WEC: LMP1-Flitzer

Le Mans: Starterliste

ByKolles nur auf Warteliste

Die Starterliste der 24 Stunden von Le Mans verblüfft: ByKolles ist auf die Reserveliste verbannt worden. Ist das die falsche Entscheidung?
Es ist das Highlight des Sportwagen-Jahres: Die 24 Stunden von Le Mans. 2020 ist das letzte Jahr der LMP1-Prototypen. Dann kommen die Hypercars und schließlich auch die neuen LMDh-Prototypen auf Basis der Daytona-Flitzer.
2020 aber fahren noch einmal die LMP1-Flitzer um den Gesamtsieg. Umso überraschender, dass nur sechs Fahrzeuge am Start stehen. Die LMP1-Flitzer von SMP und dem Kundenteam DragonSpeed sind nicht mehr dabei. Aber die Überraschung ist, dass auch das deutsche ByKolles-Team keinen Startplatz erhalten hat, sondern auf die Reserveliste verbannt wurde.
Viele Fans sind daher sauer: Nur sechs LMP1 in Le Mans, das gab es sonst nur 2017.

Das Kolles-Team hat keinen Startplatz in Le Mans erhalten

Dazu kommt: Kolles ist eigentlich eine Stütze für den Le-Mans-Veranstalter ACO. Zwar ist das Teamnicht mehr für die gesamte Saison eingeschrieben. Das liegt aber daran, dass Kolles sich derzeit darauf fokussiert, ein eigenes Hypercar auf Kiel zu legen. Und der ACO kann eigentlich jedes Hypercar dringend brauchen. Bisher haben sich nur Toyota, Glickenhaus und eben Kolles zur neuen Klasse bekannt. Einen möglichen Kandidaten mit einem Reserveplatz vor den Kopf zu stoßen, könnte sich als großer Fehler erweisen.
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Andere aber begrüßen es durchaus, dass ByKolles keinen Startplatz erhalten hat. Seit 2015 fährt das Team mit Eigenkonstruktionen in Le Mans. Bei fünf Versuchen erreichte man fünf Mal nicht das Ziel. 2017 war schon nach sieben Runden Schluss, auch 2018 war ByKolles nach 65 Runden der erste Ausfall des Le-Mans-Rennens. Die meisten Runden drehten Pierre Kaffer, Simon Trummer und Ex-Formel-1-Pilot Tiago Monteiro 2016 im Kolles-AER (260). Damals wurde das Fahrzeug aber disqualifiziert, weil man das entsprechende Fahrgewicht nicht eingehalten hat.
2019 rüstete Kolles vom kränkelnden Nissan-Motor auf den LMP1-Motorbauer Gibson um. Immerhin kam das Team so auf 163 Runden, ehe das Auto den Dienst quittierte. Aber der Speed war sehr langsam: ByKolles war im Qualifying 7,6 Sekunden langsamer als die schnellsten LMP1-Rennwagen. Damit war man dem schnellsten LMP2-Flitzer näher als dem vorletzten LMP1-Renner...
Mit anderen Worten: ByKolles war für die LMP1-Klasse nicht wirklich eine Bereicherung. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Rennstall gegen Toyota, Rebellion und Ginetta eine Chance gehabt hätte, ist äußerst gering. Da ist es nur fair, dass andere Teilnehmer einen Startplatz bekommen, die in ihren Klassen sportlich eine Chance haben.
Zum Abschied der LMP1-Flitzer blicken wir in der Bildergalerie noch einmal zurück auf diverse Prototypen der LMP1-Ära und ihre technischen Besonderheiten.

WEC: LMP1-Flitzer

Fotos: Picture-alliance

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