Lenkradsperren als Diebstahl-Schutz

Lenkradsperren als Diebstahl-Schutz

Lenkradkrallen im Test

Welche Lenkradkralle schützt vor Autodiebstahl?

Um es Autodieben schwer zu machen, können Lenkradkrallen im Auto installiert werden. Aber wie gut schützen sie wirklich? AUTO BILD hat insgesamt acht Modelle für unter 100 Euro getestet.
Im Schnitt wird alle 37 Minuten in Deutschland ein Auto geklaut. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) verzeichnete 2019 insgesamt 14.229 Diebstähle. Dabei entstand ein Sachschaden von 279,4 Millionen Euro. Vor allem hochpreisige SUV sind bei Autodieben beliebt. Auch Wohnmobile werden gerne entwendet. Zwar sind die Zahlen kontinuierlich rückläufig, bewegen sich aber immer noch auf hohem Niveau. Und das trotz moderner elektronischer Wegfahrsperren. In Neuwagen sind diese seit Januar 1998 Pflicht, dennoch schützen viele Autobesitzer ihr Fahrzeug zusätzlich mit mechanischen Lenkradkrallen, auch Lenkradsperren oder -schlösser genannt. Sie sollen Diebe vor allem abschrecken – optisch mit leuchtenden Warnfarben und funktional durch sichere Schlösser und stabiles Material. Die Auswahl im Zubehör- und Onlinehandel sowie in Baumärkten ist groß. Wir haben acht Lenkradschlösser getestet – von 16 bis 98 Euro.
# Lenkradkrallen im Test Zum Angebot
1.

Heyner Wheelblock pro

Preis*: 97,85 Euro

Note: sehr gut

2.

Stoplock Pro Maximum Security Steering Wheel Immobilizer

Preis*: 94,90 Euro

Testurteil: gut

3.

Artago Special Security Europe 870 Universal

Preis*: 78,98 Euro

Note: gut

4.

Qun Hu QH-219A Car Antitheft Lock

Preis*: 25,69 Euro

Note: ausreichend

5.

Kleinmetall Carlok Auto Diebstahlsicherung

Preis*: 34,25 Euro

Note: mangelhaft

6.

Pretex Lenkradkralle

Preis*: 25,95 Euro

Note: mangelhaft

7.

Lescars NX-6939-675 Universallenkradkralle

Preis*: 15,99 Euro

Note: mangelhaft

8.

Kairay Sku: L1013 Universal Steering Wheel Lock

Preis*: 15,99 Euro

Note: mangelhaft

*Einkaufspreis des Testprodukts

Lenkradkrallen: 8 Modelle im Test

Sie zeichnen sich vor allem durch einfaches Handling und Robustheit aus. Die meisten Modelle sind in wenigen Sekunden angebracht. Fest installiert, blockieren sie das Drehen des Lenkrads, und das Fahrzeug lässt sich nicht mehr steuern. Achtung: Bei Reisemobilen und Transportern sind die Cockpits meist breit. Darum lässt sich hier die Rotation nicht so stark einschränken wie in den meisten Pkw. Durch Öffnen eines Sicherheitsschlosses werden die Krallen wieder entfernt. In der Regel ist dafür ein Schlüssel nötig, allerdings gibt es auch Modelle mit Zahlenschloss. Tipp: Schlüssel am besten getrennt vom Fahrzeugschlüssel aufbewahren. Und als Zahlenkombi sollte man nicht sein Geburtsdatum oder die Ziffernfolge auf dem Nummernschild wählen.

Praktisch: Die Lenkradsperre von Kleinmetall blockiert das Bremspedal, leider ist sie leicht zu knacken.

©Ralf Timm / Auto Bild

Der Klassiker ist die ausziehbare Teleskopsperre, die zwischen den Lenkradkranz gespannt wird. Sie fungiert wie eine Art stählerne Gabel. Unter diese Kategorie fallen neben dem Testsieger die beiden schlechtesten Produkte im Feld. Die Krallen von Kairay und Lescars bieten praktisch keine Sicherheit. Das Kreuzbartschloss des Lescars-Fabrikats lässt sich mit einem Schraubendreher schnell zerstören. Auch das Kairay-Produkt kann mit einem simplen Hammer durch Erschütterung geöffnet werden. Eine andere Variante der Teleskopkrallen bietet zusätzlich eine Pedalsperre. Praktisch: Die nur durch ihre Farbe zu unterscheidenden Produkte von Kleinmetall und Pretex sind stufenlos ausziehbar und mit wenigen Handgriffen zwischen Pedalerie und Lenkradkranz eingebaut. Leider fielen beide bei der Sicherheit durch, da Profis die Schlösser durch heftiges Wackeln mit einem Werkzeug im Schlosszylinder in Sekundenschnelle öffnen können.
Ohne ausziehbare Teleskopfunktion kommen die starren Lenkradkrallen von Artago und Qun Hu aus. Denn sie blockieren das Lenkrad oben mittig, indem der stählerne Krallenschaft auf dem Armaturenbrett aufliegt und so die Lenkbewegung verhindert. Im Test punktet die Sperre von Artago mit einem ordentlichen Schloss und vor allem durch ihre Abschreckung. Dank der integrierten Alarmanlage sendet das Modell ein lautstarkes Warnsignal aus, sollten sich Unbefugte daran zu schaffen machen. Hinsichtlich Funktionalität und Aussehen fällt besonders das Fabrikat von Stoplock auf. Dessen geschwungener Arm wird über den Pralltopf durch den Lenkradkranz gefädelt. Danach muss man den umklappbaren Verschlussbügel am Ende der Sperre am Volant verankern. Das Drehscheiben-Zuhaltungsschloss stellte sich als sehr widerstandsfähig heraus und ließ sich erst mit einem Hartmetall-Fräser aufbohren.

Testsieger: Heyner Wheel Block Pro

Als sicherste und stabilste Lenkradsperre im Test erweist sich das Modell Wheel Block Pro von Heyner für knapp 98 Euro – als einziges im Vergleich mit einem Zahlenkombinationsschloss. Die ausziehbare Teleskopsperre Lenkradsperre wird zwischen den Lenkradkranz gespannt. Sie fungiert dabei wie eine Art stählerne Gabel. Praktisch: Der Ausziehmechanismus ist leichtgängig, die Sperre ist schnell eingebaut – und das Lenkrad hat nur wenig Spiel. Die beiden Haken sind mit schonendem Kunststoff und der Griff mit weichem Schaumstoff überzogen. Zum bequemen Transport ist im Lieferumfang außerdem eine Tragetasche enthalten. Neben der einfachen Handhabung überzeugt die Lenkradradkralle von Heyner vor allem durch hervorragende Sicherheit. Ihre fünf stabilen Zahlenräder konnten auch vom Profi nicht auseinandergebogen werden, um einen sogenannten Abtaster dazwischenzustecken, mit dem sich die richtige Kombination ermitteln lässt. Um das Schloss zu knacken, hätte man es aufflexen müssen – wegen des Funkenflugs und des Lärms keine ideale Diebstahlmethode. Selbstverständlich kann auch das Modell Wheel Block Pro nicht hundertprozentig schützen. Aber es macht Kriminellen zumindest das Leben schwer.

Heyner

Heyner Wheelblock Pro

AUTO BILD-Testnote 1
  • Einfache Handhabung
  • Gute Verarbeitung
  • Hohe Sicherheit
  • Zahlenschloss

97,85

Fazit zum Lenkradkrallen-Test

Gute Lenkradkrallen geben Autobesitzern ein zusätzliches Gefühl von Sicherheit, da sie für Diebe das Risiko, erwischt zu werden, zumindest stark erhöhen – vor allem in dicht besiedelten Gebieten. Der Test zeigt jedoch klar: Finger weg von billigen Schlössern! Über die können Profidiebe nur lachen. Wer sein Auto wirklich schützen will, sollte ein paar Euro mehr investieren.

So hat AUTO BILD getestet

Mit dem sogenannten "Jiggler" ("Wackler") konnten viele Schlösser einfach geknackt werden.

©Ralf Timm / Auto Bild

Wichtigstes Kriterium ist natürlich die Sicherheit. Welche Lenkradkralle schützt am besten? Aber auch Handling sowie Material und Verarbeitung wurden bewertet. Qualität und Widerstandsfähigkeit hat Schlüsseldienst-Profi Torsten Möller (57) aus Hamburg (www.schlüssel-zentrum-barmbek.de) für AUTO BILD geprüft. Wie schnell lassen sich die Lenkradsperren öffnen – und geht es auch ganz ohne Beschädigung? Dazu wurde den Probanden nicht nur mit Dietrich und Spezialwerkzeug auf den Zahn gefühlt, sondern es wurde auch getestet, welche Modelle sich mit simpleren Mitteln wie Hammer oder Schraubenzieher knacken lassen.
Weitere Themen: Parkkrallen im Vergleich

Autor: Christian Bruns

Fotos: Ralf Timm / Auto Bild

Stichworte:

Autodiebstahl

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