Was nicht passt, wird passend gemacht. Dachten sich Karl-Heinz Schuler, der Kopf und Gründer hinter Carthago und Malibu, und sein Team in Aulendorf: Wenn Mercedes-Benz den Sprinter nur mit sechs oder sieben Metern Länge liefert, dann baut man sich das Wunschmaß eben selbst.
Wie? Ganz einfach: mit einem über 50 Zentimeter langen GFK-Rucksack, der exakt den benötigten Raum liefert. So weit die Idee. Die Umsetzung führte schließlich zu einem der schwierigsten Projekte der letzten Jahre, so Schuler.
Malibu Genius 641 LE
Mit Sorgfalt integriert der Genius das Cockpit des Sprinters.
Bild: Photoproduktion Hanselmann
Das ist er: Malibu greift zum Sechs-Meter-Sprinter 315 CDI als Basis, und zwar mit Heckantrieb. Wer mehr wünscht, kann den Allradantrieb hinzubuchen, statt 150 PS auch 170 oder 190 PS wählen, ebenso die Automatik 9G-Tronic. Der Radstand bleibt bei 3,67 Metern, und neben einer 3,5-Tonnen-Version konfiguriert Malibu auf Wunsch den Genius auch mit 4,1 Tonnen, was deutlich mehr Spielraum in der Zuladung erlaubt – mit seinen vielen Möglichkeiten reißt der Genius sonst schnell die 3,5-Tonnen-Grenze.
Malibu Genius 641 LE
Mit cleveren Lösungen im Detail wie der ausklappbaren Platte und einem versteckten Mülleimer überzeugt der Genius.
Bild: Photoproduktion Hanselmann
Das hat er: Wer von außen auf den Genius schaut, sieht einen Sprinter mit Langheck. Diesen Anbau hat Malibu selbst entwickelt, dafür eigene Kompetenzen im Haus aufgebaut. Auch die Fertigung des Sandwich-Bauteils läuft komplett intern – ein regionaler Kunststoffspezialist habe bei der Umsetzung lediglich etwas unterstützt, heißt es: Doppelwandige GFK-Formteile dieser Größe passgenau in Serie zu fertigen, ist eine ziemlich anspruchsvolle Aufgabe.
Das neue Heck bringt einige Vorteile mit sich, zum Beispiel den maßgeschneiderten Raum: Innen finden zwei jeweils etwa zwei Meter lange Einzelbetten Platz, darunter eine üppige Garage, die mittels einer großen Heckklappe und einem Schienensystem einfach zu beladen ist. Auch von innen gibt es, den aufklappbaren Betten sei Dank, schnellen Zugang. Wer die rund 1400 Liter Stauvolumen schon ohne Fahrräder füllt, bestellt eine Anhängerkupplung plus abklappbarem Fahrradträger mit.
Malibu Genius 641 LE
Das Heck aus GFK folgt den Sprinter-Linien. Ungewohnt ist die Heckklappe.
Bild: Photoproduktion Hanselmann
Zudem bringt die Verlängerung in Sprinter-Optik eine exzellente Dämmung mit. Der Heckbereich von Serien-Vans gilt wegen deren Türen stets als Wärmebrücken-Hotspot, und dieses Problem löst der Genius – genial. Somit ist er sogar winter- und schneesporttauglich, besonders reizvoll natürlich als Allradler mit passender All-Terrain-Bereifung.
Der Grundriss des Genius birgt keine Überraschungen, zumindest auf den ersten Blick. Im Bad allerdings haben die Planer aus Carthago-City alles gegeben: Hier warten Toilette und Waschbecken versteckt auf ihren Einsatz, die geräumige Dusche reicht in den Wohnraum und bietet bis zu 190 Zentimeter Stehhöhe. Dazu lässt sich die Tür nach vorne schließen, womit sich ein großes Raumbad oder auch Ankleidezimmer ergibt. Das alles ist der Genius: durchdacht, smart, hochwertig. Am Ende kann es nicht überraschen, dass der Preis in der Praxis auf deutlich sechsstelligem Niveau liegt.

Fazit

Einen Kastenwagen auf Wunschmaß zu stretchen, ist aufwendig. Doch es funktioniert, wie der Genius beweist – wer also einen maßgeschneiderten Sprinter-Van mit viel Finesse wünscht, sollte sich den Genius genau ansehen.