Reiche Russen trinken Wodka, essen Kaviar und zeigen, was sie haben – auch bei den Autos. Lieber etwas mehr als zu wenig, lautete daher die Devise beim Range Rover Sport, den Larte mächtig aufmöbelt. Schon die matte Bicolor-Folierung ist auffällig, dazu erhielt die Front komplett neue Schürzen aus Basaltfasern – kein Carbon! Das ist aufwendig und dazu ziemlich teuer.

Geradeaus geht der Larte Winner richtig gut

Range Rover Larte Design Sport Winner
Mehr Längsgleiter als Kurvenfresser: Querdynamisch sollte man vom Winner besser nicht allzu viel erwarten.
Bild: Ronald Sassen
 Längsdynamik Mit der Wucht eines Walrossbullen wirft sich der Winner nach vorn. Kraft ist zwar vorhanden – immerhin steigt die Leistung des V8-Turbodiesels um 57 auf 396 PS –, doch das hohe Gewicht von 2,6 Tonnen relativiert den Vorwärtsdrang: In 6,9 Sekunden marschiert der Winner von 0 auf 100. Das entspricht der – meist optimistischen – Werksangabe des Serienautos und spricht für das Tuning. Ab 180 km/h beginnt der Kampf mit den Fahrwiderständen, und bei Tempi über 200 km/h verlangt der Geradeauslauf etwas mehr Konzentration. Bemerkenswert: Die Wuchtbrumme steht aus 100 km/h nach 34,5 Metern. Querdynamik Hier sollte man die Erwartungen nicht zu hoch ansetzen, denn der Winner ist mehr Längsgleiter als Kurvenfresser. Wer die Kurvenfahrt zu forsch angehen lässt, erntet leichtes Untersteuern. Emotion Hier spielt der Russe groß auf, denn der V8 bollert zufrieden vor sich hin und nimmt grollend Fahrt auf, wenn sich der Gasfuß senkt. Das klingt nach Don-Kosaken-Chor in großer Besetzung. Alltag Größe und Gewicht lassen das Auto etwas behäbig wirken, doch Platzangebot und Komfort sind großartig. 12,3 Liter Testverbrauch gehen in Ordnung, zumal die Reichweite dank 105-Liter-Tank passt. Preis/Leistung Künftige Siegertypen müssen jetzt stark sein, denn zum Grundpreis von 87.300 Euro kommt allein für Räder/Reifen, das Bodykit und die Folierung ein hübsches Sümmchen obendrauf.

Fazit

von Michael Iggena
Der Winner beeindruckt in erster Linie mit optischer Präsenz. Die Fahrleistungen profitieren von der PS-Kur insofern, als Larte trotz Mehrgewicht und größerer Räder die Werksangaben erreicht – was die Serienautos nur selten schaffen. Bleibt der hohe Preis: Wer „schön“ fahren will, muss eben viel zahlen.