Flugautos und Taxidrohnen

Lufttaxi CityAirbus: Test in Donauwörth

CityAirbus macht ersten Luftsprung

Das Lufttaxi von Airbus und Siemens hat seinen ersten "Flugversuch" unternommen. Mehr als einen kleinen Hüpfer machte der CityAirbus allerdings nicht.
(dpa/cj) Mitte März wurde es feierlich präsentiert, jetzt hat das Lufttaxi-Projekt von Airbus und Siemens seinen ersten kleinen Luftsprung gemacht. Am "Airbus Helicopters"-Standort Donauwörth hob der CityAirbus zu einem "gefesselten Schwebeflug" ab, der nach Informationen von WELT am SONNTAG aber nur wenige Zentimeter hoch ausfiel. Für Firmenchef Bruno Even trotzdem Grund genug, seinem Team per Twitter zum ersten erfolgreichen Take-off zu gratulieren (siehe unten). Als nächster Schritt ist nun eine umfangreiche Flugerprobung mit der "Riesen-Drohne" auf dem Fliegerhorst Ingolstadt-Manching geplant.

Verkehrsminister Scheuer bei Präsentation dabei

Bundesverkehrsminister Scheuer (vor dem CityAirbus) will "Drohnen und Flugtaxis aus dem Labor in die Luft bringen".

Der europäische Flugzeugbauer Airbus sieht in den kleinen Fluggeräten eine Alternative zu fahrenden Taxis, Bussen und U-Bahnen, vor allem in Millionenstädten. Bei der Präsentation des "Demonstrators" vor mehreren Hundert Interessierten auf dem Ingolstädter Rathausplatz betonte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), bei der neuen Technologie solle weniger über Verbote als mehr über die Chancen diskutiert werden.

"Schaut ziemlich cool aus, jetzt muss er nur noch fliegen."
Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) über den CityAirbus, das erste Lufttaxi des europäischen Flugzeugherstellers.
Ende Februar hatte Scheuer zum Start eines 15 Millionen Euro umfassenden Förderprogramms seines Ministeriums gesagt: "Wir wollen Drohnen und Flugtaxis aus dem Labor in die Luft bringen." Ingolstadt ist eine der Modellregionen der EU-Initiative "Urban Air Mobility", mit der der Einsatz von Passagierdrohnen im städtischen Umfeld vorbereitet werden soll.

50 km Reichweite, 120 km/h Spitze

Flüge über bebautem Gebiet sind für den viersitzigen, elektrisch betriebenen Mini-Airbus mit vier Doppel-Rotoren wegen fehlender Zulassung noch nicht möglich. Die neuen Fluggeräte sind eher als Konkurrent zum Auto oder zum öffentlichen Nahverkehr zu sehen als zum klassischen Luftverkehr. So soll der CityAirbus eine Reichweite von etwa 50 Kilometern und eine Spitzengeschwindigkeit von 120 km/h schaffen. Schrittweise soll das 2,2 Tonnen schwere Fluggerät auf bis zu 150 Meter Höhe aufsteigen. Die maximale Flugzeit mit den von Siemens entwickelten 100-kW-Elektromotoren (SP200D) wird derzeit mit 15 Minuten angegeben, die Nutzlast mit 250 Kilogramm. Der CityAirbus wird nach Konzernangaben voraussichtlich nur auf festen Routen von einem definierten Punkt zum anderen unterwegs sein. Der Begriff "Lufttaxi" sei daher ein irreführender Begriff.

Auch Boeing und die Autobranche mischen mit

Boeing hatte bereits im Januar in den USA den ersten Testflug mit dem Prototyp eines autonomen Elektro-Lufttaxis unternommen. Der Luftfahrtriese räumte jedoch ein, dass die größte Herausforderung mit der Übergangsphase zur Anwendung verschiedener Flugarten noch bevorstehe. Und auch die Autobranche mischt mit. So hat sich Daimler am Start-up Volocopter beteiligt, das sich ebenso wie Airbus einen regelmäßigen Flug-Nahverkehr von Stadtzentren zu außerhalb gelegenen Flughäfen vorstellen kann. Der Frankfurter Airport prüft derzeit mit Volocopter ein entsprechendes Projekt. Auf jeden Fall wird es einige Zeit dauern, bis die drohnenähnlichen Fluggeräte ohne Piloten in den regulären Betrieb gehen: Frühestens Mitte des kommenden Jahrzehnts wird es nach Einschätzung von Airbus europäische Vorschriften für den Gebrauch geben.

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