwillige Dusche beim Aussteigen ab. Ebenfalls nass wurde jeder Kollege, der versuchte, den Frischwassertank zu befüllen. Von Anfang an floss gefühlt mehr Wasser raus als rein. Um überhaupt auftanken zu können, wurde der Wasserschlauch mit viel Kraft tief in den Stutzen gedrückt. Das Resultat nach einigen Wochen: Die Schlauchzuführung hinter dem Einfüllstutzen löste sich.

Fiat Ducato ist das perfekte Basisfahrzeug

Ausschließlich lobende Worte gab es für den Fiat Ducato. "Das Basisfahrzeug macht Freude. König der Landstraße mit 150 PS – mehr braucht es nicht, um kommod auf der Autobahn mitzuschwimmen. Mein SUV hat 40 PS mehr und bietet nicht halb so viel Platz", resümierte Kollege Karkheck.

Wohnmobil-Test Laika Kosmo 212

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Fazit von Helene Schmidt: Unser Kosmo hatte einige konstruktive und qualitative Schwächen. Laika reagierte sofort auf die Kritik und passte die Produktion entsprechend an. So verändert hat der Italiener gute Erfolgschancen in Deutschland.

Autor: Helene Schmidt

Fotos: Sven Krieger / AUTO BILD

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