Leihwagen-Konzept Smart Car2go
Smarter mieten

Wozu erst zur Mietwagenstation gehen, wenn man auch direkt vor der Haustür einsteigen kann? Daimler will auf innovative Weise Smart-Autos verleihen: Der Führerschein dient als Schlüssel, bezahlt wird wie beim Handy pro Minute.
Coffee-to-go, Pizza-to-go, demnächst auch Car-to-go: Der modische Begriff, der das unkomplizierte Mitnehmen meint und mitunter auch etwas aufgesetzt klingt, hat eine kuriose neue Verwendung: Das Wortspiel "Car2go" steht für eine innovative Autovermietung, bei der spontane Mobilität rund um die Uhr möglich werden soll – ein Menschheitstraum, gewissermaßen. Initiator ist kein Geringerer als der Daimler-Konzern: Am 24. Oktober 2008 startet das Unternehmen in Ulm den Probelauf für ein Konzept, das Autovermietung noch einfacher und komfortabler macht. Basis ist der in der Vergangenheit schon oft für tot erklärte, mittlerweile aber recht erfolgreiche Kleinstwagen Smart fortwo, der dank Benzinpreiskrise in jüngster Vergangenheit vor allem in den USA zu einer triumphalen Karriere ansetzte.
Freiminuten fürs Tanken

Nächstes Frühjahr folgt Stufe zwei
Mit dem Großversuch in Ulm, der vorerst auf 500 Daimler-Mitarbeiter beschränkt bleibt, will das Unternehmen das Nutzungsverhalten der Kunden testen. Es sollen zum Beispiel Erkenntnisse über die Bewegungen der Autos gewonnen werden, um das Parkplatzmanagement darauf abzustimmen. Das Konzept sieht vor, innerhalb weniger Gehminuten – ähnlich der beliebten Call-Bikes der Deutschen Bahn – einen mietbaren Smart in der Innenstadt zu finden. Wer es eilig hat, kann im Internet das nächste freie Fahrzeug lokalisieren. Die bei klassischen Carsharing-Agenturen üblichen Aufnahmegebühren entfallen ebenso wie die lästigen One-Way-Tarife oder Strafgebühren bei konventionellen Mietwagenfirmen, wenn der Tank bei Rückgabe mal nur halbvoll war. Nächster Schritt ist laut Daimler im Frühjahr 2009 die Öffnung des Ulmer Projekts für alle Bürger; dann sollen 200 Smarts zur Verfügung stehen. Wann car2go deutschlandweit oder gar international an den Start geht, ist noch offen – der Wille sei jedenfalls da, betont eine Daimler-Sprecherin. Auch der Verwendung größerer Fahrzeuge stehe prinzipiell nichts im Wege; doch der Smart genießt Priorität: Er sei als Stadtauto nun mal ideal.
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