Le Mans: Rennopa schreibt Geschichte

Le-Mans-Debüt mit 74 Jahren

Dominique Bastien wird mit 74 Jahren der älteste Fahrer bei den 24 Stunden von Le Mans sein. So bereitet er sich auf den Klassiker vor.
Wie heißt es so schön? Ältere Menschen brauchen weniger Schlaf. Geht es danach, haben Dominique Bastien und Mark Patterson bei den 24 Stunden von Le Mans am kommenden Wochenende (14.30 Uhr, Eurosport) ja die besten Voraussetzungen. Beide sind älter als jemals zuvor ein Fahrer in der Geschichte des Sportwagen-Klassikers.
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Mark Patterson ist 68 Jahre alt, genauso wie der bisherige Rekordhalter Jack Gerber, der 2013 in einem Ferrari 458 GT3 bei seinem einmaligen Gastspiel prompt das Podium in der GT-Amateurklasse erzielte. Patterson wird am Samstag aber 164 Tage älter sein als Gerber 2013 – und er fährt mit einem 600 PS starken Oreca-Gibson-LMP2-Prototyp.
Patterson, 1951 in Südafrika geboren, geht schon zum siebten Mal in Le Mans an den Start. Trotz eines schweren Unfalls im Vorjahr, bei dem er sich Frakturen im Beckenbereich zugezogen hat, die einen Start in Le Mans unmöglich machten, bekommt er nicht genug. Um das einmal einzuordnen: Als Jody Scheckter im Ferrari für Pattersons Heimatland Südafrika den Formel-1-Titel holte, war Patterson im besten F1-Rennfahreralter: 27. Doch Patterson begann erst 2003 mit dem Rennsport.
Bastien fährt in der 24h-Rennserie

Bastien fährt in der 24h-Rennseri

2004 traf er in der Formel Dodge in Amerika auf einen gewissen Dominique Bastien. Er ist noch mal sechs Jahre älter als Patterson. Beide fuhren auf der Strecke gegeneinander, verstanden sich abseits davon aber sehr gut. Dass ausgerechnet Bastien nun Patterson den Rekord des ältesten Le-Mans-Starters aller Zeiten streitig machen wird, hätten beide damals nie geahnt.
Bastien startet in der GT-Amateurklasse mit einem Porsche 911 RSR (Vierliter-Sechszylinder-Boxer, 510 PS) für das Team von Schauspielstar Patrick Dempsey („Grey’s Anatomy“). Seine beiden Teamkollegen Thomas Preining aus Österreich und Adrien de Leener aus Belgien bringen es zusammen gerade mal auf 53 Jahre – Bastien ist 74! Als er geboren wurde, gab es noch nicht einmal eine Formel-1-WM!
Mit 74 Jahren gibt Bastien also als einer von 42 Rookies im Feld sein Debüt. Keiner der dann 3430 Fahrer, die jemals in Le Mans gefahren sind, waren über 70 Jahre alt. „Ich werde im Rahmenprogramm auch im Porsche Carrera Cup fahren, damit ich möglichst viel von der Strecke lerne“, erklärt er seine Herangehensweise.
Bastien mag zwar 74 Jahre alt sein, aber er trainiert wie ein junger Hüpfer: „Ich hab‘ in den vergangenen Wochen viel im Simulator getestet. Ich fühle mich also bereit.“
Dass der US-Amerikaner die Ausdauer für ein solches 24-Stundenrennen hat, hat er längst bewiesen: In diesem Jahr und auch in den Jahren davor fährt er in der 24-Stundenserie, in der nur Langstreckenrennen auf dem Programm stehen.
Im Alter braucht man eben weniger Schlaf.

Fotos: Frédéric Le Floc’h / DPPI; 24h Series

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