Ratgeber: Leasing ohne Schufa

Leasing ohne Schufa

Auto leasen trotz negativer Schufa

Auch mit Bonitätsproblemen bekommt man ein Leasingauto. Doch sind Anbieter, die Privatleasing ohne Schufa anbieten, auch seriös? AUTO BILD klärt auf.
Leasing ist eine attraktive Finanzierungsalternative. Man bekommt vom Leasinggeber ein Auto, nutzt dieses für einen festgelegten Zeitraum und zahlt dafür monatliche Raten. Für den Abschluss eines Leasingvertrages spielt die Schufa-Auskunft eine wichtige Rolle. Zwar herrscht in Deutschland Vertragsfreiheit und jedes Unternehmen kann frei entscheiden, mit wem es einen Vertrag abschließen möchte.
Dennoch fließt neben Informationen wie beispielsweise dem Einkommen, Arbeitsverhältnis oder dem Vermögen, eben auch die Schufa-Auskunft in die Entscheidung. So können negative Schufa-Einträge mitunter zur Ablehnung eines Vertrages führen. Besonders beim typischen Herstellerleasing wird es mit einer negativen Schufa schwierig, eine Zusage zu bekommen.

Autoleasing mit negativer oder ohne Schufa

Diverse Anbieter vermitteln unabhängige Leasingverträge ohne Schufa und nutzen dafür andere Wege, um sich über die Bonität des Kunden zu informieren. Schließlich schützt die Schufa den Leasinggeber letztlich vor Zahlungsausfällen. Fällt diese weg, findet dennoch eine Überprüfung statt. Verlangt wird meist, dass die berufliche und finanzielle Situation vollständig dargestellt wird. Abgefragt werden das monatliche Einkommen, die berufliche Tätigkeit, die familiäre Situation sowie weitere potenzielle Einnahmen. Dies gilt dann als Grundlage. Für den Kreditnehmer wird dies jedoch teurer. Denn aufgrund des höheren Ausfallrisikos sichert sich die Bank (beziehungsweise der Kreditvermittler) mit höheren Zinsen ab. Diese höheren Kosten können nicht nur die monatlichen Raten betreffen, oft werden auch zusätzliche Anzahlungen fällig. Deshalb ist ein Vergleich mehrerer Angebote hier sehr zu empfehlen. Auch das Kleingedruckte im Vertrag ist aufmerksam zu lesen.
Alle Infos zum Auto-Leasing
Es gibt mittlerweile immer mehr Anbieter, die Autoleasing ohne Schufa anbieten und überhaupt nicht mit Auskunfteien zusammenarbeiten. Dies betrifft besonders ausländische Anbieter. Kommt es zu einem Autoleasingvertrag ohne Schufa, taucht dieser logischerweise auch nicht im Datenbestand von Schufa, Bürgel, Infoscore und Co. auf. Bei der Wahl des Vermittlers sollte man aufmerksam sein und sich gut informieren. Denn es gibt unzählige schwarze Schafe. Auch muss man sich die Frage stellen, warum die Bonität nicht erfragt werden soll. Wer hoch verschuldet ist und deshalb einen Schufa-freien Kredit will, sollte besser von einem kostspieligen Autoleasing Abstand nehmen, um nicht noch tiefer in die Schuldenfalle zu rutschen.

Zum Schutz des Schufa-Score

Auch wer keine finanziellen Schwierigkeiten sowie negative Schufa-Einträge hat, könnte Autoleasing ohne Schufa unter Umständen in Betracht ziehen. Denn dadurch wird der eigene Schufa-Score nicht belastet. Dies ist insbesondere der Fall, wenn größere Investitionen wie beispielsweise der Kauf einer Immobilie anstehen. Als Schufa-Score wird ein Wert bezeichnet, der Ihre Kreditwürdigkeit beschreibt, beziehungsweise Ihre Bonität beurteilt. Dieser Schufa-Score ist besonders für Banken oder Unternehmen ein Richtwert, mit welcher Wahrscheinlichkeit der Kunde künftig seine Raten zahlt. Je höher der Score, desto niedriger die vorhergesagte Ausfallwahrscheinlichkeit. Doch beim Autoleasing ohne Schufa ist mit höheren Kosten zu rechnen als beim regulären Autoleasing.

Was ist die Schufa

Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (kurz Schufa) ist eine sogenannte Wirtschaftsauskunftsdatei und informiert über die Bonität von Unternehmen oder Personen. Dadurch können unter anderem Banken, Unternehmen, Institute oder andere Dienstleister erfahren, ob es beim potenziellen Vertragspartner in der Vergangenheit finanzielle Schwierigkeiten oder Zahlungsverzögerungen gab. Gespeichert werden nicht nur negative, sondern auch positive Merkmale. Die Schufa gehört zu den populärsten und den am weitesten verbreiteten Anbietern, wenn es darum geht, die Bonität eines Antragstellers zu prüfen. Es gibt aber noch weitere Auskunfteien, die Finanzdaten von Verbrauchern bereitstellen. Dazu gehören unter anderem Bürgel, Creditreform, Infoscore oder Deltavista.
Bei der Schufa sind Datensätze zu über 66 Millionen Personen und über 5,2 Millionen Unternehmen gespeichert. Persönliche Daten wie die Anschrift, Alter oder Familienstand finden sich dort, dann Finanzdaten zu Konten, Telekommunikationsverträgen und Krediten. Nicht gespeichert werden Angaben zum Beruf sowie zum Einkommen. Die Schufa analysiert die gespeicherten Daten und entwickelt daraus den Schufa-Score. Dieser ist wie eine Vorhersage zur Kreditwürdigkeit. Seine Einstufung reicht von 0 bis 100, die höchste Kreditwürdigkeit stellt die 100 dar. Dann liegt die Rückzahlwahrscheinlichkeit bei 100 Prozent. Der Mythos, dass bei einem negativen Schufa-Eintrag oder einem schlechten Schufa-Score kein Kredit vergeben wird, ist aber schon länger entzaubert. Kreditinstitute können trotz schlechtem Schufa-Score einen Kredit bewilligen. Auch wenn der Kreditnehmer zwar eine negative Schufa hat, dafür aber eine abbezahlte Immobilie als Kreditsicherheit hinterlegen kann.

Schufa ist nicht fehlerfrei

Die bei der Schufa gespeicherten Daten sind nicht immer auf dem aktuellsten Stand. Beispielsweise können bereits abgezahlte Kredite weiterhin in der Datenbank gespeichert sein. Wer seine Selbstauskunft beantragt, kann dies überprüfen und gegebenenfalls veraltete Informationen löschen lassen. Wer also Probleme mit der Bewilligung des Leasingvertrages hat und sich dies nicht erklären kann, sollte die Selbstauskunft anfordern.
Die Schufa-Selbstauskunft steht jedem Bürger einmal im Jahr kostenfrei zu. Das Bestellformular für diese Selbstauskunft ist auf der Internetseite der Schufa allerdings nicht leicht zu finden. Und Vorsicht: Die reine Online-Auskunft kostet bei der Schufa Geld. Die kostenfreie Auskunft ist aber ausführlicher als die kostenpflichtige. Also seien Sie beim Ausfüllen des Formulars aufmerksam.

Autoleasing ohne Schufa: Vor- und Nachteile


Vorteil:
Anbieter, die Leasingverträge ohne Schufa-Auskunft anbieten, arbeiten oftmals nicht mit der Schufa zusammen. Der abgeschlossene Vertrag wird der Schufa demnach auch nicht gemeldet, sodass keine bonitätseinschränkenden Datenübermittlung stattfindet. Für den Leasingnehmer hat dies den Vorteil, dass sein Schufa-Score nicht belastet wird.
Nachteil: Beim Autoleasing ohne Schufa ist mit höheren Kosten zu rechnen als beim regulären Autoleasing. Zudem ist nicht jeder Leasinggeber seriös. Größte Vorsicht ist geboten, wenn Vorauszahlungen verlangt werden, bevor der Leasingvertrag rechtsverbindlich abgeschlossen wurde oder nach Abschluss des Leasingvertrages eine Anzahlung zu leisten ist. Führen Sie mehrere Gespräche mit dem Anbieter, um die Kommunikation zu prüfen. Wird Ihnen ein Ansprechpartner zugeteilt, der für Sie verantwortlich ist oder hängen Sie nur in teuren Hotlines? Auch ein Blick ins Impressum kann helfen. Nur weil irgendwo das Wort “Bank“ auftaucht, heißt es noch lange nicht, das dies stimmt.

Autor: Adele Moser

Anzeige

Automarkt

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.